Schwedischer Zwetschgen-Kuchen (Sveskon Kaka)

Hej hej!

Jaaaaa, ich durfte meinen Urlaub dieses Jahr wieder in meinem Lieblingsland Schweden verbringen :-) Es ist einfach soooo schön da…vor allem die Natur. Wälder und Seen, wohin das Auge reicht. Dazu das Jedermanns-Recht, die sympathischen und super freundlichen Menschen (ich habe tatsächlich noch keine unfreundlichen Schweden kennengelernt, weder in der Stadt noch auf dem Land – sie sind uns gegenüber bisher wirklich immer offen und aufgeschlossen und freundlich gegenüber getreten und das, obwohl wir nur bröckchenweise ihre Sprache sprechen…), die die Idee des „Jantelag“ (keiner ist besser als der andere) scheinbar einfach leben.

Die letzten Jahre waren wir Kanufahren in der schwedischen Wildnis (sooooo schön und entspannend und „back to the roots“ – tagelang keine Menschenseele, keinen Strom, Wasser aus dem See, kochen über Feuer, dessen Holz erstmal gesägt und gesammelt werden muss usw.). Dieses Jahr ging es aufgrund körperlicher „Einschränkungen“ etwas gemütlicher zu: eine Woche in einer Stuga (so ein kleines rotes schwedischen Ferienhäuschen aus Holz) mitten in der Pampa, aber immerhin mit Strom, Wasser und einem Bett und danach dann noch Städtetripps nach Stockholm und Uppsala mit Hotels. Prima! Und erträgliche Temperaturen :-) Ich bin ja kein Heißwetter-Mensch, von daher ist das tatsächlich ein Kriterium bei der Wahl meines Urlaubsziels (ich würde NIE im Sommer in den Süden fahren!).

Unsere liten Stuga: Stuga

Nun aber zu dem Kuchen. Ok, das einzig schwedische daran ist, dass ich ihn in Schweden gebacken habe. Mit schwedischen Zwetschgen. Die waren nämlich mein absolutes Lieblings-Urlaubs-Obst! Sehr lecker! Und da mich auch im Urlaub der Back-Rappel packt, musste es eben auch Zwetschgen-Kuchen sein.

Wir hatten in unserer liten Stuga einen kleinen Winz-Ofen mit zwei Kochplatten oben drauf – genau richtig für einen 2-Personen-Kuchen! Ein Päckchen Trockenhefe hatte ich wohlweißlich eh im Gepäck, Mehl und Zucker hatten die Vorgänger da gelassen, dann habe ich noch Zimt gefunden (perfekt, denn die Schweden geben an ALLES Gebäck Zimt! Und Kardamom…), Rapsöl gab es auch und Sojasahne zum Kochen hatte ich auch mit dabei. Die habe ich kurzerhand mit Wasser gestreckt als Alternative zu Pflanzenmilch (habe ich schon erwähnt, dass es unglaublich viele Soja- und vor allem Haferprodukte in schwedischen Supermärkten gibt??? Sogar Hafer-Joghurt und total leckeres Eis aus Hafermilch!! Denn „Oatly“ scheint da ganz groß zu sein, wenn nicht sogar eine schwedische Marke…die Hafersachen waren sogar sehr viel günstiger als in Deutschland – Alpro dafür halt teurer).

Ok, die Zutaten für den Hefeteig hatte ich also zusammen, darauf dann die Zwetschgen, aber da fehlt doch noch was…Streusel! Denn was ist denn bitte ein echter schwedischer Zwetschgen-Kuchen ohne Streusel? Nix, ganz genau. Margarine hatte ich nicht, aber dafür Kokosfett im Glas (kein Kokosöl, das schmeckt mir zu intensiv nach Kokos, aber das Kokosfett ist geschmacksneutral), was bei Zimmertemperatur schön weich ist. Also habe ich die Streusel damit gemacht. Und was soll ich sagen – das klappte super und hat auch noch richtig gut geschmeckt! Daher kann ich Kokosfett wirklich uneingeschränkt empfehlen, falls mal keine Margarine da sein sollte, jemand keine verwenden möchte, mag oä. Denn Streusel mit Öl sind meiner Erfahrung nach schrecklich, aber diese hier…anders als gewohnt, aber wirklich gut. Probiert´s aus!

Da ich weder eine Waage noch einen Messbecher hatte, habe ich einfach eine Kaffetasse als Maßeinheit verwendet für die Hefeteig-Zutaten und für die Streusel habe ich zur Abmessung einen Esslöffel verwendet. Vorher einfach anhand mir bekannter und erprobter Rezepte das Verhältnis der Zutaten zueinander ausgerechnet und los ging´s. Experiment gelungen.

Aufgrund der ganzen „Umstände“ ist das Rezept also nur mäßig genau zu verstehen – es zeigt dafür aber umso besser, mit wie wenig Zutaten und Hilfsmitteln und sehr basic/low-level ein richtig leckerer Kuchen entstehen kann. Ebenso low-Level ist Dank Handy-Kamera, schlechtem Licht wegen Regen und furchtbar scheußlichem Geschirr aber leider auch das Foto – ich bitte um Entschuldigung, aber ich musste eben mit dem arbeiten, was da war. Außerdem hatte ich Kuchenhunger und dementsprechend wenig Geduld. So.

