Blumenkohl-ist-mein-Fleisch-Lasagne

Sonntag abend, Tatort und Lasagne: perfekt! Genau richtig für mich zum Wohlfühlen. Meist mache ich die eher klassische vegane Variante von Lasagne mit Tofu-/Soja-Bolognese, Gemüse und Béchamel. Seit einigen Monaten schon habe ich auf meiner Ausprobieren-Liste dieses Lasagne-Rezept, was völlig unvegan ist und von einem ganz und gar nicht veganen blog stammt. Aber das ist hier völlig nebensächlich.

Die Idee, Blumenkohl zu schreddern, zu rösten und als “Fleisch” in eine Blognese zu geben und daraus auch noch eine Lasagne zu machen, finde ich genial! Außerdem ist das Rezept ganz einfach zu veganisieren. Dazu habe ich noch einige andere Änderungen vorgenommen, um das Rezept meinem persönlichen Geschmack besser anzugleichen.

Letzten Sonntag also hatte ich Blumenkohl zu hause, aber wollte irgendwie nicht das klassische Blumenkohl-Karoffel-Dingens kochen, da fiel mir eben diese Lasagne ein. Zutaten hatte ich soweit da, also ab in die Küche. Durch das Rösten des Blumenkohls hat das schon ein wenig mehr Arbeit gemacht als sonst, aber erstens hat es sich mehr als gelohnt und zweitens kann man wunderbar die Bolognese-Sauce und die Béchamel kochen, während der Blumenkohl röstet, da der erst später in die Sauce kommt.

Das Ergebnis war fantastisch! Die Lasagne hat so ober-super-geilo-lecker geschmeckt, unglaublich! Auf der einen Seite schön klassisch bolognese-würzig und tomatig, aber gleichzeitig ganz fein nach Blumenkohl, auf sonderbare Art und Weise harmonieren hier sämtliche Geschmackskomponenten wirklich ausgesprochen gut. Eine perfekte neue Art, Blumenkohl zu essen, wen man ihn bereits gerne mag, aber auch eine grandiose Gelegenheit, Blumenkohl neu zu entdecken, wenn man sonst eher nicht so ein Fan davon ist. Habe ich schon erwähnt, dass ich völlig begeistert von der Lasagne bin??!

Das Rezept habe ich wie gesagt veganisiert, aber teilweise auch anderweitig abgewandelt, da ich zB keinen Rotwein hatte oder auch gerne viel Béchamel und weniger Tomate mag als in dem Ursprungsrezept. Also, macht´s einfach so, wie ihr das mögt, aber probiert es aus, es lohnt sich.

Ach so, ich war mal wieder zu faul, zusätzlich Hefeschmelz zu machen und habe daher einen Rest der Béchamel mit Hefeflocken und ganz wenig Senf verrührt, pikant gewürzt und fertig – hat prima geklappt, aber wer mag, macht einfach Hefeschmelz.

Blumenkohl-ist-mein-Fleisch-Lasagne
Blumenkohl-ist-mein-Fleisch-Lasagne

Zutaten für 3-4 Portionen:

  • 1 mittelgroßer Blumenkohl
  • 2 Möhren
  • 2 kleine oder 1 große Zwiebel(n)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kleine Dose geschälte Tomaten (400 g)
  • 150 ml Gemüsebrühe
  • Pfeffer, Salz
  • 1-2 Tl Rohrohrzucker
  • je 1 1/2 Tl Basilikum und Thymian, getrocknet
  • etwas Majoran, Oregano und/oder Rosmarin nach Geschmack
  • 2 El Olivenöl
  • 3 El Alsan
  • 4 El Dinkelmehl, Typ 630 (oder Weizenmehl Typ 405 oder 550)
  • 600 ml Sojamilch
  • 300 ml Wasser
  • viel Salz, Pfeffer und ordentlich Muskatnuss, frisch gerieben
  • 2 El Hefeflocken, 1/2 Tl Senf und etwas Gemüsebrühpulver + 50 ml Sojamilch oder eine Portion Hefeschmelz (kommt am Ende der Zutatenliste)
  • 250 g Lasagneplatten ohne Vorkochen
  • ein wenig Alsan zum Einfetten der Form

Zubereitung:

Den Ofen vorheizen auf 200 °C Ober- und Unterhitze. Währenddessen den Blumenkohl von den Blättern und dem harten Strunk befreien. Die Röschen und ruhig auch Stiele entweder mit einem großen Messer grob hacken oder  mit einem Küchengerät klein häckseln (ich habe das Messer genommen, da ich den Blumenkohl nicht so fein haben wollte, außerdem ging das hacken wirklich schnell, so dass es sich nicht lohnte, den Häcksler raus zu holen).

Die Blumenkohlstückchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, gleichmäßig verteilen und in den Ofen schieben. 20-25 Minuten rösten, hierbei alle paar Minuten die Stücke wenden und umschaufeln, so dass sie möglichst gleichmäßig rösten. Sobald sie leicht braun angeröstet sind, das Blech aus dem Ofen nehmen und beiseite stellen.

Während der Blumenkohl röstet, am Besten die Blognese zubereiten. Hierfür die Möhren schälen und fein würfeln, ebenso die Zwiebeln und den Knoblauch. In einer großen beschichteten Pfanne das Olivenöl erhitzen und Möhren- sowie Zwiebel-Würfel darin glasig dünsten, ganz zum Schluss den Knoblauch zufügen. Alles mit der Gemüsebrühe ablöschen, dann die Dosentomaten – ohne Strunk und grob zerhackt – zufügen. Mit den Gewürzen kräftig abschmecken und die Sauce ein paar Minuten mit Deckel köcheln.

Sobald der Blumenkohl fertig geröstet ist, einfach in die Bolognese-Sauce geben, alles gut vermengen und leicht köcheln lassen, bis die Béchamel fertig ist.

Für die Béchamel die Alsan in einem Topf bei kleiner Hitze schmelzen, dann das Mehl mit einem Schneebesen einrühren, unter ständigem Rühren einige Sekunden mit erhitzen und dann nach und nach die Sojamilch und das Wasser zufügen. Hierbei ständig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Die Béchamel unter Rühren kräftig aufkochen und mit viel Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Sauce von der Herdplatte nehmen, sonst kocht sie weiter und brennt an.

