Kürbis-Pizza

Ich habe gelogen. Schamlos! Mehrmals! Aber ich wusste es einfach nicht besser…

Vor drei Jahren, zwei Jahren und auch vor einem Jahr noch habe ich steif und fest behauptet, ich möge nur sehr ungern Kürbis 😮 ! Dabei stimmt das gar nicht. Ok, bis dahin stimmte es vielleicht, aber wahrscheinlich hatte ich nur nicht die richtige Zubereitungsart kennengelernt, denn mit einer langweiligen Kürbissuppe kann man mich auch immer noch nicht so wirklich hinter dem Ofen vorlocken.

Aus irgendeinem Grund kam ich aber trotz meiner Kürbis-Ambivalenz jedes Jahr auf´s Neue nicht um die Dinger herum! Ich glaube, sie haben mich durch ihr harmloses Äußere, aber vor allem die Farbe verführt. Denn so einem knalle-orangenen wohlgeformten Hokkaido kann ich nicht widerstehen und muss ihn einfach mitnehmen! Tja, und zu hause fällt mir dann ein, dass ich Kürbis doch gar nicht soooo mag…Schlau ist anders.

Wobei meine Oberflächlichkeit wohl mein Glück war, denn so musste ich mich mit neuen Zubereitungsarten auseinandersetzen. Zunächst wurde der Kürbis in Suppen untergeschummelt, dann wurde ich mutiger und er durfte als Ofengemüse mitmachen. Himmel, war das lecker!! Vom kleinen Nebendarsteller hat er dann irgendwann die Kartoffel in der Hauptrolle verdrängt und mittlerweile ist er der Star und das restliche Gemüse darf halt auch mitspielen.

So bin ich auf den Geschmack gekommen und traute mich an Zitronenkürbis aus dem Ofen gefüllt mit Tomaten, was herrlich war! (Rezept ist aus einem Buch und daher nicht hier auf dem Blog). Somit war die Erkenntnis geboren, dass das Rösten im Ofen wohl mein Kürbis-Geschmacks-Geheimnis ist!

Die Kürbis-Saison ist zwar relativ vorbei, aber sowohl in meiner Gemüsekiste als auch im Hofladen um die Ecke bekomme ich nach wie vor Hokkaido aus eigenem Anbau, so dass ich weiter meiner neu entdeckten Liebe fröhnen kann. Und was liegt näher als Ofen und Pizza?? Genau. Nichts. Denn sowohl der Liebste als auch ich finden Pizza großartig, wobei ich eher der Flammkuchen-Typ bin und er mehr auf die klassische Pizza steht. Daher gibt es heute das Beste aus beiden Welten: Kürbis-Pizza!!

Knuspriger Teig, bestrichen mit einer würzigen hellen Creme aus Hafersahne und Cashewmus, die wunderbar käsig überbackt (oder unterbackt, denn sie ist ja die Basis…), darauf gedünsteter Lauch mit herrlichen sonnengetrockneten Tomaten und als Clou die marinierten Kürbis-Spalten. Ein Traum!! Ich hätte nie gedacht, dass das soooooo gut schmeckt. Da ich oller Schisser mal wieder Bedenken hatte, ob ich die Kombi mag, habe ich einen Teil statt mit Kürbis mit Champignons belegt, was auch gut war, aber die Pizza mit Kürbis ist um Lääääääängen besser. Der Belag harmoniert einfach perfekt. Also, traut euch! Schmeckt sowohl warm als auch kalt und ist einfach nur oberköstlich.

Kürbispizza

Zutaten für 2 Backbleche:

  • 500 g Weizenmehl Typ 1050 (550 oder 405 geht auch :-) )
  • 100 g Hartweizengrieß
  • 2 Tl Salz
  • 1 Tl Rohrohrzucker
  • 1 Pckg. Trockenhefe
  • 2 El Olivenöl
  • 350 g (ja, Gramm!) Wasser, lauwarm
  • 2 große (recht dicke) Stangen Lauch (ca. 700 g)
  • 1 mittlerer Hokkaido-Kürbis (ca. 800 g)
  • 100 g getrocknete Tomaten in Öl (ohne das Öl…)
  • 4 El Olivenöl
  • 2 Tl Thymian, getrocknet
  • Salz, Pfeffer
  • 250 ml Hafersahne
  • 100 ml Wasser
  • 1 El Speisestärke
  • 2 El Cashewmus (alternativ Mandelmus, weiß)
  • 1 El Zitronensaft
  • 1/2 Tl Senf, mittelscharf
  • 3 El Hefeflocken
  • Salz, Pfeffer, Kräutersalz
  • 1 Tl Gemüsebrühpulver

Zubereitung:

Das Mehl mit dem Hartweizengrieß in einer großen Schüssel mischen. In der Mitte eine Mulde formen, dort die Trockenhefe hineingeben und auch den Rohrohrzucker. 50 ml des lauwarmen Wasser zufügen und alles mit einem kleinen Löffel grob zu einem Vorteig vermengen (ich mache auch  mit Trockenhefe immer einen kleinen Vorteig, da ich finde, dass der Teig dann besser geht und schöner wird). Den Hefe-Ansatz in der Mulde ca. 10 Minuten ruhen lassen.

