Gebratene Polenta-Schnitten

Ich habe eine neue Liebe – Polenta! Himmel, 31 Jahre lang war ich der festen Überzeugung, dass ich Polenta ganz sicher nicht mag (ohne sie je ernsthaft probiert zu haben, oh Mann…). Ich dachte, sie wäre grisselig, schlotzig, schleimig, pampig und geschmacksneutral. Ganz sicher kein leckeres Lebensmittel und wenn überhaupt, dann vielleicht bei Bauchweh o.ä. essbar.

Ein großer Irrtum! Nachdem ich letztes Wochenende im Restaurant eigentlich aus der Not heraus die gebratenen Polentaschnitten mit Gemüse bestellt habe, hat´s mich erwischt. Denn das war soooo lecker. Und nicht das Gemüse, sondern die Poelnta! Ja, Polenta. Aus Maisgrieß. Am Liebsten hätte ich nochmal nur die Schnitten bestellt :-) .

Daher bin ich vor ein paar Tagen los und habe mir Polenta geholt und selber gebratene Schnitten (komisches Wort…) gemacht. Das war sehr einfach, braucht nur etwas Zeit zum Abkühlen, ist sonst aber wahnsinnig unkompliziert. Dazu noch lecker gewürzt und kross angebraten. Yummy! Ich konnte kaum aufhören – und sie schmecken auch kalt. Aus Zeitgründen gab´s bei uns zu den gebratenen Polenta-Schnitten fertige *hust* vegane „Fleisch“-Bällchen mit Sauce . War lecker, aber wer zehn Minuten Zeit hat, sollte unbedingt ein einfaches Paprika- oder Tomatengemüse dazu machen. Beim nächsten Mal gibt es dazu Ofengemüse, aber es passt quasi alles (also deftig herzhaft, mediterran, tomatig oder „sahnig“ oder…). Probiert´s aus und macht nicht denselben Fehler wie ich – ich habe jetzt viiiiel Polenta-Nachhol-Bedarf und eine tolle neue Beilage.

Gebratene Polenta-Schnitten

Gebratene Polenta-Schnitten

Zutaten für vier Personen:

  • 250 g Polenta (Maisgrieß)
  • 1 l Gemüsebrühe (nicht ZU stark gewürzt…)
  • 1 – 1 1/2 Tl Kräutersalz
  • 3 El Hefeflocken
  • einige Abriebe frische Muskatnuss
  • Pfeffer
  • ca. 20 g Alsan oder andere Pflanzenmargarine
  • Olivenöl zum Braten (oder anderes Öl, je nach Geschmack und Beilage)

Zubereitung:

Die Gemüsebrühe in einen Topf geben, Kräutersalz, Pfeffer, Muskatnuss, Hefeflocken und Alsan dazu und alles aufkochen lassen. Dann mit einem Schneebesen die Polenta einrühren, einmal aufkochen lassen, Herd ausschalten und die Polenta ca. 10 Minuten ausquellen lassen. Hierbei häufig rühren, damit nichts anbrennt (auch, wenn der Herd aus ist…)! Nochmal kräftig abschmecken und bei Bedarf nachwürzen.

Eine rechteckige Form (ca. 25×25 cm) leicht einölen, dann die gequollene Polenta hinein geben und glatt streichen. In der Form komplett auskühlen lassen, das dauert ca. 1 Stunde.

Die feste ausgekühlte Polenta auf ein Brett stürzen und in Dreiecke (oder andere Formen) schneiden. In einer großen beschichteten Pfanne das Olivenöl erhitzen und die Scheiben bei mittlerer Hitze von jeder Seite ca. 5 Minuten knusprig goldbraun braten.

Mit einer Sauce und Gemüse nach Wahl und Zeit servieren und genießen.

Et voilà!

25 Kommentare

  1. Jawollja! :)
    Da es in der aktuellen „Schrot und Korn“ ein cooles Rezept mit Polenta (und Maronen-Pilz-Gemüse) gibt, werde ich meine erste Polenta-Erfahrung wahrscheinlich nächste Woche haben, wenn ich das Gericht dann koche. Bin schon sehr gespannt. :)

    • :-) Noch eine, super! Irgendwie dachte ich echt, ich wäre der letzte Mensch auf Erden, der Polenta nicht wirklich kennt und probiert hat…
      Das Schrot-und-Korn-Rezept klingt auch lecker und zum Glück gibt´s die ja auch immer online.
      Freu mich, wenn Du drüber bloggst! Ich will jetzt gaaaaanz viele Polenta-Rezepte testen :-)

  2. Nachdem mich diese Polentaschnitten erst aus Björn Moschinskis Kochbuch und jetzt aus deinem Blog anlächeln… Diese Woche muss es das geben!:) Ich muss bisher auch davon ausgegangen sein, dass mir das nicht schmecken kann. Warum auch immer – ich mag eigentlich echt alles^^
    Nur eines will ich vorher noch geklärt haben, die Flüssigkeitsmenge! Bei dir 250g Polenta auf 1L Brühe, im Buch 200g auf 0,4L Flüssigkeit (Margarine, Sojamilch, Brühe). Bei ihm wird’s 1min aufgekocht und dann direkt in die Form getan. Das verwirrt mich als Nicht-Polenta-Kenner etwas.. :/