Eine große rechteckige Auflaufform einfetten, etwas Bolognese auf den Boden geben, darauf Lasagneplatten, dann Bolognese, Béchamel, Lasagneplatten usw. letzte Schicht sollte Béchamel oder Hefeschmelz sein. Wenn kein extra Hefeschmelz gemacht wird, einige Löffel Béchamel zurückbehalten und diesen Rest mit den Hefeflocken, Senf, wenig Gemüsebrühpulver und der zusätzlichen Sojamilch verrühren und als letzte Schicht über den Auflauf geben.

Bei ca. 200 °C im Backofen etwa 45 Minuten backen, dann den Ofen ausschalten und die Lasagne noch weitere 10-15 Minuten darin stehen lassen, so dass sich sie ein wenig “setzten” kann. Servieren, genießen und im Lasagne-Himmel-Sein…

Et voilá!

leicht rustikales Kartoffel-Brot

Seit geraumer Zeit backe ich mein Brot fast ausschließlich selbst – ich mag keine Bäckerbrote…irgendwie…da ist so viel Zusatzmist drin, der in Brot gar nichts zu suchen hat! Ich will keine Emulgatoren, Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel in meinem Brot, aber auch keinen überflüssigen Zucker, oder möglicherweise unveganes Zeug (wer, zum Teufel hat damit angefangen, in Brot andere (überflüssige) Dinge zu verbacken als Mehl, Wasser, Salz und evtl. Hefe und Körner/Saaten???).

Jedenfalls backe ich daher pro Woche ein bis zwei Brote, meist reine Roggenbrote mit selbstgezüchtetem Sauerteig und verschiedenen Körnern, ab und zu gibt es aber auch Mischbrote mit Hefe. Seit neuestem habe ich die tollste Küchenmaschine der Welt und habe mir dazu auch einen Mahlaufsatz gekauft und jetzt finde ich Brot selber backen noch viel toller: ich kann das Getreide in der benötigten Menge immer frisch mahlen in zig verschiedenen Mahlgraden von fein bis grob. Dazu knetet mir die Maschine danach dann noch schön den Teig und fertig ist ist das frische Brot, was nur aus Sauerteig, Roggenmehl, Wasser und Salz besteht, perfekt!

Aber das hier soll ja kein Rezept für Roggen-Sauerteig-Brot werden, denn dafür habe ich kein Rezept, ich weiß einfach mittlerweile welche Mengen ich nehmen muss und welche Zutaten in welchem Verhältnis und so. Aber auf meiner Brotback-to-do-Liste steht schon lange dieses Karoffelbrot. Das Brot ist sehr weich und fluffig, leicht rustikal durch das Roggenvollkornmehl, schön feinporig mit leckerer Kruste, die leider aber nicht knusprig bleibt, ich denke, das Brot hat dafür einen zu hohen Feuchtigkeitsanteil. Geschmacklich ändert das aber nichts.

Ich habe das Brot mit einem Vorteig (Biga) gebacken, dadurch bekommt es einen feineren ganz leicht mild säuerlichen Geschmack, geht richtig schön auf, braucht aber durch die lange Gärzeit nur einen Bruchteil der Hefemenge, den ein Hefebrot mit kurzer Gärzeit braucht.

Das Brot ist sehr lecker und bleibt schön lange frisch durch die Kartoffeln. Für mich ist es – da ich sonst meist nur richtige Vollkornbrote esse – eine tolle Teil-Vollkorn-Alternative zu Weißbrot.

Die Menge des benötigten Wassers kann ich nicht exakt angeben, da sie sehr variiert und von der Feuchtigkeit der Kartoffeln abhängt. Ich persönlich bevorzuge die Variante des sehr feuchten Teiges, dem man bei Bedarf einfach noch Mehl zufügen kann. Meiner Erfahrung nach ist es ungleich schwieriger, dem zu trockenen Teig noch Wasser zuzufügen, aber das ist Geschmacksache.

leicht rustikales Kartoffel-Brot
leicht rustikales Kartoffel-Brot

Zutaten:

Vorteig

  • 150 g Dinkelmehl, Typ 630
  • 1/4 Tl Trockenhefe ohne Emulgator
  • 1/4 Tl Salz
  • 150 ml lauwarmes Wasser

Hauptteig

  • gesamter Vorteig
  • 125 g Roggenvollkornmehl
  • 200 g Dinkelmehl Typ 630 (evtl. etwas mehr – hängt von der Feuchtigkeit der Kartoffeln ab)
  • 50 g Hartweizengrieß
  • 200 g Kartoffeln, in der Schale in Salzwasser gekocht
  • 50 ml lauwarmes Wasser
  • 2 Tl Salz
  • 1 Tl Trockenhefe ohne Emulgator
  • 2 El Olivenöl
  • Dinkelmehl zum Bestäuben und für die Arbeitsplatte

Zubereitung:

Die Zutaten für den Vorteig in einer großen Schüssel grob vermengen (mit einem Löffel oder den Händen), die Schüssel mit einem Deckel oder Klarsichtfolie abdecken und mindestens vier Stunden gehen lassen (länger geht auch, es sollte nur nicht kürzer sein).

In der Zwischenzeit die Kartoffeln in der Schale in Salzwasser garen, abkühlen lassen, schälen und mit dem Kartoffelstampfer oder einer Presse möglichst fein zerstampfen.

Die Kartoffeln mit den übrigen Zutaten zu dem gegangenen Vorteig geben und alles am Besten mit der Küchenmaschine oder den Knethaken des Handmixers ca. zehn Minuten kneten bis ein elastischer und geschmeidiger Teig entsteht. Der Teig ist sehr weich und mit den Händen kaum knetbar. Falls er richtig klebrig sein sollte, einfach  noch etwas Mehl zugeben, aber nicht so viel, denn der Teig muss sehr feucht sein, damit er trotz der geringen Hefemenge gut gehen kann.

Den Teig in der Schüssel abdecken und nochmals 3 bis 4 Stunden an einem warmen Ort (zimmerwarm) gehen lassen.

Den Backofen auf 230 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine runde Ofenform mit Deckel oder einen backofenfesten Topf mit Deckel einfetten.