Dann das restliche Wasser, Salz und Olivenöl zufügen und alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handmixers 3-5 Minuten auf kleiner Stufe zu einem geschmeidigen glatten Teig verkneten.

Abgedeckt an einem warmen Ort mindestens eine Stunde gehen lassen. Der Teig kann auch problemlos länger (oder auch über Nacht) stehen, dann nur kühl, damit die Hefe langsam arbeitet.

In der Zwischenzeit den Belag zubereiten. Hierfür den Lauch in feine Halbringe schneiden und in einer beschichteten Pfanne in 2 El Olivenöl bei mittlerer Hitze unter häufigem Rühren dünsten/anbraten. Er sollte nur wenig Farbe nehmen.

Die getrockneten Tomaten würfeln und unter den Lauch heben. Den Kürbis mit Schale in dünne Scheiben schneiden und in einer Schüssel mit den restlichen 2 El Olivenöl, Salz, Pfeffer und Thymian vermengen. Kurz marinieren lassen bis der Teig und der restliche Belag fertig sind.

Für die Creme Hafersahne mit Cashewmus, Wasser und Speisestärke glattrühren. Mit Zitronensaft, Senf, Hefeflocken, Salz, Pfeffer und Gemüsebrühe würzen und ggf nochmals kräftig mit Kräutersalz abschmecken.

Den gegangenen Teig kräftig durchkneten, halbieren und auf der bemehlten Arbeitsfläche in Backblechgröße ausrollen. Auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche geben. Die gesamte Creme gleichmäßig auf den Teigböden verteilen (nicht wundern, sie ist sehr flüssig – wird aber beim Backen fester und macht alles schön saftig).

Die Lauch-Tomaten-Mischung auf die Creme geben und möglichst glattstreichen, dann die Kürbisscheiben darauf verteilen (die Scheiben sollten sich nicht oder nur wenig überlappen, da sie sonst nicht gar werden).

Die Pizzen nacheinander im vorgeheizten Backofen bei ca. 200°C Ober- und Unterhitze 25-30 Minuten backen (im unteren Drittel des Ofens) bis sie schön knusprig und leicht gebräunt sind.

Et voilà!

zuckerfreie Zimtknoten mit Haselnuss-Mus

Ich bin nicht in der Versenkung verschwunden, sondern nur im chaotischen Alltag, der leider gerade mal wieder sehr wenig Raum für mein liebstes Hobby lässt…Natürlich wird hier gekocht und auch gebacken, aber meist schnelle Sachen, die wenig ansehnlich sind bzw selbst wenn sie doch ganz fotogen sind, so schaffe ich es selten, tatsächlich Fotos zu machen. Ich glaube, alle Mütter mit sehr aktiven Einjährigen, die Schlaf hassen (die Einjährigen, nicht die Mütter 😉 ), wissen, wovon ich spreche.

Wie ihr wisst, bin ich ja leidenschaftlicher Schweden-Fan (dieses Jahr ging es leider nicht dahin, aber hoffentlich nächstes Jahr wieder!) und von unserem Aufenthalt in Uppsala letztes Jahr (“Ein Student aus Uppsalalala, Uppsalalalalaaaa…” Den Ohrwurm gibt´s gratis dazu 😀 ) letztes Jahr habe ich den Geschmack von gar köstlichen Kanelknuter mitgebracht. Dabei handelt es sich um Zimtknoten, die weniger süß sind als Zimtschnecken und durch ihre Form und die gestapelten Lagen echt anders schmecken, obwohl sie ähnliche Zutaten enthalten. In Uppsala gibt es nämlich die größten und besten und köstlichsten Zimtknoten der Welt! Es sind so einige damals in meinem Bauch gelandet…

Diese Kanelknuter wollte ich schon längst mal nachbacken – eigentlich ganz klassisch mit Rohrohrzucker und Margarine. Allerdings gibt es in unserem Haushalt ja nun seit einiger Zeit M., der alles gehörig auf den Kopf stellt und vor allem, genau DAS will, was mein Mann oder ich gerade haben/essen. Finde ich auch völlig verständlich und meist sehr süß, aber nicht alles, was wir essen, ist kleinkind-geeignet. Von der Konsistenz her schon, denn er hat schon fast alle Zähne und als Teilzeit-BLW-Kind kann er sehr gut kauen und kennt so ziemlich alle Konsistenzen, die es gibt. Aber ich möchte ihm zB noch keinen Zucker geben. Einmal, weil ich ihn nicht so früh an den zuckersüßen Geschmack gewöhnen möchte (süß ist ok, aber eben nur frucht-süß oder nussmus-süß), weil er dann immer mehr möchte, aber vor allem, weil ich ihn nicht unnötig aufputschen möchte. Das Kind ist mir definitiv aktiv genug! Daher gibt es für ihn weder Zucker noch Kakao. Stattdessen backe ich zB mit pürierten reifen Bananen, pürierten Datteln oder auch Reissirup und statt Kakao  gibt es Carob (alles nur für ihn und meinen Mann, denn ich mag weder Bananen noch Carob…aber die beiden lieben es).

