Weltmeisterbrötchen

Nee, das Rezept hat nix mit Fußball zu tun 😉 Ich kann nämlich so gar nichts damit anfangen und der Weltmeistertitel lässt mich eher unberührt. Wenn aber Fußballweltmeisterschaften so leckere Dinge wie Weltmeisterbrötchen nach sich ziehen, darf es die gerne öfters geben! Soweit ich weiß, wurden die Brötchen wohl erfunden aufgrund des Titelgewinns im Jahre 1990. Was es genau damit auf sich hat, weiß ich nicht und derzeit bin ich auch zu faul, das zu recherchieren. Jedenfalls bin ich mit diesen Brötchen großgeworden und seit jeher waren sie so ziemlich meine Lieblingsbrötchen: kernig, knusprig, innen flauschig und außen gaaaaaaanz viele Sonnenblumenkerne, Mohn und Sesam. Quasi alles, was ich unglaublich gerne mag. Zudem um Längen sättigender als weiße Pappbrötchen…wobei es auch bei Weltmeisterbrötchen unglaubliche qualitative Unterschiede gibt! Einige Bäckereien verkaufen weiße Luftbrötchen mit ein bisschen Saatengedöns für teuer Geld unter diesem Namen und beim Aufschneiden/Reinbeißen kommt die große Enttäuschung. Wenn sie aber “richtig” (in meiner Wahrnehmung) gemacht sind, dann sind sie der pure Genuss.

Weltmeisterbrötchen haben so einen ganz eigenen besonderen Geschmack. Bisher wusste ich nur nie, was das ist. Und aufgrund dieses besonderen Geschmacks bin ich auch nie auf den Gedanken gekommen, sie selber zu machen. Bis vor ein paar Monaten :-) . Da bin ich durch Zufall auf ein Rezept in einem Brotbackforum gestoßen, was ziemlich kompliziert, aber großartig klang und die Resonanz dazu war auch umwerfend. Zudem wurde das Geheimnis des besonderen Geschmacks gelüftet: Würzsenf. Jepp, Senf und Gewürze wie Koriander, Pfeffer, Kümmel ua. In einem Brötchen. In einem Brötchen, was auch hervorragend mit süßen Aufstrichen schmeckt! Fand ich seeeeehr seltsam und ich war furchtbar skeptisch. Ich hatte aber alle Zutaten da und so habe ich mich todesmutig an die Zubereitung gewagt. Und was soll ich sagen: dieser Würzsenf ist tatsächlich genau das, was die Weltmeisterbrötchen so besonders und speziell schmecken lässt. Es braucht hierfür auch nur eine sehr kleine Menge – ich garantiere, man schmeckt den Senf nicht als Senf raus.

Auch war das Rezept zwar aufwendig, aber überhaupt nicht schwierig, sondern sehr gut umsetzbar – man braucht lediglich viele Schüsseln und einen Plan, wann was zu tun ist. Allerdings waren mir die Brötchen aus dem Originalrezept viel zu sehr Weißbrötchen und viel zu wenig vollkornig. Ich mag es gerne deutlich rustikaler. Daher habe ich ordentlich an der Rezeptur geschraubt: den Vollkornanteil um ein Vielfaches erhöht, im Hauptteig noch Roggenvollkornmehl mit eingebaut, den Würzsenf vereinfacht sowie Mehlsorten verwendet, die ich immer im Haus habe. Herausgekommen ist ein unglaublich schmackhaftes, aromatisches Körnerbrötchen, was gleichzeitig innen angenehm weich, aber auch schön vollwertig und kernig ist und dazu prima sättigt. Auch wenn die Brötchen ordentlich Arbeit machen, so sind sie neben dem saftigen Roggenvollkornbrot meine derzeitigen Lieblinge und kommen quasi abwechselnd mit dem Brot auf den Tisch. Ich habe die Mengen aus dem Originalrezept verdoppelt, damit sich der Aufwand auch lohnt, denn die Brötchen lassen sich ganz prima eingefrieren und bei Bedarf auftauen. Und ich verspreche, sie schmecken mit allem, was ihr gerne auf´s Brötchen esst – auch mit Schokoaufstrich, ich hab´s schon mehrfach getestet :-)