Den Teig aus der Schüssel mittels einer Teigkarte auf die bemehlte Arbeitsplatte stürzen, nicht kneten, sondern einfach mit den Händen etwas auseinander ziehen und die Enden in die Mitte klappen. Dieses Ziehen und Klappen des Teiges noch einige Male wiederholen bis der Teig schön gleichmäßig und rund ist (das Ziehen und Klappen anstelle von kneten sorgt für eine feinporige Krume, würde man ihn kneten, würden die Luftblasen komplett zerstört und das Brot kompakt – so bleibt ein Teig der Luft erhalten. Wer gerne grobporige Krumen mag, zieht und klappt auch nicht, sondern formt den Teig lediglich mit bemehlten Händen rund).

Den Teig in den ofenfesten Topf mit Deckel ohne Plastik(!) oder die Kasserole geben, Deckel drauf und in den sehr heißen Ofen geben. Nach 15 Minuten die Temperatur auf 180 °C reduzieren und den Deckel entfernen (Vosicht: wenn man den Deckel abnimmt entweicht unglaublich heißer Dampf…).

Das Brot noch weitere 30-40 Minuten backen (je nach Ofen und Größe der Form etc.). Einige Minuten abkühlen lassen, dann das Brot aus der Form nehmen und vollständig auskühlen lassen.

So frisch wie möglich essen, zu dem Brot passen sowohl süße als auch herzhafte Sachen.

Et voilá!

Schoko-Tupfen-Muffins

Muffins!!! Was gibt es Besseres…??!! Ok, einige werden jetzt sagen: Torte, Creme-Torte, Sahne-Kuchen, Cupcakes! Aber ich eben nicht. Ich liebe trockene Kuchen und Muffins, wobei trocken nicht trocken bedeutet, sie müssen schon schön saftig und fluffig sein, aber eben ohne Sahne-Creme-Zeugs, denn das mag ich gar nicht. Und zuckersüße Cupcakes…brrrr….damit kann man mich jagen, ebenso wie mit bunten Marzipantorten oder ähnlichem.

Für mich soll es am Besten Marmorkuchen, Nusskuchen, Apfelkuchen, Kirschkuchen, veganer Käsekuchen, Schokokuchen, Zitronenkuchen, Mandelkuchen usw. sein. Bei Muffins dasselbe. Und bleibt bloß mit dem Creme-Zeugs weg! Blöderweise mag mein Liebster gar nicht gerne trockene Kuchen (Obst- und Käsekuchen ist ok), sondern möchte am liebsten immer nur Torten oder Kuchen mit Creme oder zumindest einen ganzen Pott Sojasahne auf den trockenen Kuchen obendrauf, damit man den nicht mehr so schmeckt. Banause!

Glücklicherweise finde ich meist einen erträglichen Kompromiss bzw. er muss einfach den Kuchen und die Muffins essen, die ich mache, es sei denn, er backt selber welche, was er nie tut und was meine Geschmacksnerven auch nicht so wirklich wollen, aber es hindert ihn ja niemand daran, Soja-Sahne-Torten zu backen – ich backe und koche nur das, was ich selber auch mag.

Diese Schoko-Tupfen-Muffins sind für mich perfekt! Rührteig, schön saftig durch gemahlene Cashews, nur leicht süß und schön schokoladig durch ganz viel grob gehackte Lieblings-Schoki, yummy!!

Ich bitte besonders die perfekte Abstimmung der Muffinförmchen auf den Tupfen-Look der Muffins zu beachten! Ach ja, ich mag gerne richtig große Muffins, wer sie lieber etwas kleiner und weniger hoch mag, sollte den Teig auf acht Förmchen verteilen.

Schoko-Tupfen-Muffins
Schoko-Tupfen-Muffins

Zutaten für 6 große Muffins (oder 8 kleine):

  • 150 g Dinkelmehl Typ 1050 oder 630
  • 1 El Kartoffelmehl (alternativ: Speisestärke)
  • 25 g Cashews, ungeröstet und ungesalzen (alternativ: blanchierte/gehäutete Mandeln)
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Tl Natron
  • 1 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 50 g Alsan
  • 150 ml Sojamilch
  • 1 El Zitronensaft
  • 75 g Schokolade (nach Geschmack Zartbitter, Halbbitter, Reismilch oder auch weiße Reismilch)

Zubereitung:

Die Cashews (oder Mandeln) fein mahlen und mit Mehl, Kartoffelmehl, Rohrohrzucker, Backpulver, Natron, Vanille und Salz in einer Schüssel gut vermengen.

Alsan vorsichtig schmelzen (immer dabei bleiben, denn sie fängt schnell an zu spritzen und sollte nicht zu heiß werden, da sich dann der Geschmack verändert) und mit Zitronensaft und Sojamilch verquirlen.

Die Schokolade grob hacken und zu den trockenen Zutaten in der Schüssel geben. Die Alsan-Zitronensaft-Sojamilch-Mischung zufügen und alles mit einem Löffel vermengen. Nicht zu viel rühren, es dürfen auch ruhig kleine Klümpchen bleiben. Die Muffinförmchen in ein Muffinblech stellen und die Förmchen entweder zur Hälfte (bei 8 Muffins) oder zu 2/3 (bei 6 Muffins) füllen.

Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Ober- und Unterhitze ca. 20-25 Minuten backen bis die Muffins goldbraun sind (Stäbchenprobe machen, ob sie gar sind). Abkühlen lassen und genießen.

Et voilá!

vegane Mayonnaise

So, hier noch das versprochene Rezept für vegane eifreie Mayonnaise. Ich mache dieses Rezept schon seit ich vegan lebe und es funktioniert hervorragend. Meist mache ich die ganze Menge zB für Kartoffelsalat oder eben für eine Burger-Offensive. Weniger lohnt sich leider nicht wirklich bzw. wird etwas schwierig mit dem Pürierstab, denn der sollte mit dem Schlagteil ganz in der Mayo sein, sonst funktioniert das Rezept nicht…

Ach so, mit dem Mischungsverhältnis klappt es bei mir immer, dass die Mayo richtig standfest wird, wenn man weniger Öl nimmt, läuft man Gefahr, dass die Mayo flüssiger wird, was aber zB für Kartoffelsalat nicht sooo schlimm ist, schmecken tut´s trotzdem. Ich habe auch schon oft gelesen, dass die Zutaten unbedingt dieselbe Temperatur haben sollten, keine Ahnung, ob das muss, aber ich nehme die Sojamilch meist eine Stunde vor Zubereitung aus dem Kühlschrank, das ist sie zimmerwarm.

