Göttliche Mandel-Mayonnaise

Seitdem ich vegan lebe, mag ich Mayo. Lustig, oder?! Denn vorher konnte ich sie nicht ausstehen – keine Ahnung, warum…mittlerweile liebe ich Pommes mit Ketchup und Mayo, Kartoffelsalat mit Mayo oder Mayonnaise als Basis für köstliche Burgersauce. Manchmal kaufe ich sie fertig im Glas (es gibt ein paar Marken, die ich ganz ok finde), um kurzfristig darauf zurückgreifen zu können, aber meistens mache ich sie selber.

Bisher immer nach diesem Rezept. Selbstgemachte Mayo schmeckt einfach um Längen besser und frischer als gekaufte, außerdem ist die Zutatenliste sehr überschaubar und man kann sie ganz nach eigenem Geschmack zubereiten und variieren. Günstiger isses auch noch deutlich.

Mein bisheriges Rezept für vegane Mayonnaise hat allerdings ein paar “Nachteile”: erstens enthält es Soja, wogegen manche allergisch sind und was manche aus anderen Gründen meiden. Zweitens benötige ich dafür zwingend neutrale Sojamilch, die ich nicht ständig vorrätig habe und die ich auch sonst nur für wenige Dinge nutze, weswegen ich dann immer nicht weiß, was ich jetzt mit dem Rest machen soll. Und drittens: sie ist nicht absolut gelingsicher, leider. Das kann man ja aus den Kommentaren herauslesen und auch ich hatte schon gelegentlich den Fall, dass sie einfach nicht emulgiert und fest geworden ist. Und das kann schon sehr ärgerlich sein, finde ich…

Daher habe ich in den letzten Wochen ein neues Rezept entwickelt und getestet, so dass ich euch mit Stolz die göttliche Mandel-Mayonnaise präsentieren kann 😀 . Basis ist weißes Mandelmus (ich mache es einfach selber, das ist deutlich günstiger), Wasser und Gewürze. Das Ganze wird mit Öl emulgiert und ihr erhaltet eine cremige stich- und standfeste vegane Mayonnaise der Extraklasse! Kein Soja, kein Beigeschmack, alle Zutaten kommen aus dem Vorrat und das Beste: ABSOLUT gelingsicher. Diese Mayo ist mir tatsächlich noch nie misslungen. Und der Geschmack ist einfach oberköstlich. Ich könnte sie löffeln…für mich die perfekte vegane Mayo. Dazu ist sie binnen zwei Minuten gemacht und kann sofort verwendet werden (auch, wenn sie etwas durchgezogen noch besser schmeckt und noch fester wird).

Ich bereite sie im Hochleistungsmixer zu, da gelingt sie immer. Versuche mit dem Pürierstab habe ich noch nicht gemacht, aber ich würde Mandelmus, Wasser und Gewürze kurz in einem hohen Gefäß mixen, dann den Pürierstab reinstellen, auf volle Power und langsam das Öl einlaufen lassen, ohne den Pürierstab zu bewegen. Erst, wenn alles Öl drin ist, den Pürierstab langsam auf und ab bewegen. So sollte es klappen. Zur Not noch mehr Öl nehmen.

Also, lasset die Burger-, Pommes-, Kartoffelsalat und Grill-Saison beginnen! Hier ist das Basis-Rezept für die göttlichste Mayo, die ich kenne.

Mayo

 

Zutaten für ca. 300 g:

  • 50 g weißes Mandelmus
  • 100 g Wasser, kalt (aus dem Hahn reicht aus, es muss nicht extra kalt sein)
  • 1/2 Tl Salz
  • 1/2 Tl Gemüsebrühpulver (alternativ Kräutersalz oder etwas mehr normales Salz)
  • 1 Tl Senf, mittelscharf
  • 2 Tl Zitronensaft, Apfelessig oder Weißweinessig
  • ca. 125 g Öl (ich nehme geschmacksneutrales Bratöl)

Zubereitung:

Das Mandelmus mit dem Wasser, Salz, Gemüsebrühpulver, Senf und Zitronensaft/Essig in den Mixer geben und alles kurz durchmixen.