    • Hihi, da bin ich ja beruhigt, dass ich mit dieser unerklärlichen Polenta-Abneigung nicht alleine stehe, manchmal finde ich mich da echt seltsam.
      Zu der Flüssigkeitsmenge und Zubereitung: ich hatte mir diverse Rezepte im Internet angeschaut und auf der Packung war auch ein Grundrezept drauf und fast überall war´s ein Mischungsverhältnis von 1:4. Bei mir hat es wirklich hervorragend geklappt, die Polenta muss nur gut ausquellen und erst dann (noch heiß) in die Form. Es wurde richtig schnittfest und kompakt.
      Das Mischungsverhältnis von Björn Moschinski klingt für mich etwas knapp, wobei ich mir vorstellen kann, dass es funktioniert, da die Polenta in der Form ausquillt. Vielleicht bringt das Zeitersparnis, weil man nicht rühren und aufpassen muss?! Allerdings finde ich die Methode sehr ineffizient, denn das Verhältnis 1:4 ergibt eine Masse von 1250 g und die Methode 1:2 ergibt bei 250 g Polenta und 0,5 l Flüssigkeit nur 750 g Endprodukt. Und da ich ein Vielfraß bin, habe ich gerne ein hohe „Ausbeute“ :-) .
      Vielleicht probiere ich seine Methode mal aus und schaue, was es für Unterschiede in Geschmack und Konsistenz gibt – ich werde berichten!
      Viele Grüße!

  3. Das hört sich gut an, das habe ich mir gleich mal markiert. Polenta habe ich auch ewig nicht gegessen. Habe das eher so wie etwas festerer Pudding oder Kartoffelpüree in Erinnerung :)

    • Ja, wenn die Polenta gequollen, aber noch heiß und im Topf ist, hat sie wirklich die Konsistenz von Kartoffelpüree oder dickem Pudding. Ich fand auch das sehr lecker, aber das Mundgefühl ist da wirklich Geschmackssache. Aber ausgekühlt und gebraten sind sie richtig schnittfest und ganz anders, keine Ahnung, warum…

  4. Hab auch erst hier in der Steiermark meine Liebe zur Polenta (heißt hier „Sterz“) entdeckt. Ist ein ganz typisches südsteirisches Gericht, sehr vielseitig, allerdings den Sterz mit Kaffeeoder Kakao zu übergießen und dann zu löffeln, wie es hier üblich ist, dazu konnt ich mich noch nicht überwinden 😛
    Sehr gut sind auch Bratlinge aus Polenta (mit Gemüsestückchen, gut gewürzt) oder süße Aufläufe – vielleicht so als Anregung für den Nachholbedarf 😉
    Liebe Grüße, orgonautin

    • Puh, dass mit dem Kaffee oder Kakao klingt ein bisschen gruselig – ich glaube, an sowas wage ich mich dann in 30 Jahren… :-)
      Aber Bratlinge aus Polenta und Gemüse klingt sehr lecker! Das probiere ich mal aus. Hach, eine neue Liebe ist doch was Schönes :-)

  5. Huhu Heldin!

    Ich mag Polenta total gern, allerdings gibt es sie nur gefühlte alle zwei Jahre mal bei uns zu essen. Keine Ahnung, warum. Vielleicht, weil sie nie so nett aussieht, wie bei dir. Beim letzten Mal war es ein totaler Krampf, aus der Polentamasse halbwegs ahnsehnliche Stücke zu schneiden. Ich hatte in der Pfanne dann ziemlich unförmige, pampige Stücke – die zwar super geschmeckt haben, mein Bedürfnis nach einigermaßem hübschen Essen jedoch völlig zunichte gemacht haben. Verrate mir doch bitte DEN Trick, wie ich die Polentamasse dazu bringe, sich so adrett in Stücke schneiden zu lassen wie bei dir?!

    Die Kirschbiene

    • Hallo Kirschbiene,

      hm, das war ja mein erstes Mal Polenta – vielleicht hatte ich nur Glück?! Ich habe die Form leicht eingefettet, dadurch konnte ich den Polenta-Klotz richtig stürzen und ich habe die Polenta wirklich gut 10 Minuten unter Rühren ausquellen lassen und dann in der Form richtig komplett auskühlen lassen. Fest ist die irgendwie ganz von alleine geworden…ach so, als Sorte hatte ich die von Alnatura – vielleicht gibt´s da ja auch Unterschiede…?!
      Ich werde beobachten und berichten, falls es beim nächsten Mal trotz selber Zubereitungsweise anders wird :-)

      Viele Grüße*

  6. Hallo Heldin,

    bei uns gab es früher – bei meiner Mutter – oft „Grießschnitten“. Diese wurden aus Hartweizengrieß gemacht und dann auch gebraten. Nur gab es dazu meist Apfelmus oder Kompott.