Und ich nehme immer völlig neutrale Sojamilch, also ohne Zucker oder anderen Zusatz, dann schmeckt sie mir am Besten. Mit frischen Kräutern, gehackten Gewürzgurken und Kapern wird die Mayo zu einer superleckeren Remoulade! Ansonsten kann man auch variieren mit mehr Zitronensaft oder gepresstem Knoblauch oder…

vegane Mayonnaise
vegane Mayonnaise

Zutaten für ca. 250 g Mayo:

  • 100 ml Sojamilch (möglichst natur und ungesüßt)
  • 1/2 Tl Gemüsebrühpulver (ich mag das als Würze, wer das nicht möchte, nimmt einfach Salz)
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Tl Zitronensaft
  • 1-2 Tl Senf, mittelscharf
  • 125 ml Sonnenblumen- oder Rapsöl (unbedingt neutrales Öl nehmen, falls ein anderer unkonventioneller Geschmack gewünscht ist, kann ich aber auch gutes Olivenöl empfehlen…)

Zubereitung:

Sojamilch und Öl sollten möglichst dieselbe Temperatur haben, also die Sojamilch einfach rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen.

Die Sojamilch in einen hohen schmalen Mixbecher geben, Zitronensaft einrühren und kurz stehen lassen, so dass sie etwas gerinnt. Gemüsebrühpulver, Salz, Pfeffer und Senf dazu geben. Den Pürierstab in den Mixbecher stellen, so dass er auf dem Boden des Bechers ist. Jetzt auf höchster Stufe mixen und dabei in einem dünnen Strahl von der Seite das Öl einfließen lassen, hierbei den Pürierstab möglichst nicht bewegen, sondern einfach nur stur mixen.

Wenn das ganze Öl im Mixbecher ist, den Pürierstab ganz langsam an der Seite hochziehen, dann noch eine Weile hin und her bewegen bis das ganze eine homogene feste weißlich-cremige Masse ist. Der Senf und evtl. auch das Soja wirken hier als Emulgator. Es kann aber eine ganze Weile dauern, bis die Masse richtig fest ist, manchmal gelingt das aber auch schon nach Sekunden (ein Mysterium, was sich mir wohl nie erschließt…).

Für den Fall, dass die Mayo so gar nicht fest werden will, sollte man, den Pürierstab nochmals auf den Boden des Mixbechers stellen und ohne Bewegung mixen und noch etwas mehr Öl zufügen und einige Minuten bei Auf- und Ab-Bewegungen mixen, spätestens dann sollte das Emulgieren funktionieren.

Im Kühlschrank aufbewahren oder gleich verwenden/essen/genießen.

Et voilá!


Burger-Buns (Hamburger- oder HotDog-Brötchen)

Kennt ihr das?! Manchmal überkommt mich eine unbändige Lust auf Fastfood-Essen. Vegan natürlich, aber so richtig schön matschige Burger oder HotDogs mit Gemüse- oder Getreidebratling oder Tofu-/Seitan-Würstchen, dazu fettige Mayo, Ketchup, Senf, saure Gurken und Zwiebeln…Geilo! Gelegentlich brauchen meine Geschmacksnerven sowas…

Gestern war es mal wieder so weit und da ich noch diese Tofu-Hirse-Röllchen bereits gebraten im Kühlschrank hatte (vor ein paar Tagen habe ich aus unerfindlichen Gründen das doppelte Rezept einfach mal gemacht und war jetzt verwundert, dass ich die gar nicht alle alleine aufessen kann, komisch…) und abends Besuch bekommen sollte, bot sich die Burger-Idee förmlich an. Da ich aber irgendwie schon noch was selber machen wollte, habe ich erstens mal wieder seit Jahren vegane Mayo gemacht (Rezept folgt) und ich habe endlich mal die Burger Buns, also die Brötchen, selbst gemacht. Es gibt zwar viele vegane im Supermarkt, aber ehrlich gesagt, schmecken die ziemlich bäh und sind voll mit schlechtem Zeugs und Aromen, Stabilisatoren, Konservierungsstoffen, Emulgatoren usw.

Also ist hier das Rezept für vegane Burger-Buns, wirklich idiotensicher, schmeckt super lecker und man kann die Formen einfach nach der Größe und Form der Bratlinge machen. Ich habe längliche gemacht wie für HotDogs, da ich ja die Röllchen hatte, und dazu noch runde für Bratlinge. Ich habe die Formen ausgestochen bzw. mit einem Messer ausgeschnitten, dadurch bekam ich eine perfekte Form und vor allem keine Riesen-Brötchen, die man nicht in den Mund bekommt, sondern schön flache Buns, die man gut halbieren und dann entsprechend belegen kann. Sehr toll. Ich kaufe keine mehr.

Burger-Buns (Hamburger- oder HotDog-Brötchen)
Burger-Buns (Hamburger- oder HotDog-Brötchen)

Zutaten für ca. 15 Burger- oder HotDog-Brötchen:

  • 250 g Dinkelmehl, Typ 1050
  • 250 g Dinkelmehl, Typ 630
  • 2 El Rohrohrzucker
  • 1 1/2 Tl Salz
  • 1 Pckg. Trockenhefe ohne Emulgator
  • 250 ml Sojamilch
  • 50 ml Wasser, warm
  • 2 El Olivenöl
  • 1 El Sojasahne + 1 El Wasser
  • 2-3 El Sesam zum Bestreuen

Zubereitung:

Die Mehle in einer Schüssel mit dem Rohrohrzucker, Salz und der Trockenhefe mischen. Die Sojamilch mit dem warmen Wasser und dem Olivenöl verquirlen, zu den trockenen Zutaten geben und am Besten mit der Küchenmaschine oder dem Handrührgerät 5-10 Minuten kräftig durchkneten. Es sollte ein weicher geschmeidiger Teig sein, der etwas zu feucht ist, um ihn mit der Hand zu kneten.

Den Teig zu einer Kugel formen, etwas bemehlen und in der Schüssel abgedeckt mit einem Handtuch an einem warmen Ort ca. eine Stunde gehen lassen.

Dann den Teig auf die Arbeitsplatte geben und mit leicht bemehlten Händen kräftig durchkneten. Auf der Arbeitsplatte den Teig ausrollen bis er noch etwas 1 cm dick ist. Nun Kreise ausstechen oder die gewünschte Form mit einem scharfen Messer ausschneiden.