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Zutaten für ca. 16 große Brötchen:

  • 200 g Weizenmehl Typ 550
  • 200 g Wasser
  • 1 g Trockenhefe
  • 20 g Weizenmehl Typ 550
  • 90 g Wasser
  • 2 g Salz
  • 60 g Sonnenblumenkerne
  • 60 g Haferflocken, Kleinblatt
  • 60 g Leinsamen
  • 100 g Roggenvollkornschrot
  • 20 g Salz
  • 320 g kochendes Wasser
  • 350 g Weizenvollkornmehl
  • 100 g Roggenvollkornmehl
  • 250 g Weizenmehl Typ 550
  • 1 Tl Senf, mittelscharf
  • 1/4 Tl Koriander, gemahlen
  • 1/4 Tl Currypulver, mild
  • 10 g Rapsöl
  • 20 g Zuckerrübensirup (alternativ Agavensirup oder auch Rohrohrzucker)
  • 6 g Trockenhefe (also insgesamt 1 Päckchen)
  • ca. 100 g Wasser
  • Mohn, Sesam, Sonnenblumenkerne zum Wälzen (viiiiiiieeele…)

Zubereitung:

Weizenmehl, Wasser und Trockenhefe in einer Schüssel glatt zu einem Vorteig verrühren. Abgedeckt ca. 5 Stunden stehen lassen (nicht zu kalt, aber auch nicht extra warm…).

Das Mehl mit Wasser und Salz in einem kleinen Topf verrühren und unter dauerhaftem Rühren aufkochen lassen bis die Masse glasig weiß und pampig dick geworden ist (Vorsicht, es brennt schnell an). Klümpchen sind nicht schlimm! Vom Herd nehmen und zur Seite stellen.

In einer weiteren Schüssel die Kerne mit Haferflocken, Roggenschrot und Salz mischen. Dann mit dem kochenden Wasser übergießen. Alles vermengen und mindestens 1-2 Stunden quellen lassen (länger ist kein Problem).

In eine große Rührschüssel alle restlichen Zutaten (bis auf die Samen und Saaten zum Wälzen) geben. Dazu dann den Vorteig, das Kochstück und das Quellstück. Alles mit dem Knethaken des Handmixers oder der Küchenmaschine einige Minuten richtig gut durchkneten bis sich alles zu einem weichen Teig verbunden hat (der Teig ist recht klebrig, quillt aber noch). In der Schüssel abgedeckt ca. 1-2 Stunden gehen lassen bis er sich deutlich vergrößert hat.

Die Arbeitsfläche großzügig einmehlen und den Teig vorsichtig aus der Schüssel darauf geben. Nicht mehr kneten! Mit bemehlten Händen flachdrücken oder ein Nudelholz zur Hilfe nehmen. Den Teig etwa 1,5-2 cm dick rechteckig formen. Mit einer Teigkarte (oder einem scharfen Messer) 16 halbwegs gleichgroße Brötchen abstechen.

Eine kleine Schale mit Wasser bereit stellen und Sesam/Mohn auf einem flachen Teller mischen, Sonnenblumenkerne auf einen extra Teller geben. Jedes Brötchen nun von beiden Seiten mit Wasser bepinseln und erst in die Sonnenblumenkerne drücken, dann die andere Seite in die Sesam-Mohn-Mischung. Mit gutem Abstand auf zwei mit Backpapier ausgelegte Backbleche setzen.

An einem warmen Ort nochmals ca. 30 Minuten gehen lassen (nicht zu lange…) und dann im vorgeheizten Backofen bei 220 °C Ober- und Unterhitze 10 Minuten backen, dabei entweder eine Schale Wasser auf den Backofenboden stellen, eine Tasse Wasser hineingießen oder anderweitig ordentlich schwaden. Nach den 10 Minuten die Ofentür kurz öffnen, damit die Feuchtigkeit raus kann, Temperatur auf 190 °C reduzieren und weitere ca. 20 Minuten backen bis die Brötchen schön knusprig und gebräunt sind.

Auskühlen lassen und entweder frisch genießen oder gleich einfrieren und bei Bedarf auftauen.

Et voilà!

Käsekuchen mit Johannisbeeren (Back-A-Thon!)