    Beim nächsten Besuch esse ich dann „Polenta“. Ich mag nämlich Polenta.

    Liebe Grüße

    Strickliesl

  7. Es gibt übrigens auch vorgegarte Schnellkoch Polenta, zB von Davert, die braucht laut Anweisunng auf der packung nur2 min unter Rühren kochen, tatsächlich geht es aber sogar noch schneller! Wird ausgekühlt auch fest, habe bisher nur einmal Schnitten gebraten, die waren nicht soo fest und formschön, aber es war auch der erste Versuch und es war auch kein Fett (Margarine oder so) mit in der Masse…

  8. Hmmm…morgen gibts wieder welche,meine Tochter mag sie auch sehr gerne..dazu Erbsenpüree,ne lecker Pilz.Soße und Chinakohlsalat.. :-)

  9. So schmeckt mir Polenta auch! Gab’s bislang nur 4-5 Mal als Brei, was mich nicht ganz so überzeugt. Gestern habe ich die Schnitten mit Tomatensoße und karamellisierten Möhren mit Sesam gemacht, lecker!

  10. für drei personen reicht locker die hälfte oder gar weniger, zumal man ja auch noch gemüse oder was dazu macht. wir hatten es mit putensteaks und tomatensauce mit basilikum sowie grünen bohnen aus peru. super lecker und jetzt bin ich papp-satt

  11. Das ist wohl das leckerste Polentarezept, das es gibt. Ich fand dir Schnitten beim letzten Rezept und meinem ersten Versuch so langweilig, dass ich nie wieder welche machen wollte. Aber wegwerfen wollte ich den Maisgrieß auch nicht. Also habe ich nach 1 Jahr noch einen letzten Versuch gewagt. Et voilà. Wir waren alle begeistert. Für uns 3 war das Rezept gerade ausreichend – dazu gab es mediterrane Gemüsepfanne. Das war sicher nicht das letzte Mal, dass es diese Polenta dazu gibt! Danke für’s Rezept.

  12. So, als Schnitten wird Polenta jetzt auch bald ausprobiert, mit Paprikagemüse oder Pilzen :)

    Ich habe vor ein paar Tagen Polenta-Erbsen-Gratin gemacht, mit Hefeschmelz überbacken…yummi.
    Wenn man die Polenta mit Sojamilch o.ä. anrührt oder Gemüsebrühe mit Sojamilch mischt, wird sie noch viel cremiger. Ich hab auch einen Schuss Sojasahne dazu gemacht, die Polenta in eine eingefettete Form getan und dann eine ‚Käsesauce‘ aus Hefeschmelz zusammen mit Erbsen drüber gegeben…war super lecker.

    LG, Kim

  13. Freut mich, dass du die Polentaschnitten für dich entdeckt hast!

    Übrigens geben sie auch eine superleckere Nachspeise ab wenn man sie statt mit gemüsebrühe mit sojamilch und einer Vanilleschote aufkocht und die fertigen schnitten in Zimt-Zucker wendet!

    Dazu ein bisschen Pflaumenkompott oder Grütze, suuuper lecker!

    Liebe Grüße,
    Ronja

  14. Ich habe vor kurzem dein Rezept hier entdeckt und gestern nachgekocht und was soll ich sagen?! So einfach und so genial, mein Männe und ich waren total platt, wie lecker das ist. Da sind nicht mehr sooo viele Taler auf der Pfanne gelandet, da wir die Masse schon sehr vernascht haben ^^
    Jedenfalls vielen vielen Dank dafür!

  15. Ich gebe die heiße Polenta in eine rechteckige Kuchenform (Königskuchen glaube ich) und lasse sie darin abkühlen. Die Form kann leicht gestürzt werden. Dann lässt sich die Polenta quer schön in Form schneiden.

  16. Seit Freunde uns gebratene Polenta serviert haben, bin ich auch ein Riesenfan. Bei uns gab es dazu gewürfelte Tomaten mit Knoblauch, quasi als Polenta-Bruschetta, das war echt lecker. Ich werde es auf jeden Fall bald mal nachmachen. Danke für das schöne Rezept.

  17. Wundert mich das jetzt, dass ich heute, mit 31 Jahren das erste Mal Polenta koche, weil ich beschlossen habe es auch mal zu probieren und dann auf dein Rezept gestoßen bin? Haha, nö, wusste ja schon, dass wir seelenverwandt sind. 😉
    Ausm Topf wars schon mal so lecker, dass ich es am liebsten so gelöffelt hätte. Jetzt bin ich echt gespannt, wie die ausgekühlte und angebratene Version mir und der Familie schmeckt.
    Vielen Dank schon mal für das Rezept, ich werde berichten! :))

    • Haha, das ist echt schon ein bisschen lustig, liebe Rose 😀 Sehr cool…
      Ich bin gespannt auf deine Rückmeldung zur gebratenen Variante!
      Viele liebe Grüße*

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