Die Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen, die Sojasahne mit dem Wasser verquirlen und die Teiglinge damit bestreichen. Nach Belieben Sesamkörner darüber streuen und alles nochmals mit einem Handtuch bedeckt an einem warmen Ort ca. 30 Minuten gehen lassen.

Im Backofen bei ca. 200 °C Ober- und Unterhitze ohne Vorheizen ca. 15 Minuten backen, je nach gewünschtem Bräunungsgrad. Genaue Backdauer hängt sehr vom Ofen ab, daher einfach zwischendrin kontrollieren.

Abkühlen lassen oder noch warm aufschneiden, belegen und genießen, yummy!

Et voilá!

Schneller Apfel-Streusel-Kuchen

Ich bin ein großer Fan von Apfelkuchen – auf Hefeteig, in Rührteig, mit Mürbteig, mit oder ohne Streusel, als Strudel, Crumble oder Muffin: Apfelkuchen ist toll! Vielleicht hängt meine Apfelkuchen-Liebe damit zusammen, dass ich leider eine Apfelallergie habe und daher niemals rohe Äpfel essen kann, dabei schmecken Äpfel sooooo gut…ich bin aber nur gegen rohe Äpfel allergisch, gekocht als Mus oder gebacken im Kuchen habe ich keinerlei Probleme und kann nach Herzenslust Äpfel essen. Super.

Letztens musste es also mal wieder Apfelkuchen sein, aber er musste schnell gehen, da ich eigentlich gar keine Lust zum Backen hatte. Da ist dieses Rezept wirklich am einfachsten: eine große Portion Streusel herstellen und einen Teil als Boden in die Form drücken, darauf die Füllung und den übrigen Teig als Streusel darüber. Perfekt! Schnell und unglaublich lecker :-) . Und da ich wirklich faul war an dem Tag, habe ich mir lediglich die Mühe gemacht, einen  Apfel zu schälen und klein zu schnibbeln und für die übrige Füllung einfach Apfelmark genommen. Gut war´s…

Das Rezept lässt sich übrigens ganz hervorragend variieren: man kann einen Teil des Mehls durch Haferflocken, gemahlene Mandeln oder gehackte Walnüsse ersetzen, wer mag, tut Rosinen in die Füllung, man kann auch nur Apfelmark oder nur Äpfel nehmen oder auch Kirschen oder anderes Obst oder…

Schneller Apfel-Streusel-Kuchen
Schneller Apfel-Streusel-Kuchen

Zutaten für eine Springform mit Durchmesser 18 cm (für eine 26cm-Form das Rezept einfach verdoppeln):

  • 175 g Weizenmehl Typ 1050 (alternativ Dinkelmehl Typ 812)
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 75 g Alsan (wer weichere Streusel mag, nimmt ca. 10 g mehr)
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 Tl Weinsteinbackpulver
  • 1 Tl Flower-Power-Blütengewürz (alternativ je 1/2 Tl Zimt und Vanille, gemahlen)
  • einige (wenige) Abriebe Muskatnuss
  • 1 großer Apfel (zB Boskopp oder Braeburn)
  • 350 g Apfelmark (ungesüßt oder gesüßt, je nach Geschmack)

Zubereitung:

Die trockenen Zutaten in einer Schüssel gut miteinander vermengen, die Alsan in kleinen Stücken zufügen und alles am Besten mit den Fingern kräftig miteinander verkrümeln und verkneten. Das dauert eine ganze Weile, da Alsan ziemlich fest ist, also nicht verzagen. Ich mag recht bröselige Streusel, wer sie weicher mag, nimmt etwas mehr Margarine.

Eine Springform mit Durchmesser 18 cm leicht einfetten, dann 2/3 des Streuselteiges in die Form geben, gleichmäßig andrücken und einen kleinen Rand hochziehen.

Den Apfel schälen, entkernen und in Würfel schneiden. Die Hälfte des Apfelmarks auf dem Teig in der Form verstreichen, die Apfelwürfel gleichmäßig darüber verteilen. Das restliche Apfelmark darüber verstreichen und den Rest dre STreusel gleichmäßig und abschließend auf der Füllung verteilen.

Den Kuchen bei ca. 180 °C Ober- und Unterhitze ca. 50 Minuten (ohne Vorheizen) backen, zwischendurch kontrollieren, damit die Streusel nicht schwarz werden (falls das droht, einfach mit Backpapier oder Alufolie abdecken).

Aus dem Ofen nehmen, etwas abkühlen und zB lauwarm mit kalter Vanille-Sahne oder Eis servieren. Schmeckt natürlich auch super komplett abgekühlt und pur.

Et voilá!

Apfel-Möhren-Walnuss-Muffins

Lange keine Muffins mehr gemacht. Beziehungsweise keine, die ich hier noch nicht verbreitet habe, denn tatsächlich mache ich sehr häufig welche…Jedenfalls habe ich mich doch wirklich noch NIE getraut, in einem süßen Kuchen/Muffin ein Gemüse wie zB Möhren zu verbacken. Und das, obwohl es ja den recht bekannten Rübli-Kuchen, also Möhren-Kuchen, gibt. Ich habe den aber noch nie gegessen (was der Bauer nicht kennt und so…). Keine Ahnung, warum, aber das hat mich nie gereizt. Möhren und Mandeln und Zimt in einem Kuchen??? Und das soll schmecken?!

Naja, der Rübli-Kuchen ist mir immer noch etwas suspekt, da ich keine Zimt-Freundin bin (außer bei Zimtschnecken!) und Angst habe, dass der durch die vielen Mandeln nach Marzipan schmeckt und ich kann Marzipan überhaupt gar nicht und in keiner Form ausstehen.

Außerdem wollte ich noch etwas Frisches mit im Teig haben und bin dann auf die Idee mit den Äpfeln gekommen. Um der Marzipan-Angst vorzubeugen, habe ich gemahlene Walnüsse genommen und für den “Biss” Cashews. Und keinen Zimt! Weihnachten ist (für mich zum Glück) vorbei.