Den Mixer auf eine hohe Stufe einstellen und ca. 2 Minuten mixen. Währenddessen durch den Deckel von oben langsam in dünnem Strahl das Öl einfließen lassen. So lange weitermixen bis die Masse merklich andickt. Abschmecken, nach Belieben nachwürzen und die Mandel-Mayonnaise für 1-2 Stunden in den Kühlschrank stellen (man kann sie aber auch sofort verwenden).

Dann nach Belieben weiterverarbeiten.

Et voilà!

Cashew-Schmelzkäse mit Paprika

Kennt ihr diesen (unveganen) Schmelzkäse in so einem kleinen Plastik-Bottich?! Schmeckt ganz arg künstlich durch viele Schmelzsalze und diverse andere unleckere Dinge. Und sind natürlich nicht vegan. Aber früher (also, vor 20 Jahren…) habe ich diesen Schmelzkäse geliebt und pur aus der Packung gelöffelt! Die Konsistenz ist sehr cremig zäh, hat rein gar nichts mit Frischkäse zu tun, sondern eben mit Schmelzkäse.

Nachdem ich hier schon meinen perfekten veganen Frischkäse entwickelt habe, musste nun also auch ein veganes Pendant zum Schmelzkäse her. Logisch, oder?! Dieses Mal habe ich Cashews genommen, da sie von sich aus schon so einen schmelzigen Geschmack mitbringen gepaart mit einer leichten Süße. Damit eignen sie sich hervorragend dafür! Für die käsige, leicht stinkige, Note habe ich helles Miso und Hefeflocken genommen.

Habt ihr das schon mal ausprobiert? Es ist gigantisch, wie käsig Saucen oder Aufstriche werden, die mit Miso und Hefeflocken gewürzt werden – soooooo lecker und unglaublich “umami”. Dadurch wird der Geschmack wunderbar rund und vollmundig und zumindest bei mir bekommt der Aufstrich damit genau denselben Sucht-Faktor wie früher der unvegane. Ich könnte ihn tatsächlich einfach pur löffeln :-) .

Der vegane Schmelzkäse kann mit verschiedenen Geschmacksrichtungen variiert werden, ich habe mich heute für geröstete Paprika entschieden. Harmoniert prima. Eingelegte Tomaten stelle ich mir auch toll vor. Oder Schnittlauch, Curry, Röstzwiebel wasweißich.

Ach, und natürlich eignet sich der vegane Cashew-Schmelzkäse auch prima als Gemüse-Dip, als Unterlage für Flammkuchen oder auch als Basis für eine käsige Sauce. Probiert es aus!

Cashewkäse

Zutaten für ca. 400 g Schmelzkäse-Aufstrich:

  • 150 g Cashews, natur
  • 30 g Miso, hell (Shiro Miso)
  • 20 g Hefeflocken
  • 30 g Kokosfett, geschmacksneutral (alternativ geschmacksneutrales Raps- oder Sonnenblumenöl, dann aber 10 g weniger Wasser nehmen)
  • 100 g rote Paprika, geröstet (selber gemacht oder aus dem Glas)
  • 50 g Wasser
  • ca. 1/2 Tl Salz

Zubereitung:

Die Zubereitung ist denkbar einfach!

Wer einen Hochleistungsmixer hat, übergießt die Cashews in einer Schüssel mit kochendem Wasser und lässt sie ca. 30 Minuten stehen.

Ohne Hochleistungsmixer sollten die Cashews etwa 8 Stunden eingeweicht werden.

Die Cashews in einem Sieb abgießen und mit frischem Wasser gut abspülen. Das Kokosfett im Wasserbad vorsichtig schmelzen.

Alle Zutaten zusammen in den Mixer geben und auf höchster Stufe ca. 2 Minuten mixen bis eine glatte cremige Masse entstanden ist. Alternativ alle Zutaten in eine Schüssel geben und solange mit dem Pürierstab pürieren bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist (kann sein, dass es dann nicht völlig glatt wird, aber das tut dem Geschmack keinen Abbruch).

In eine Schale mit Deckel oder ein Glas geben und den Aufstrich im Kühlschrank 1-2 Stunden durchziehen und etwas fester werden lassen.

Et voilà!