Erinnert ihr euch noch an den Back-A-Thon vom letzten Jahr? Initiiert vom wunderbaren blog “Baking the law“. Ich habe damals mit meinen Spaghetti-Eis-Cupcakes teilgenommen und großartigerweise sogar gewonnen 😀 ! Dieses Jahr veranstaltet Miss Bake-A-Lot wieder einen Back-A-Thon, dieses Mal unter dem Motto “Berrylicious”.

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Wie der Name vermuten lässt, geht es dieses Jahr um Beeren. Viel mehr Vorgaben gibt es eigentlich nicht – Hauptsache beerig. Unabhängig davon, dass ich natürlich versuchen möchte, meinen Titel zu verteidigen, mache ich aus zwei Gründen mit. Erstens: die Gewinne sind mal wieder so toll und verlockend! Zweitens: Ich L I E B E Beeren <3 In jeglicher Form, Art und Größe. Wobei ich unterscheide zwischen Ess-Beeren und Back-Beeren. Essen mag ich am Liebsten Erdbeeren, Himbeeren, Blaubeeren und Brombeeren, zum Backen verwende ich gerne Himbeeren, aber am allerliebsten Johannisbeeren. Im Gegensatz zu den meisten anderen mag ich zB gar nicht mit Blaubeeren backen, da das Gebäck immer viel zu süß und zuckrig wird, außerdem mag ich nicht, dass sie blau abfärben (bei Farben und Essen bin ich komisch…). Himbeeren sind süß genug zum Essen, aber auch säuerlich genug zum Backen, Johannisbeeren hingegen sind mir pur zu sauer, aber als Sirup, Marmelade oder Kuchen-Zutat finde ich die kleinen roten Beeren unschlagbar! Die schwarzen Beeren sind nicht so meins.

Jedenfalls ist derzeit wieder Johannisbeer-Saison und meine Gemüsekiste gefüllt mit ihnen, so dass meine Wahl der Beeren nicht schwer fiel. Die Wahl des Kuchen hingegen umso mehr – ich scheiterte an meinen eigenen Ansprüchen…Letztendlich habe ich mich auf einen Klassiker besonnen – meinen allerliebsten Lieblingskuchen und der meines Mannes noch mehr: Käsekuchen!! Ich glaube, ich erwähnte in der Vergangenheit eine klitzekleine Vorliebe?! Es gibt doch kaum etwas besseres als cremig süßer vanilliger Käsekuchen gepaart mit säuerlichen roten Johannisbeeren, umhüllt von einem feinen Haferflocken-Mürbeteigboden.

Aber halt! Käsekuchen – ist das nicht ein bisschen schnöde?? Ja, nein, es ist ja nicht IRGENDEIN veganer Käsekuchen, wo denkt ihr hin! Wer den blog aufmerksam verfolgt, weiß, dass ich sehr gerne mit unterschiedlichen Füllungen und Zutaten experimentiere und das habe ich hier auch getan. Diesmal wird´s ganz fancy: ich habe eine Füllung kreiiert aus fermentiertem Cashew-Frischkäse-Quark. Ha! Von wegen schnöde… Das Prinzip ist ganz einfach: Cashews werden mit Sojajoghurt fein püriert und dürfen 24 Stunden bei warmer Raumtemperatur reifen. Die im Sojajoghurt enthaltenen Milchsäurebakterien vermehren sich fleißig und gären und fermentieren die ganze Masse, wodurch ein unvergleichlich feiner Geschmack entsteht. Dieser Cashew-Sojajoghurt-Quark ist dann die Basis für die Käsekuchen-Füllung. Abgesehen von der Reifezeit ist der Kuchen schrecklich easypeasy und ich behaupte einfach mal, dass er auch ohne die Reifung (falls jemand nicht so große Geduld hat…), unvergleichlich gut wird.

