zuckerfreie Zimtknoten mit Haselnuss-Mus

Ich bin nicht in der Versenkung verschwunden, sondern nur im chaotischen Alltag, der leider gerade mal wieder sehr wenig Raum für mein liebstes Hobby lässt…Natürlich wird hier gekocht und auch gebacken, aber meist schnelle Sachen, die wenig ansehnlich sind bzw selbst wenn sie doch ganz fotogen sind, so schaffe ich es selten, tatsächlich Fotos zu machen. Ich glaube, alle Mütter mit sehr aktiven Einjährigen, die Schlaf hassen (die Einjährigen, nicht die Mütter 😉 ), wissen, wovon ich spreche.

Wie ihr wisst, bin ich ja leidenschaftlicher Schweden-Fan (dieses Jahr ging es leider nicht dahin, aber hoffentlich nächstes Jahr wieder!) und von unserem Aufenthalt in Uppsala letztes Jahr („Ein Student aus Uppsalalala, Uppsalalalalaaaa…“ Den Ohrwurm gibt´s gratis dazu 😀 ) letztes Jahr habe ich den Geschmack von gar köstlichen Kanelknuter mitgebracht. Dabei handelt es sich um Zimtknoten, die weniger süß sind als Zimtschnecken und durch ihre Form und die gestapelten Lagen echt anders schmecken, obwohl sie ähnliche Zutaten enthalten. In Uppsala gibt es nämlich die größten und besten und köstlichsten Zimtknoten der Welt! Es sind so einige damals in meinem Bauch gelandet…

Diese Kanelknuter wollte ich schon längst mal nachbacken – eigentlich ganz klassisch mit Rohrohrzucker und Margarine. Allerdings gibt es in unserem Haushalt ja nun seit einiger Zeit M., der alles gehörig auf den Kopf stellt und vor allem, genau DAS will, was mein Mann oder ich gerade haben/essen. Finde ich auch völlig verständlich und meist sehr süß, aber nicht alles, was wir essen, ist kleinkind-geeignet. Von der Konsistenz her schon, denn er hat schon fast alle Zähne und als Teilzeit-BLW-Kind kann er sehr gut kauen und kennt so ziemlich alle Konsistenzen, die es gibt. Aber ich möchte ihm zB noch keinen Zucker geben. Einmal, weil ich ihn nicht so früh an den zuckersüßen Geschmack gewöhnen möchte (süß ist ok, aber eben nur frucht-süß oder nussmus-süß), weil er dann immer mehr möchte, aber vor allem, weil ich ihn nicht unnötig aufputschen möchte. Das Kind ist mir definitiv aktiv genug! Daher gibt es für ihn weder Zucker noch Kakao. Stattdessen backe ich zB mit pürierten reifen Bananen, pürierten Datteln oder auch Reissirup und statt Kakao  gibt es Carob (alles nur für ihn und meinen Mann, denn ich mag weder Bananen noch Carob…aber die beiden lieben es).

Wir haben zwar die halbe Wohnung voll mit kindgerechtem Knabberkram, Obst, Fruchtschnitten, Obstpürees, Karottenkeksen etc., aber ich wollte mal was backen, was uns Eltern schmeckt und wovon ich ihm aber auch einfach ein Stück geben kann. Er liebt es, wenn ich was zum Essen in der Hand habe und ihm davon ein Stück abgebe, denn dann kann er ganz sicher sein, dass er GENAU dasselbe hat wie Mama und eine größere Freude gibt es derzeit kaum :-) .

Daher habe ich nur mit Reissirup gesüßt (lässt, soweit ich weiß, den Insulinspiegel nicht ungesund schnell ansteigen), Hafermilch verwendet (M. bekommt gelegentlich einen Löffel Sojajoghurt ins Müsli, aber insgesamt möchte ich, dass er Sojaprodukte nur mäßig konsumiert, daher greife ich am Liebsten auf Hafermilch zurück, die wir eh immer im Haus haben), statt Margarine Öl in den Teig und Haselnussmus in die Füllung (enthält u.a. Magnesium, Kalium, Vitamin E, Eisen, Calcium etc.). Damit ist das Rezept Kleinkind-tauglich, zuckerfrei, sojafrei, ohne Margarine UND vor allem lecker :-) .

Isses wirklich! Natürlich sind die Zimtknoten nicht sehr süß, aber ich mag sie so richtig gerne, vor allem, da die Gewürze so schön zur Geltung kommen. Am Besten schmecken sie ganz frisch (wie immer bei Hefegebäck) und wenn man herzhaft hineinbeißt und so sämtliche Schichten im Mund hat. Die Verarbeitung ist eine recht schmierige Angelegenheit, das sollte man vorher wissen. Wer das nicht leiden kann, macht einfach Zimtschnecken daraus oder reduziert die Füllung oder aber nimmt Rohrohrzucker.