Herausgekommen sind diese exorbitant leckeren veganen Apfel-Möhren-Walnuss-Muffins. Oh Mann, es haut mich echt um, wie gut die sind! Und wie verdammt lecker die Kombination von Möhren, Äpfeln und Nüssen ist! Manchmal bin ich echt dämlich verbohrt…15 Jahre veganes Leben und erst jetzt kommt auch bei mir an, dass das super lecker ist *seufz*. Aber besser spät als nie. Jedenfalls habe ich meine neuesten Lieblingsmuffins entdeckt – sie schmecken sehr saftig (durch die Möhren), schön fein nussig (durch die gemahlenen Walnüsse) und dabei fruchtig und leicht erfrischend (durch die Äpfel). Eine Wahnsinns-Kombi. Ich habe alle binnen zwei Tagen aufgegessen und hätte noch mehr verputzt, wenn noch mehr da gewesen wären. Und selbst mein Liebster mochte die Dinger, obwohl er anfangs ganz skeptisch geschaut hat und kein Apfel-Fan ist. Probiert diese Muffins unbedingt aus, es lohnt sich (und macht nicht denselben Fehler wie ich und wartet damit 15 Jahre…).

Apfel-Möhren-Walnuss-Muffins
Apfel-Möhren-Walnuss-Muffins

Zutaten für 6 große Muffins (oder 8 kleine):

  • 50 g Walnüsse
  • 1 große Möhre (ca. 100 g)
  • 100 g Weizen- oder Dinkelmehl Typ 1050 (alternativ: helles glutenfreies Mehl und 1/2 Tl mehr Backpulver)
  • 1 El Kartoffelmehl (oder Speisestärke)
  • 1 El Tapiokastärke (oder Speisestärke)
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 2 El Cashewnüsse, geröstet und gesalzen
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 1/2 Tl Natron
  • 1 Msp. Vanille, gemahlen
  • 1 El Zitronensaft
  • 50 ml Raps- oder Sonnenblumenöl (neutrales Öl!)
  • 100 ml Sojamilch
  • 1 eher großer Apfel (Boskopp oder Braeburn eignen sich gut)
  • optional: etwas Zimt (ich habe keinen verwendet)

Zubereitung:

Die Walnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Fett etwas anrösten bis sie anfangen zu duften (Vorsicht, das dauert nicht lange und sie werden schnell zu schwarz, daher unbedingt dabei bleiben und die Nüsse sofort aus der Pfanne nehmen, wenn sie fertig sind). Dann fein mahlen und in eine Rührschüssel geben. Die Möhre schälen und so fein wie möglich raspeln oder zerheckseln.

Die Cashewnüsse grob hacken und zusammen mit den übrigen trockenen Zutaten zu den gemahlenen Walnüssen in die Schüssel geben. Alles gut durchmischen, dann die geraspelten Möhren zugeben.

Die Sojamilch mit dem Öl und dem Zitronensaft verquirlen und auch in die Schüssel geben. Den Apfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Zu den anderen Zutaten geben und alles mit einem Löffel vermengen, so dass einschwer reißender Teig entsteht. Nicht zu lange oder zu kräftig rühren, es soll einfach nur alles vermengt sein, kleine Klümpchen machen gar nichts.

Papierförmchen in ein Muffinblech stellen (oder Silkonformen verwenden) und den Teig einfüllen – für große Muffins die Förmchen fast bis zum Rand füllen, für kleinere Muffins die Formen zu 2/3 füllen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180-200 °C Ober- und Unterhitze ca. 20 Minuten backen bis die Muffins schön aufgegangen und goldbraun sind. Zur Sicherheit die Stäbchenprobe machen und ggf. die Backzeit anpassen.

Et voilá!

Dinkel-Wurzelbrot

Ich liebe selbstgebackenes Brot. Und seit Jahren kaufe ich nur höchst selten welches, meist mache ich Sauerteigbrot mit Körnern, aber manchmal muss es für mich auch Hefebrot sein. Allerdings mag ich kein Weißbrot. Immer nur Roggenvollkornbrot ist aber auch doof, denn manchmal habe ich einfach Appetit auf Baguette oder Ciabatta, in einer leicht vollkorn-angehauchten Variante.

Wie dieses Wurzelbrot. Durch Zufall habe ich beim Durchstöbern anderer blogs hierzu einen Beitrag gefunden und da das Brot genauso aussieht, wie das Slow-Baking-Bred vom Finnenbäcker in Osnabrück, was sooo lecker ist, wollte ich das Rezept unbedingt ausprobieren. Allerdings mag ich lieber Dinkel als Weizen und mehr Roggenvollkornmehl und vor allem welches im Teig und nicht nur zum Wälzen. Außerdem habe ich die Zubereitung abgewandelt und letztendlich ist nur die Form geblieben, aber das ist auch mit das Tollste.

Nee, das Brot selber ist toll: eine lecker knusprige Kruste und eine großporige weiche Krume, himmlisch! Allerdings braucht es etwas Geduld, da nur sehr wenig Hefe verwendet wird und der Teig kühl geht, aber erstens lohnt es sich wirklich für das Ergebnis und zweitens habe ich den Teig abends gemacht, dann über Nacht gehen lassen und morgens gleich gebacken (ohne nochmaliges Gehen), von daher…

Ach so, Wurzelbrot heißt es nicht, weil Wurzeln verarbeitet werden, sondern einfach nur der gedrehten Form wegen, die an Baumwurzeln und verknöcherte Äste erinnert, richtig schön rustikal.

Dinkel-Wurzelbrot
Dinkel-Wurzelbrot

Zutaten für ein schmales Brot:

  • 200 g Dinkelmehl Typ 630 oder 812
  • 50 g Roggenvollkornmehl
  • 170 ml kaltes Wasser
  • 1/2 Tl Trockenhefe
  • 3/4 Tl Salz
  • 2 El Roggenvollkornmehl für die Arbeitsplatte

Zubereitung:

Alle Zutaten zusammen in die Küchenmaschine geben und mindestens 10 Minuten kräftig durchkneten, bis sich alles zu einem weichen, leicht klebrigen Teig verbunden hat und das Gluten so richtig gut heraus geknetet ist. Mit den Händen lässt sich der Teig nicht kneten, da er zu feucht ist. Man sollte auch auf keinen Fall mehr Mehl zugeben, denn durch den geringen Hefeanteil würde das Brot dann nicht aufgehen.