Wir haben zwar die halbe Wohnung voll mit kindgerechtem Knabberkram, Obst, Fruchtschnitten, Obstpürees, Karottenkeksen etc., aber ich wollte mal was backen, was uns Eltern schmeckt und wovon ich ihm aber auch einfach ein Stück geben kann. Er liebt es, wenn ich was zum Essen in der Hand habe und ihm davon ein Stück abgebe, denn dann kann er ganz sicher sein, dass er GENAU dasselbe hat wie Mama und eine größere Freude gibt es derzeit kaum :-) .

Daher habe ich nur mit Reissirup gesüßt (lässt, soweit ich weiß, den Insulinspiegel nicht ungesund schnell ansteigen), Hafermilch verwendet (M. bekommt gelegentlich einen Löffel Sojajoghurt ins Müsli, aber insgesamt möchte ich, dass er Sojaprodukte nur mäßig konsumiert, daher greife ich am Liebsten auf Hafermilch zurück, die wir eh immer im Haus haben), statt Margarine Öl in den Teig und Haselnussmus in die Füllung (enthält u.a. Magnesium, Kalium, Vitamin E, Eisen, Calcium etc.). Damit ist das Rezept Kleinkind-tauglich, zuckerfrei, sojafrei, ohne Margarine UND vor allem lecker :-) .

Isses wirklich! Natürlich sind die Zimtknoten nicht sehr süß, aber ich mag sie so richtig gerne, vor allem, da die Gewürze so schön zur Geltung kommen. Am Besten schmecken sie ganz frisch (wie immer bei Hefegebäck) und wenn man herzhaft hineinbeißt und so sämtliche Schichten im Mund hat. Die Verarbeitung ist eine recht schmierige Angelegenheit, das sollte man vorher wissen. Wer das nicht leiden kann, macht einfach Zimtschnecken daraus oder reduziert die Füllung oder aber nimmt Rohrohrzucker.

Zimtknoten

Zutaten für ca. 15 eher kleine Knoten:

  • 350 g Weizenmehl Typ 550
  • 40 g Öl, geschmacksneutral
  • 1/2 Tl Salz
  • 1/2 Tl Kardamom, gemahlen
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen
  • 40 g Reissirup
  • 150 g Hafermilch (ja, ich wiege sie!)
  • 10 g Frischhefe
  • 60 g Haselnussmus
  • 60 g Reissirup
  • 2 Tl Zimt, gemahlen
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen
  • 1-2 El Hafermilch

Zubereitung:

Die Hafermilch zusammen mit dem Reissirup in einem kleinen Topf erwärmen (nur lauwarm!!), dann die Hefe darin auflösen und alles für 10 Minuten stehen lassen.

In der Rührschüssel das Mehl mit Salz, Kardamom und Vanille mischen, dann die Hefe-Milch zugeben, ebenso wie das Öl. Alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handmixers einige Minuten zu einem glatten Teig verkneten (kann ein bisschen dauern, bis sich alles verbunden hat). Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. eine Stunde gehen lassen.

Für die Füllung das Nussmus mit dem Reissirup, Zimt, Vanille und Hafermilch verrühren (fangt mit einem Löffel Hafermilch an und gebt ggf. noch einen Schuss dazu – die Füllung sollte möglichst fest und gerade so streichfähig sein…sonst läuft alles raus).

Den gegangenen Teig aus der Schüssel nehmen, mit den Händen kräftig durchkneten und auf der bemehlten Arbeitsfläche ca. 0,5 cm dick zu einem Rechteck ausrollen. Die Füllung daraufstreichen (mit einem Löffel oder einer Teigkarte), dann das rechte Drittel des Teiges in die Mitte klappen, darüber dann das linke Drittel, so dass drei Teigschichten entstehen. Vorsichtig mit dem Nudelholz etwas dünner wieder ausrollen, dann von der schmalen Seite her in 2-3 cm dicke Streifen schneiden.

Einen Streifen nehmen, etwas in die Länge ziehen, dann daraus einen Knoten machen und die Enden auf der Unterseite leicht zusammendrücken (das ist jetzt der schmierige Part :-) ). Den Knoten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. So alle Streifen formen.

Die Knoten nochmals an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen, dann im vorgeheizten Backofen bei ca. 190 °C etwa 20-25 Minuten backen (im unteren Drittel) bis sie schön aufgegangen und gebräunt sind.

Den ersten noch lauwarm genießen und schwelgen.

Et voilà!