Denn genau das ist er – der Experimente-Käsekuchen! Es war tatsächlich einfach mal ein Versuch, durchaus mit dem Gedanken, dass es einige Anläufe brauchen wird und ggf zu gar keinem vorzeigbaren Ergebnis führt. Entsprechend skeptisch und vorsichtig habe ich die erste Gabel probiert (ich bin gerade auch etwas essens-mäkelig) und hätte danach am Liebsten getanzt :-) Denn dieser Käsekuchen ist der Knaller! Ich schwör! Die Konsistenz ist einfach perfekt quarkig-käsig, null Puddingkuchen-ähnlich, wunderbar luftig cremig und gleichzeitig perfekt fest, ohne kompakt zu sein und der Geschmack, mmmmmhhhhh, wirklich unvergleichlich. Mein Mann sagte “Das ist der beste Käsekuchen, den du je gemacht hast!” Und es gibt hier ständig Käsekuchen – fast wöchentlich…Aber ohne eingebildet zu sein: er hat Recht! Das ist echt der beste Käsekuchen, den ich je gemacht habe. Wir mussten uns anstrengen, um nicht gleich über den kompletten Kuchen herzufallen. Also, egal, ob ich beim Back-A-Thon auf´s Treppchen komme, es hat sich jetzt schon sowas von gelohnt, denn ich habe definitiv eine neue Lieblings-Käsekuchen-Zubereitungs-Art gefunden. Dafür lohnt sich auch die Warterei wegen der Reifung.

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Zutaten für eine 18-20 cm-Springform (für eine normalgroße Springform die 1 1/2fache Menge der Füllung und die 2fache Menge des Bodens nehmen):

  • 200 g Cashews, ungeröstet und ungesalzen
  • 250 g Sojajoghurt, natur
  • 100 ml Wasser
  • Saft und Schale einer eher großen Zitrone
  • das Mark einer Vanilleschote
  • 1 Pckg Vanillepuddingpulver
  • 200 ml Pflanzenmilch
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 40 g Pflanzenmargarine, geschmolzen
  • 25 g Kokosfett, geschmolzen (statt Margarine kann auch einfach 50 g Kokosfett genommen werden)
  • 200 g rote Johannisbeeren
  • 100 g Weizenmehl Typ 550
  • 30 g Haferflocken, fein
  • 35 g Rohrohrzucker
  • je eine Prise Salz und Vanille
  • 1/2 Tl Backpulver
  • 70 g Pflanzenmargarine, sehr weich

Zubereitung:

Als allererstes (also am Vortag…) die Cashews zusammen mit Sojajoghurt und Wasser so fein wie möglich mixen/pürieren. Die Masse in eine Schüssel mit Deckel füllen und abgedeckt bei warmer Raumtemperatur ca. 24 Stunden reifen lassen. Dass es geklappt hat, merkt ihr unter anderem daran, dass sich der Deckel leicht wölbt oder dass die Masse luftig fluffig geworden ist und voll mit Luftbläschen.

Am nächsten Tag zunächst den Boden zubereiten. Hierfür Mehl mit Haferflocken, Rohrohrzucker, Salz, Vanille und Backpulver mischen, dann die Margarine zufügen und alles mit den Händen (oder einer Gabel) zu einem weichen Teig verkneten (Streuseln ähnlich). Eine kleine Springform mit Backpapier auskleiden oder gut einfetten, den Teig hineingeben und mit den Händen zu einem Boden zusammen drücken, hierbei einen hohen Rand hochziehen. Die Form samt Boden bis zum Befüllen in den Kühlschrank stellen.

Für die Füllung den gereiften Cashew-Sojajoghurt-Frischkäse-Quark-Whatever in eine große Schüssel geben, alle anderen Zutaten dazu und alles mit dem Pürierstab kräftig durchmixen bis alles fein und klümpchenfrei ist. Die Füllung auf den vorbereiteten Boden geben und verstreichen. Die gewaschenen und verlesenen Johannisbeeren gleichmäßig auf der Füllung verteilen.

Den Kuchen im unteren Drittel des Backofens (muss nicht zwingend vorgeheizt sein…) bei ca. 190 °C Ober- und Unterhitze etwa 70-75 Minuten backen, ggf zum Ende hin mit Backpapier abdecken, damit die Johannisbeeren nicht verbrennen. Komplett auskühlen lassen und erst dann anschneiden.

Genießen :-)

Et voilà!