Den Teig in der Schüssel abdecken (am Besten mit einem Deckel oder Folie) und an einem nicht-warmen Ort (also zB in der ungeheizten Küche oder so, halt nicht an der Heizung oder im warmen Wohnzimmer oder Ofen, aber auch nicht im Kühlschrank!!) 12-15 Stunden (am Besten über Nacht) stehen lassen, der Teig sollte nach der Zeit dutlich an Volumen zugelegt haben.

Den Backofen auf 240 °C Ober- und Unterhitze stellen und vorheizen. In der Zwischenzeit die Arbeitsplatte mit dem Roggenvollkornmehl gut bestreuen, dann den Teig aus der Schüssel nehmen, NICHT kneten!! Den Teig ganz leicht in dem Mehl rundum wälzen (der Teig ist sehr weich), dann mehrmal aus der Mitte heraus um sich selbst zwirbeln, so dass die typische Wurzelform entsteht.

Den geformten Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und sofort in den heißen Ofen schieben, auf keinen Fall nochmal gehen lassen, da der Teig binnen weniger Minuten völlig in die Breite laufen würde, so dass man nur noch einen Fladen hätte. er muss sofort gebacken werden.

Nach zehn Minuten die Temperatur auf ca. 190 °C reduzieren und das Brot weitere 20 Minuten backen. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen und möglichst frisch mit allerlei lecker Aufstrichen o.ä. genießen.

Et voilá

Gemüse-Linsen-Lasagne

Heute gibt´s mal wieder ein veganes Rezept für deftiges Essen – das in meinen Augen perfekte Ekel-Kalt-Wetter-Wochenend-Yummy-Essen: Lasagne!! Dieses Mal nicht ganz so klassisch wie hier, sondern mit einer Gemüse-Tomaten-Sauce und Du-Puy-Linsen. Die Linsen harmonieren gut mit der kräftigen Tomatensauce und geben neben dem nötigen Eiweiß-Kick einen sehr angenehmen Biss.

Ich habe diese Lasagne auch schon mit roten Linsen gemacht und fand sie nichtmal halb so lecker wie mit kleinen Berg- oder Du-Puy-Linsen, denn die roten Linsen verkochen zu schnell (sie haben eine wirklich geringe Garzeit, was ich sonst an ihnen sehr schätze!) und man hat einen Linsen-Brei zwischen den Lasagne-Platten, das ist nicht so meins. Von daher finde ich diese Variante mit kleinen grünen oder braunen Linsen deutlich gelungener, da sie genügend Zeit haben, um zu garen, aber eben nicht zu verkochen.

Um dem gesunden Aspekt noch mehr Genüge zu tun, habe ich wieder Vollkorn-Lasagneplatten verwendet, ich finde die toll! Und für mich wirken sie sich in keiner Weise negativ auf das Yummy-Gefühl aus, von daher…aber man kann natürlich genauso gut die Nicht-Vollkorn-Variante nehmen. Da ich keine Lust hatte, neben der Béchamelsauce noch einen Hefeschmelz zu machen und die Lasagne auch nicht so fettig haben wollte, habe ich einfach eine sehr würzige Béchamel gemacht, mit Gemüsebrühe und Hefeflocken – quasi eine Kombination aus Béchamel und Hefeschmelz. Hat super funktioniert, mach´ich wieder.

Gemüse-Linsen-Lasagne
Gemüse-Linsen-Lasagne

Zutaten für 4 Personen:

  • 250 g Vollkorn-Lasagneplatten ohne Vorkochen
  • 2 mittelgroße Möhren
  • 1 mittelgroße Zucchini
  • 1 große Zwiebel
  • 1/8 Stück Knollensellerie
  • 1 Knoblauchzehe
  • 2 El Olivenöl
  • 150 g kleine grüne oder braune Linsen (Berglinsen/Du Puy-Linsen/Champagner-Linsen o.ä., KEINE roten Linsen)
  • 1 kl. Dose geschälte Tomaten
  • 1 Pckg. passierte Tomaten (500 ml)
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • 1 El Rohrohrzucker
  • je 1 Tl Majoran, Thymian und Basilikum, getrocknet
  • 3 El Alsan (gehäuft)
  • 5 El Weizenmehl, Typ 550 oder 1050
  • 500 ml Sojamilch
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Tl Muskatnuss, frisch gerieben
  • 2 El Hefeflocken
  • 1/2 Tl Senf, mittelscharf

Zubereitung:

Die Zucchini, Möhren, Zwiebel und den Sellerie putze, waschen, ggf. schälen und in feine kleine Würfelchen schneiden (möglichst ähnlich groß). Den Knoblauch ebenfalls schälen und fein würfeln. Die Dosentomaten vom Strunk befreien und grob zerkleinern.

In einer großen beschichteten Pfanne das Olivenöl erhitzen und zunächst die Möhren-, Zucchini- und Sellerie-Würfel darin einige Minuten unter Rühren scharf anbraten. Dann die Zwiebelwürfel zufügen und einige Minuten mit braten, das Gemüse darf ruhig etwas Farbe nehmen. Ganz zuletzt den Knoblauch in die Pfanne geben, verrühren und die zerkleinerten Tomaten samt Saft zufügen, ebenso die passierten Tomaten und die Gemüsebrühe. Alles gut vermengen, mit Pfeffer, Salz, Rohrohrzucker und dne getrockneten Kräutern würzen. Die Linsen zufügen und die Sauce auf kleiner Hitze, am Besten mit Deckel einige Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit die Béchamelsauce zubereiten:  hierfür die Alsan in einem ausreichend großen Topf bei mittlerer Hitze schmelzen (nicht wirklich heiß werden lassen!), sobald alles geschmolzen ist, das Mehl mit einem Schneebesen einrühren. Unter ständigem Rühren die Sojamilch und die Gemüsebrühe zufügen. Alles kräftig mit Pfeffer, Salz, Muskat, Hefeflocken und Senf würzen und unter Rühren aufkochen lassen. Würzig abschmcken, die Sauce sollte einen Tick zu salzig sein, da die Lasagneplatten viel Würze “aufsaugen”.

Eine große rechteckige Auflaufform einfetten, auf den Boden etwas Gemüse-Tomaten-Linsen-Sauce geben, darauf eine Lage Lasagneplatten, dann Gemüse-Tomaten-Linsen-Sauce, Béchamelsauce und wieder Lasagneplatten. So lange schichten, bis Platten und Sauce verbraucht sind, unbedingt mit viel Béchamelsauce abschließen, damit die Lasagne nicht austrocknet.