Zimtknoten

Zutaten für ca. 15 eher kleine Knoten:

  • 350 g Weizenmehl Typ 550
  • 40 g Öl, geschmacksneutral
  • 1/2 Tl Salz
  • 1/2 Tl Kardamom, gemahlen
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen
  • 40 g Reissirup
  • 150 g Hafermilch (ja, ich wiege sie!)
  • 10 g Frischhefe
  • 60 g Haselnussmus
  • 60 g Reissirup
  • 2 Tl Zimt, gemahlen
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen
  • 1-2 El Hafermilch

Zubereitung:

Die Hafermilch zusammen mit dem Reissirup in einem kleinen Topf erwärmen (nur lauwarm!!), dann die Hefe darin auflösen und alles für 10 Minuten stehen lassen.

In der Rührschüssel das Mehl mit Salz, Kardamom und Vanille mischen, dann die Hefe-Milch zugeben, ebenso wie das Öl. Alles mit dem Knethaken der Küchenmaschine oder des Handmixers einige Minuten zu einem glatten Teig verkneten (kann ein bisschen dauern, bis sich alles verbunden hat). Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort ca. eine Stunde gehen lassen.

Für die Füllung das Nussmus mit dem Reissirup, Zimt, Vanille und Hafermilch verrühren (fangt mit einem Löffel Hafermilch an und gebt ggf. noch einen Schuss dazu – die Füllung sollte möglichst fest und gerade so streichfähig sein…sonst läuft alles raus).

Den gegangenen Teig aus der Schüssel nehmen, mit den Händen kräftig durchkneten und auf der bemehlten Arbeitsfläche ca. 0,5 cm dick zu einem Rechteck ausrollen. Die Füllung daraufstreichen (mit einem Löffel oder einer Teigkarte), dann das rechte Drittel des Teiges in die Mitte klappen, darüber dann das linke Drittel, so dass drei Teigschichten entstehen. Vorsichtig mit dem Nudelholz etwas dünner wieder ausrollen, dann von der schmalen Seite her in 2-3 cm dicke Streifen schneiden.

Einen Streifen nehmen, etwas in die Länge ziehen, dann daraus einen Knoten machen und die Enden auf der Unterseite leicht zusammendrücken (das ist jetzt der schmierige Part :-) ). Den Knoten auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. So alle Streifen formen.

Die Knoten nochmals an einem warmen Ort ca. 20 Minuten gehen lassen, dann im vorgeheizten Backofen bei ca. 190 °C etwa 20-25 Minuten backen (im unteren Drittel) bis sie schön aufgegangen und gebräunt sind.

Den ersten noch lauwarm genießen und schwelgen.

Et voilà!

17 Kommentare

  1. Hallo liebe Heldin und Co!
    Leeecker sieht das aus, mmmmhhh!
    Wir haben hier heute zu viert mal ganz locker ein Blech voller Zimtschnecken verputzt…einfach nur Himmlisch!
    Lustigerweise backe ich meine Zimtschnecken auch immer mit Ressirup (unteranderem wegen leichter fructoseallergie) Wallnüssen und heller Misopaste (der geheime Hit in den Schnecken)…
    Aber diese Kanelknuter (mit lecker Kardamom und Hasselnüssen, oooohhoo) kenne ich noch nicht, was sich schnell ändern muss ;-D
    Für süsses Gebäck lasse ich gerne mal das Abendessen sausen…
    LG Mary

    • Oh ja, Zimtschnecken sind schneller weg als man „Kanelbullar“ sagen kann :-)
      Echt, Misopaste?? Klingt abgefahren, aber toll. Wieviel tust Du da so in etwa rein – also zB auf 500g Mehl?
      Probier ich unbedingt mal aus, denn die habe ich immer im Kühlschrank…(kann ich mir irgendwie echt ganz gut vorstellen, da die Paste ja auch so leicht süßlich ist).
      Viele Grüße*

      • Ja genau “Kanelbullar” nennen Die sich, verdammt lecker… die Schweden habens halt drauf!
        Unerfüllte Schwedenurlaubsträume hege ich leider immer noch…weil ganz schön kostspielig ;-(