Entsafter und Ingwer-Vitamin-Monster

Vor einiger Zeit hat mich Simon Bodzioch vom Shop “Perfekte Gesundheit” gefragt, ob ich nicht Lust hätte, einen Entsafter zu testen, den der Shop seit Februar im Programm hat. Ich hatte Lust :-) Denn mit einem Entsafter liebäugele ich schon seit langem, konnte mich aber bisher nie endgültig dazu durchringen, denn (wie ihr vielleicht wisst…) bei Küchengeräten ist mir Qualität neben Funktionalität und Optik extrem wichtig. Jedenfalls war klar, wenn ein Entsafter, dann ein guter und kein 60-Euro-Ding, denn ich brauche Geräte, die ordentlich was abkönnen und deren Benutzung mir Freude bereitet, sonst benutze ich sie nämlich nicht und kann mir die Anschaffung sparen. Als Simon mir dann anbot, den “Whole slow Juicer” von Kuvings zu testen (und zu behalten 😀 ), musste ich nicht lange überlegen, denn der entsprach so ziemlich genau meiner Vorstellung. Und wenige Tage später hatte ich das Ding zu hause und zusätzlich noch das Smoothie-und-Eis-Set, um mich einmal durch die ganze Palette zu testen.

Direkt nach dem Auspacken war ich erstmal latent überfordert, weil so viele Teile in dem Paket waren und ich HASSE es, mich mit Anleitungen auseinander zu setzen…nach ein wenig innerlichem Gemurre habe ich mir aber an den Zusammenbau getraut und siehe da: war gar nicht schlimm 😉 Ganz im Gegenteil! Der Kuvings Entsafter lässt sich richtig schnell und einfach zusammensetzen – durch die entsprechenden Markierungen kann man da nichts falsch machen.

Dann der positive erste Eindruck: die Teile sind sehr gut und robust verarbeitet, die Optik finde ich persönlich richtig schick und nicht so altbacken wie sonstige Entsafter und das Beste: im Gegensatz zu den meisten anderen Entsaftern geht der Kuvings in die Höhe und nicht in die Breite, wodurch er wahnsinnig wenig Platz und Stellfläche verbraucht! Perfekt also für so kleine volle Küchen wie meine :-) .

Entsafter

Entsafter

 

Handhabung: Der Kuvings Entsafter hat nur einen Schalter, der vorne angebracht ist. Es gibt lediglich die Schalterstellungen Mitte (aus), Oben (an/vorwärts) und Unten (an/rückwärts). Das finde ich sehr angenehm. Kein Firlefanz. Der Rückwärts-Modus ist nicht zum Entsaften gedacht, sondern nur, um das eventuelle durch Fasern verhakte Gewinde zu lösen und muss hierfür dauerhaft gedrückt werden. Den Fall des Verhakens hatte ich einmal, und zwar als ich Rhabarber entsaftet habe. Durch den Rückwärts-Modus ließ sich alles problemlos in Sekunden lösen und es konnte weiter entsaftet werden.

Ansonsten gibt es zur Handhabung eigentlich wenig zu sagen – anschalten, Obst oder Gemüse in die Einfüllöffnung stecken und kurz warten, dass der fertige Saft aus der entsprechenden Öffnung tritt. Funktioniert :-) Erwähnenswert ist die Tatsache, dass die Einfüllöffnung wirklich sehr groß ist, was bedeutet, dass man das Obst/Gemüse nur seeeeehr grob vorab zerkleinern muss, teilweise gar nicht! Kleine Äpfel passen zB im Ganzen hinein, Orangen halbiert und Kiwis auch ganz. Sollte doch mal was stecken bleiben, hilft der Stopfer weiter – ich habe ihn aber bisher noch keinmal benötigt.