Im vorgeheizten Backofen bei 200 °C Ober- und Unterhitze ca. 50 Minuten backen (am Besten Backpapier unterlegen, denn die Sauce läuft oft und gerne über…) bis die gewünschte Bräunung erreicht und alles schön knusprig überbacken ist. Einige Minuten stehen lassen, dann anschneiden, servieren und genießen.

Et voilá!

Feine Dinkel-Brötchen mit Tangzhong

Mit was??? Mit Tangzhong. Ein tolles Wort :-) . Das ist asiatisch für wasweißdennich…ich kann weder chinesisch noch japanisch oder vietnamesisch. Aber ich weiß, was sich dahinter verbirgt: nämlich ein Vorteig. Im Gegensatz zu sonstigen Vorteigen (wie zB die italienische “Biga”, wo Mehl, ganz wenig Hefe und Wasser für 12 Stunden gären und reifen), wirkt sich Tangzhong rein gar nicht auf den Geschmack aus, sondern ausschließlich auf die Konsistenz des Teiges.

Hierfür ist kein Gären oder Reifen notwendig, sondern man nimmt zB 25g Mehl (egal ob Dinkel oder Weizen und egal ob Vollkorn oder ausgemahlen), verrührt es mit der 5fachen Menge Wasser (hier also 125 ml) und erhitzt das Ganze unter ständigem Rühren in einem kleinen Topf. Der Pamps darf aber auf keinen Fall kochen, sondern nur auf ca. 60 – 65 °C erhitzt werden, nicht mehr. Bei genau dieser Temperatur fängt nämlich die Stärke im Mehl an zu gelieren und das Ganze wird leicht eingedickt. Durch diesen Vorgang passiert irgendwas im Mehl, was ich nicht erklären kann (ich bin eine Nulpe in Chemie und es interessiert mich leider auch nicht die Bohne…ich bin nur am Ergebnis interessiert). Durch die Verwendung dieses Vorteiges (Tangzhong) werden Hefeteige, egal ob süß oder herzhaft, wahnsinnig fluffig und weich, unglaublich! Und ich bin ja eh schon so begeistert ganz grundsätzlich von Hefeteigen, aber die Konsistenz mit Tangzhong: wirklich beeindruckend.

Probiert es aus, es lohnt sich! Und es ist auch nicht so kompliziert, wie es sich vielleicht anhört, ich selber habe zB kein Küchen-/Koch-Thermometer, sondern warte einfach, bis der Tangzhong leicht eindickt und nehme den Topf dann sofort vom Herd, damit klappt das Ganze super, man muss nur für die Zeit direkt dabei sein.

Mein erster Versuch damit waren diese Dinkel-Brötchen, die durch diesen Vorteig trotz Verwendung von Vollkornmehl soooo saftig und fluffig geworden sind, zum Reinsetzen. Mittlerweile habe ich den Tangzhong auch in Hefeschnecken getestet und auch hier: grandios. Ich glaube, das wird für Hefeteige mein neuer Liebling.

Feine Dinkel-Brötchen mit Tangzhong
Feine Dinkel-Brötchen mit Tangzhong

Zutaten für 7 Brötchen:

  • 25 g Weizenmehl Typ 550 (oder Dinkelmehl Typ 630)
  • 125 ml Wasser
  • 200 g Dinkelvollkornmehl
  • 100 g Weizenmehl Typ 550 (oder Dinkelmehl Typ 630)
  • 1 gehäuften Tl Salz
  • 1 El Rohrohrzucker
  • 1/4 Würfel Frischhefe
  • 50 ml Wasser, lauwarm
  • 2 El Olivenöl
  • evtl Kerne zum Bestreuen

Zubereitung:

Zunächst das Mehl und das Wasser für den Tangzhong in einem kleinen Topf mit dem Schneebesen verquirlen. Unter ständigem Rühren auf 60 – 65 °C erhitzen bis das Wasser-Mehl-Gemisch leicht eindickt, dann sofort von der Herdplatte nehmen, es darf nicht kochen! Abdecken (damit sich keine Haut bildet) und etwas abkühlen lassen.

In einer Rührschüssel die Mehle für den Teig mit dem Salz vermengen, in die Mitte eine Mulde machen und hier die Hefe hinein bröseln. Den Rohrohrzucker darüber streuen und mit dem lauwarmen Wasser zu einem Vorteig verrühren und zehn Minuten gehen lassen.

Das Olivenöl sowie den Tangzhong zufügen und alles mit der Hand, dem Handrührgerät oder der Küchenmaschine einige Minuten kräftig durchkneten, so dass ein geschmeidiger und weicher Teig entsteht. Der Hefeteig ist relativ klebrig, ich habe ihn daher mit der Maschine geknetet, ansonsten die Hände immer wieder mit etwas Mehl bestäuben, der Teig sollte aber auf gar keinen Fall trocken sein, daher nicht zu viel Mehl zufügen.

Abgedeckt an einem nicht-kalten Ort etwa eine Stunde gehen lassen bis er sein Volumen mindestens verdoppelt hat. Herausnehmen, nochmals kräftig durchkneten und in sieben gleich große Teile teilen (oder wie viele Brötchen man auch immer haben möchte – bei mir waren es sieben, da ich eine kleine Brötchen-Sonne gemacht habe), zu Brötchen formen und entweder in genügend Abstand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen oder (so habe ich´s gemacht) eine große Springfrom etwas einfetten, die Brötchen mit Abstand zueinander als Sonne drapieren, so dass sie beim Aufgehen und späteren Backen aneinander kleben.

Die Brötchen mit Wassre einpinseln und nach Belieben mit Körnern oder Saaten bestreuen, mit einem Handtuch abdecken und an einem warmen Ort nochmals 30 Minuten gehen lassen bis sie ihr Volumen etwa verdoppelt haben.

Im Backofen bei ca. 200 °C Ober- und Unterhitze ohne Vorheizen ca. 15-20 Minuten backen lassen. Zwischendrin kontrollieren, da die Backzeit sehr vom Ofen abhängt, sie sind fertig, wenn sie schön goldbraun sind und beim Draufdrücken nicht mehr nachgeben.

Etwas auskühlen lassen und möglichst frisch genießen.

Et voilá!