Seitan-„Wurst“

Das ist jetzt das krasse Gegenprogramm zum glutenfreien Brot :-). Aber ich hatte noch Glutenpulver zu hause, was endlich mal verarbeitet werden musste, außerdem wollte ich einfach nochmal einen letzten Versuch der selbstgemachten veganen Seitan-„Wurst“ starten.

Ich habe schon zig Rezepte ausprobiert: mit ausschließlich Seitan, mit einem Mix aus Seitanpulver und Tofu, Mix aus Seitanpulver und Räuchertofu, Mix aus Seitanpulver und Kichererbsen, Mix aus Seitanpulver und weißen Bohnen usw. Dazu alle Varianten bei den restlichen Zutaten. Und ALLE Varianten haben meinen Ansprüchen nicht genügt, ich finde, dass selbstgemachte Seitan-„Wurst“ grundsätzlich brotig schmeckt, egal welche Mischverhältnisse man nimmt. Lustigerweise bin ich die einzige, die das findet, mein Freund mag die vegane „Wurst“ total gerne…seltsam.

Jedenfalls habe ich jetzt nochmal eine ganz andere Variante genommen mit relativ viel Kokosfett, Verdickungsmittel usw. dazu eher wenig Glutenpulver. Die Konsistenz ist super, der Geschmack an sich auch, aber ich finde, sie schmeckt immer noch ein wenig brotig. Vielleicht bin ich da auch einfach verdreht…

Meinem Freund schmeckt sie sehr gut, pur oder auf´s Brot, ich habe beschlossen, dass es der letzte Versuch war. Die Zubereitung macht schon ein bisschen Arbeit und vor allem viel Schmiererei, für mich lohnt sich das nicht, da mich der Geschmack nicht überzeugt. Ich kaufe die Seitan-„Wurst“ lieber im Bioladen, da weiß ich, welche ich mag und welche nicht. Aber testet selber, ich denke, vielen wird sie sehr gut schmecken.

Seitan-„Wurst“

Zutaten für 4 vegane „Würste“ á 100-150 g:

  • 2 EL Tomatenmark
  • 1/2 Tl Senf, mittelscharf
  • 1 El Sojasauce
  • 1 Tl Zitronensaft
  • 2 El Hefeflocken
  • 1 Tl Meersalz
  • 1 1/2 Tl Gemüsebrühe, gekörnt
  • 1/2 Tl Majoran, getrocknet
  • 1/2 Tl Muskatnuss, gemahlen
  • 1 Tl Rohrzucker
  • 1/2 Tl Pfeffer
  • 1/2 Tl Knoblauchpulver
  • 1/4 Zwiebel (optional)
  • 1 Tl Guakernmehl
  • 1 El Paprikapulver, edelsüß
  • 25 g Räuchertofu
  • 250 ml Wasser
  • 2 El Weizenmehl
  • 2 El Speisestärke (Kartoffelmehl)
  • 50 g Kokosfett (zB Palmin)
  • 175 g Glutenpulver

Zubereitung:

Das Kokosfett schmelzen bis es flüssig ist, dann alle Zutaten bis auf das Glutenpulver in eine Schüssel geben, das geschmolzene Kokosfett zufügen und alles mit dem Pürierstab ganz fein pürieren bis eine glatte homogene Masse entsteht.

Das Glutenpulver zufügen und alles gut verkneten. Der Teig ist sehr weich, nicht wundern, er hat eher die Konsistenz von „Wurstbrät“, die Seitanwurst wird erst durch Kochen und auskühlen fest.

Den Teig in vier Portionen teilen und jede Portion in Alufolie einwickeln, die Enden jeweils entgegengesetzt zwirbeln, so dass „Bonbons“ entstehen. Die „Würste“ müssen richtig stramm verpackt sein, damit sich nicht zu viele Hohlräume bilden.

Die Alufolien-„Wurst“-Bonbons in zwei Gefrierbeutel geben und diese möglichst wasserdicht verschließen. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen und die eingepackten Seitanwürstchen darin ca. eine Stunde köcheln lassen. Herausnehmen, vollständig abkühlen lassen, dann die Alufolie abwickeln und die veganen „Würste“ genießen: kalt, auf Brot, auf Pizza, im Gulasch usw. Im Kühlschrank aufbewahren.

Et voilá!


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6 Kommentare

  1. supertolles rezept! ich hab zum süßen allerdings apfelkraut verwendet… sehr gut funktioniert auch Zuckerrübensirup zum abrunden.
    ich finde diese page mit Abstand am besten von denen die ich bisher gesehen habe! vielen dank und lieber gruß von rahel

    • Oh wie schön, freut mich sehr, dass Dir das Rezept gefällt. Apfelkraut, hm, habe ich noch nie getestet, aber es klingt gut und kann´s ich mir sehr gut vorstellen, da ich zB auch Apfeldicksaft sehr zur Abrundung pikanter Gerichte mag, wird getestet!
      Vielen Dank auch für das Kompliment :-) . Liebe Grüße!

  2. Hab die Würste heute ausprobiert.
    Ich hab den Tofu und das Guakernmehl aus nichtvorhandensein weggelassen.
    Hab insgesamt 6 würstchen gemacht, eine davon ist beim kochen leider aufgeplatzt- die hab ich sofort, ohne abkühlen, gebraten und gegessen- ganz lecker aber noch ziemlich weich. Ich bin gespannt auf die anderen ;D
    Toller Blog übrings.

    • Danke :-)
      Ja, die Seitanwürstchen werden erst fest, wenn sie richtig ausgekühlt sind und meiner Erfahrung nach entfalten sie den ganzen Geschmack auch erst nach einer Nacht im Kühlschrank, am Besten in einer Tupperdose mit Deckel, dann wird auch die Konsistenz noch besser.

  3. Weißt du zufällig, ob ich das Guarkernmehl auch durch Pfleilwurzelstärke ersetzen könnte?

    liebe Grüße
    Sandra

    • Liebe Sandra,
      sorry für die späte Antwort! Also, ich denke, Du kannst problemlos auch Pfeilwurzelstärke nehmen, allerdings würde ich dann etwas mehr empfehlen. Vielleicht so ca. 1 El? Ich habe ehrlich gesgat keine Erfahrung damit, daher kann ich Dir keine genaue Dosierung nennen, aber diese Menge wäre das, was ich nehmen würde :-)
      Viele Grüße*

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