Durch die große Einfüllöffnung spart man sich viel Schnibbelei im Vorfeld, was sehr praktisch ist, denn ich möchte ja schließlich entsaften und nicht schnibbeln. Auch habe ich keine Lust auf großartige Vorarbeiten. Ein wenig ist natürlich schon nötig, so muss von Orangen die harte Schale grob entfernt werden (das weiße kann aber dranbleiben), ebenso bei Kiwis, Ananas o.ä. Äpfel benötigen keine “Vorbehandlung”, kommen also samt Schale und Kerngehäuse rein. Möhren werden lediglich in dicke Stücke geschnitten. Im mitgelieferten Rezeptebuch (auf englisch) steht, dass harte Gemüse wie Möhren oder Sellerie im Vorfeld in Wasser eingelegt/eingeweicht werden sollen, damit sie sich besser entsaften lassen. Als ich das las, dachte ich nur “Och nee, wollt ihr mich verarschen??!! Ich will JETZT Saft und nicht in zwei Stunden!” Sowas geht für mich einfach gar nicht, das nervt mich, denn ich erwarte einfach von so einem hochpreisigen Gerät, dass es harte Gemüsesorten problemlos verarbeiten kann. Also habe ich es drauf ankommen lassen und siehe da, meine Möhren wurden perfekt entsaftet und ich werde es weiterhin ohne Einweichen machen. Das ist natürlich kein allgemeingültiger Ratschlag 😉 . Grundsätzlich hilft es aber, wenn man hartes Obst/Gemüse abwechselnd mit weichem, saftigem einfüllt. Das erleichtert die Entsaftung und gibt eine höhere Ausbeute.

Praxistest: Erstmal muss ich erwähnen, dass der Kuvings Entsafter wirklich richtig leise ist. Er arbeitet mit lediglich 60 Umdrehungen pro Minute, hierdurch wird Erhitzung vermieden und er macht kaum Lärm. Wir konnten uns prima in Zimmerlautstärke dabei unterhalten. Also kann man das Ding auch morgens um sechs anschmeißen, ohne Nachbarn und das restliche Haus zu wecken.

Getestet habe ich die Entsaftungs diverser Obst- und Gemüsesorten und Kräuter, die Herstellung von Nussmilch, die Herstellung von Eis und auch die von Smoothies. Auf die Nussmilch bin ich nur durch das Rezeptebuch gekommen und wollte natürlich sofort wissen, ob und wie das funktioniert, denn Nussmilch steht hier sehr hoch im Kurs!

Ich habe sowohl Mandelmilch als auch Haselnussmilch gemacht. Hierfür werden die Nüsse 1-2 Stunden eingeweicht (lustigerweise stört/ärgert mich das hier nicht…scheinbar kann ich das bei Nüssen/Mandeln besser nachvollziehen) und dann zusammen mit frischem Wasser in den Entsafter gegeben. Und Sekunden später hat man wunderbar cremige Nussmilch. Ich war echt fasziniert, wie einfach, gut und schnell das ging! Mit 100 g Nüssen/Mandeln habe ich ca. 750 ml Nussmilch hergestellt. Trotzdem der Trester gut von der Milch getrennt wurde, setzten sich nach einiger Zeit Stehen noch Rückstände am Boden der Nussmilch ab. Da wir sie aber überwiegend zum Backen oder ins Müsli verwenden, ist das nicht schlimm. Wen das dennoch stört, der gießt sie nochmal durch ein feines Sieb/Nussmilchbeutel/Strumpf o.ä. Der Trester lässt sich prima zum Backen verwenden.

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Dann habe ich quasi alles entsaftet, was mir in die Finger fiel bzw. was sich nach einer halbwegs schmackhaften Kombination anhörte: Äpfel, Möhren, Orangen, Kiwis, Mangos, Ananas, Ingwer, Zitronen, Limetten, Rhabarber, Minze, Petersilie, Aprikosen, Nektarinen. Natürlich nicht alles zusammen und wahrscheinlich habe ich auch noch was vergessen…Jedenfalls wurde alles ausnahmslos zu wunderbarem Saft verarbeitet. Mann und Kind waren die Tester und durch die Bank weg angetan :-) Einzig dem Werbeversprechen, dass sich der Saft nicht nach ein paar Minuten trennt, kann ich nicht zustimmen, ebensowenig wie dass keine Stückchen zurück bleiben. Je nach Obst/Gemüse hat man durchaus Fruchtfleisch im Saft. Aber ich mag das.

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Ich habe festgestellt, dass ich die simplen Säfte am Liebsten mag. Ganz vorne: frischgepresster Apfelsaft aus der Lieblingssorte 😀 Sooooo gut! Am Besten als Schorle. Ich bin wirklich beeindruckt und begeistert, wie gut etwas so Einfaches schmecken kann. An zweiter Stelle steht mein Lieblingssaft – das Ingwer-Vitamin-Monster. Bestehend aus Orangen, Äpfel, Möhren und Ingwer. Ein wahrer Vitamin-Booster und zugleich perfekt zur Stärkung des Immunsystems. Den gibt es hier seit dem Einzug des Entsafters regelmäßig.