        Meine Mama war hin und weg und wollte sofort wissen wie man die Zimtschnecken bäckt/backt… diese Schwedisch-Japanische Freundschaft ;-D
        Ich habe immer eine helle japanische Miso Paste im Haus, also Shiro Miso und davon mische ich einen guten Teelöffel in die Füllung und einen halben Teelöffel in den Teig.
        Da Shiro Miso fein salzig aber dennoch früchtig süss ist passt das suuuuper zu den Walnüssen und dem Zimt… manchmal lasse ich einfach so einen kleinen Teelöffel voll Miso im Mund schmelzen, mmmhh.
        Bin gespannt wie es Euch schmeckt?!
        Liebe Grüße

        • Super, klingt toll :-) Dann werde ich das beim nächsten Mal unbedingt ausprobieren – das Shiro MIso habe ich nämlich eigentlich immer da.
          Viele Grüße*

  2. Oh da freu ich mich! Ich bin Halbschwedin und seit 5,5 Monaten lebe ich vegan. Dies ist also mein erstes Weihnachten mit veganem Gebäck und schon seit Tagen überlege ich, ob ich mich an unser Familienrezept zu Kanelbullar wagen soll. Bisher habe ich mir das nicht so recht zugetraut, aber mit deinen Tips wird es schon gehen. Da komm ich direkt in Weihnachtsstimmung!

    • Oh ja, wage es unbedingt 😀 Es lohnt sich!!
      Wobei ich für den Anfang definitiv eine Variante mit Zucker empfehlen würde (Reissirup ist einfach für die meisten anfangs etwas ungewöhnlich, weil so unsüß süß…).
      Das hier ist auch ganz prima, finde ich: http://vegan-und-lecker.de/2012/12/07/mini-zimtschnecken/ Am Besten ganz frisch :-) Wobei das Familienrezept sicher noch um Längen besser ist! Aber vielleicht hilft Dir das noch ein bisschen beim Abwandeln. Falls es gelingt – würdest Du es mit mir/uns teilen? Ich bin nämlich ganz verrückt nach typisch schwedischen Zimtschnecken!
      Viele Grüße*

  3. Danke für das Rezept! Besonders mag ich immer die Geschichten drumrum, speziell derzeit, weil ich auch n Kind in der Ess-Anfangsphase da hab.. Schönen Gruß an den aufgeweckten Nachwuchs! VG Anna

  4. Das hört sich sehr lecker an!! Da meine Kids keinen Weizen vertragen, weißt du ob es mit hellem Dinkelmehl genauso funktioniert? LG und danke!!!

  5. Ich *liebe* Kanelbullar! Leider werden meine immer so schnell trocken (jedenfalls wenn ich so viel backe, dass sie beim besten Heißhunger nicht alle noch warm verzehrbar sind). Auch einfrieren hilft nicht so richtig :/. Daher werde ich deine Knuter unbedingt ausprobieren, danke für das Rezept!

    Andere Frage: Ich habe irgendwie nicht mitbekommen warum du Margarine für dein Kind zu vermeiden versuchst. Magst du dazu noch was sagen oder mir schreiben wo du es schon hingeschrieben hast? Wegen der gehärteten Fette vielleicht? Ist Öl grundsätzlich zu bevorzugen?

    • Liebe Geka,

      nee, ich vermeide Margarine nicht grundsätzlich für meinen Sohn – vielmehr versuche ich, möglichst abwechslungsreich zu kochen und zu backen und da ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die aufgrund von Palmöl oder anderem Margarine meiden, backe ich auch gerne und häufig mit Öl oder eben Nussmus :-)

      Viele Grüße*

  6. Hallo Heldin,
    ich überlege gerade ob ich diese Knoten nächstes Wochenende der Familie auftischen soll (Kuchen/Torte zu backen reizt mich gerade gar nicht;). Reissirup 1:1 durch Zucker geht klar, oder?
    Liebe Grüße!

    • Lieber Ullrik,

      ja, auf jeden Fall :-) Ggf braucht der Teig ein kleines bisschen mehr Flüssigkeit, aber das merkst Du beim Kneten! Ansonsten passt das alles auch prima mit Zucker.
      Guten Appetit und viele Grüße*

      • Danke! Ja das ist mir dann auch aufgefallen :) Eventuell könnte auch milder Ahornsirup funktionieren, aber da muss ich mit der Süße dann auch aufpassen.

        • Ja, Ahornsirup ginge auch, wobei das ja schon ein relativ spezieller Geschmack ist…
          Ich glaube, für die Familie, die eher „normale“ Süße gewohnt ist, würde ich einfach Zucker nehmen und im Teig 175g Hafermilch. Das dürfte dann passen. Für die Füllung müsstest Du bei Verwendung von Zucker nichts anpassen, da die mit Sirup schon sehr flüssig ist – also mit Zucker dürfte sie eine 1A-Konsistenz haben, wo nichts rausläuft :-)
          Viele Grüße*

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.