Hier das Rezept dazu:

Für zwei Gläser á 250 ml:

  • 3 kleine Bio-Äpfel (mit Schale und Gehäuse), ca. 250 g
  • 3 Saftorangen, ca. 370 g
  • 2 große Bio-Möhren (mit Schale), ca. 200 g
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer

Zubereitung:

Die Orangen groß schälen und halbieren, die Äpfel entweder ganz belassen oder auch halbieren. Die Möhren in ca. 5cm große Stücke schneiden (das harte Ende entfernen) und den Ingwer schälen.

Nacheinander in den laufenden Entsafter geben. Die Reihenfolge ist egal, es darf auch gerne gemischt werden, dann werden vor allem die harten Sachen besser entsaftet.

So frisch wie möglich servieren und genießen.

Et voilà!

Wer keinen Entsafter hat, kann auch alles (gut geschält, entkernt…) mit etwas Wasser pürieren – sollte auch gehen und schmecken!

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Dann habe ich noch den Eiscreme-Einsatz ausprobiert. Hierfür habe ich gefrorene Bananenstücke und Erdbeeren abwechselnd in den Entsafter gefüllt. Zugegebenermaßen war ich richtig skeptisch, ob das was wird, aber herausgekommen ist tatsächlich sehr cremiges und leckeres Erdbeer-Bananen-Eis. Seht selbst:

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Etwas verwirrend fand ich den Hinweis auf dem beiliegenden Zettel zu dem Eiscreme- und Smoothie-Set, dass keinerlei pflanzliche oder tierische Fette zur Eis- und Smoothieherstellung genutzt werden dürfen, da sonst der Einsatz kaputt gehe. Im Rezeptebuch sind dann aber Rezepte für Eis und Smoothies mit Nüssen, Milch, Joghurt etc…Ich habe es daher aber zunächst tatsächlich nur mit gefrorenem Obst versucht, ich denke, beim nächsten Mal werde ich etwas Sojajoghurt zusammen mit gefrorenen Erdbeeren nehmen, denn ich bin kein Fan von Bananen-Eis (meine beiden Liebsten dafür umso mehr…).

Ganz zuletzt kam dann noch der Smoothie-Einsatz dran – ich wollte ja schließlich alles testen und wenn das Ding schon mal in Betrieb ist…Ich habe mich für einen Mango-Bananen-Smoothie mit Haselnussmilch entschieden und hierfür einfach alles durcheinander in den Entsafter gegeben. Genauso wie bei der Eisherstellung fällt auch beim Smoothie kein Trester an, es wird also versucht, das ganze Obst durch den Siebeinsatz zu pressen. Da liegt hier wohl auch das Problem, denn der Smoothie-Einsatz ist sehr fein und trotz Zugabe der Nussmilch und der Verwendung von sehr weichem Obst wie Mango und Banane, hat es eeeeewig gedauert, bis endlich mal das Glas voll war…der Smoothie tröpfelte eher heraus als dass er floss. Das fand ich ziemlich nervig – für ein Glas Smoothie 5-10 Minuten Dauer. Und dann hing trotzdem noch gefühlt die Hälfte vom Obst im Siebeinsatz.

Zur Qualität ist zu sagen, dass der Smoothie sehr gut, lecker, fein und cremig war. Daran gibt es also nichts auszusetzen. Allerdings kann man wirklich genau dasselbe Ergebnis in wenigen Sekunden mittels eines Pürierstabes erreichen und hat weder Arbeit mit dem Aufbau noch Abwasch. Von daher kann ich den Smoothie-Einsatz so gar nicht empfehlen…zumal ich glaube, dass er mit etwas festerem Obst noch mehr überfordert wäre.

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Reinigung: Der Entsafter lässt sich erstaunlich gut reinigen (ist bei mir echt ein wichtiges Kriterium, da ich sehr abwasch-faul bin…), sofern man es denn gleich tut, also nichts antrocknen lässt. Dann genügt tatsächlich klares Wasser (ohne Spülmittel!) und er wird wunderbar sauber. Mitgeliefert wurden zwei Reinigungsbürstchen und ein Reinigungs-Tool für den Sieb-Einsatz, was ich beides zunächst sehr albern fand. Musste dann aber feststellen, dass die kleinen Bürsten wirklich besser zur Reinigung geeignet sind als meine normale Spülbürste und auch das Reinigungs-Tool ist ganz praktisch für die groben Reste. Allerdings muss man nochmal mit einer Bürste nachhelfen. Einzig die Säuberung des Tresterausgangs ist ziemlich friemelig. Da würde ich mir eine bessere Lösung wünschen bzw. eine gebogene Bürste o.ä., denn dadurch, dass der Trester sehr trocken ist (was an sich toll ist :-) ), steckt da ein sehr kompakter Klumpen drin, der sich nur sehr schwer entfernen lässt.

Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, direkt nach dem Entsaften den Saft noch kurz in den Kühlschrank zu stellen und schnell das Gerät zu reinigen, denn so dauert das nur ca. 2-3 Minuten, danach tropfen die Teile einfach ab und trocknen an der Luft und ich kann den leckeren Saft genießen. So funktioniert das für mich prima und nimmt nicht zu viel Zeit in Anspruch.

Fazit:

Zugegebenermaßen war ich erst etwas skeptisch, da ich keine große Safttrinkerin bin – ich mag die Supermarkt-Säfte einfach nicht. Aber ich mag die Säfte von den Saft-Bars, die zB an Bahnhöfen oder in Einkaufszentren sind. Und genau dafür kann ich den Kuvings Whole Slow Juicer nur empfehlen! Frische selbstgepresste Säfte sind einfach unglaublich köstlich und geschmacksintensiv – nicht zu vergleichen mit gekauften (auch nicht mit den “Guten”) und für mich auch eher ein Nahrungsmittel denn ein Getränk. Perfekt für den schnellen Vitaminkick. Toll finde ich vor allem, dass ich selber die Zusammensetzung und die Zutaten wählen kann – je nach Geschmack, Saison, Verfügbarkeit etc. und eben auch ungewöhnliche Dinge pressen kann wie zB Weizengras, Petersilie, Selleriegrün u.a.

Der Kuvings hat mich persönlich also voll überzeugt, da er eine sehr kleine Stellfläche benötigt, gut verarbeitet ist, mich optisch anspricht, leise ist und für mein Gefühl eine hohe Saftausbeute und trockenen Trester bietet. Allerdings muss ich dazu sagen, dass das der erste Entsafter ist, den ich je getestet habe, von daher habe ich da keine Vergleichsmöglichkeiten. Aber er ist einfach so, wie ich mir einen guten Entsafter vorstelle. Ehrlich gesagt habe ich nichts zu meckern, was mich selber wohl am Meisten überrascht! Das Eiscreme- und Smoothie-Set hingegen braucht man nicht wirklich, zumal ich es auch verhältnismäßig teuer finde. Für den Preis würde ich mir eher einen guten Pürierstab zulegen, der mir dann Smoothies macht und gefrorene Früchte püriert…Aber den eigentlichen Entsafter finde ich top. Der Preis ist natürlich happig, keine Frage. Ich habe aber schon häufig gelesen, dass Leute sich einen günstigen Entsafter zugelegt haben, der dann rumstand, weil es einfach keinen Spaß machte, ihn zu benutzen bzw. das Ergebnis sehr mau ist. Von daher: wer mit dem Gedanken spielt, da zu investieren – ich finde den Kuvings toll :-)

So, und obwohl dieser Artikel verdammt lang geworden ist, habe ich längst nicht alle meine Gedanken/Erfahrungen schreiben können. Falls also jemand noch Fragen hat oder noch mehr Informationen haben möchte, um herauszufinden, ob sich der Entsafter für ihn lohnen könnte – her damit! Entweder hier im blog oder mailt mir.

Zum Schluss nochmal Danke an den Shop perfektegesundheit.de für die angenehme Kooperation.

Der Entsafter wurde mir kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Dieser Artikel spiegelt ausschließlich meine persönliche Meinung wider und ist nicht “gekauft”.