Schwedischer Zwetschgen-Kuchen (Sveskon Kaka)

Schwedischer Zwetschgen-Kuchen (Sveskon Kaka)

Zutaten für etwa ein halbes normales Backblech (ca. 20×30 cm):

1 Tasse = ca. 250 ml Fassungsvermögen

  • 2 Tassen Weizenmehl Typ 405
  • 1/4 Tasse Zucker
  • 1/2 Tl Salz
  • 1/2 Pckg. Trockenhefe
  • 1/4 Tasse Rapsöl
  • 2/3 Tasse Sojamilch (oder Mischung aus Sojasahne und Wasser bzw. andere Pflanzenmilch)
  • ca. 500 g Zwetschgen
  • 6 El Weizenmehl Typ 405
  • 1 1/2 El Zucker
  • 2 El Kokosfett, sehr weich
  • 1/2 Tl Zimt, gemahlen

Zubereitung:

Das Mehl mit Zucker, Salz und Trockenhefe mischen, Sojamilch und Rapsöl zufügen und alles mit den Händen zu einem weichen glatten Teig verkneten (der Teig ist recht weich, aber noch knetbar, ansonsten noch etwas Mehl zufügen – aber er sollte nicht zu trocken sein!) und abgedeckt an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.

Den gegangenen Teig kräftig durchkneten und mit leicht geölten Händen auf einem Backblech (mit Backpapier oder geölter Alufolie ausgelegt) in Form, also platt, drücken – etwa 1-2 cm dick.

Die Zwetschgen entkernen, halbieren und achteln, ohne sie komplett durchzuschneiden. Mit der Schnittfläche nach oben gleichmäßig auf den Teig legen und leicht andrücken.

Für die Streusel alle Zutaten mit den Händen verkneten und über den Zwetschgen verteilen. Den Kuchen nochmals etwa 20 Minuten gehen lassen. Im vorgeheizten Backofen bei ca. 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 25-30 Minuten im unteren Drittel des Backofens goldbraun backen (bitte unbedingt kontrollieren, denn aufgrund des Winzofens kann ich weder zu der Temperatur noch zu der Backzeit genaue Angaben machen, da der Ofen nicht mit einem normalen Haushaltsofen vergleichbar ist. Euer Kuchen kann also gut länger oder kürzer brauchen…).

Etwas abkühlen lassen und das erste Stück noch lauwarm genießen :-)

Smaklig måltid!

Et voilà!

14 Kommentare

  1. Hallo Heldin,
    die Stuga sieht devinitiv besser aus, als der Teller.

    Aber die schwedische Pflaumenkuchenkreation erst ….

    Liebe Grüße

  2. Liebe Heldin, ich hatte schon Angst, du wärst uns abhanden gekommen, uns hungrigen, nachkochwilligen Leserinnen und Lesern! Schön, hattest du coole Ferien 😉

    • :-) Neee, so schnell werdet ihr mich nicht los!! Musste nur ein bisschen nordische Luft tanken (und kann es jetzt kaum erwarten, gaaaaanz viel in der Küche zu stehen und zu backen, Himmel, hab ich einen Nachholbedarf… :-) ) Geht also jetzt wieder weiter!
      Viele Grüße*

  3. Hallo Heldin :)
    Ich wollte dir hier einmal für deinen Blog danken. Ich esse seit 2 Monaten vegan und wusste zu anfangs gar nicht was ich wie kochen sollte. Als ich dann beim surfen auf deine Seite gestoßen bin war ich so überrascht, was man alles Backen und kochen kann! Ich liebe deine Gerichte und werde weiterhin nachkochen 😉 und natürlich auf Neues hoffen!
    Liebe Grüße Denise

  4. Oh wie toll. Darf ich fragen, worüber ihr das Häuschen gebucht habt? Oder kannst du etwas empfehlen? Ich bin so gar nicht der Typ für Strandurlaub, war jedoch auch noch nie in Schweden und wäre für Tipps dankbar, wo es schön ist oder wie ich an so ein hübsches Häuschen komme für einen evtl. dann mal anstehenden Urlaub 😀

    • Liebe Corinna,
      ich kann´s wirklich nur empfehlen :-) Die Stuga haben wir über diese Seite hier gefunden: Stugnet . Und unsere ist diese hier . Ich bin einfach nach Lage und Preis gegangen. Ausschlaggebend war dann, dass man die Stuga auch mit dem Bus erreicht, allerdings haben wir dann doch kurzfristig ein Auto vor Ort gemietet, was sich als gut herausgestellt hat für Ausflüge und so.
      Und schön ist es wirklich fast überall :-) Wir waren bisher im Süden, Westen, Südosten und Mitte/Norden und es war überall toll! Einfach aufgrund der allgegenwärtigen Seenlandschaften und Wälder oder eben aufgrund der Nähe zum Meer und damit zu den wundervollen Schären (hach, ich könnte schon wieder hin…). Und Stockholm ist auch definitiv eine Reise wert – wirklich eine wunderschöne Stadt mit angenehmem Flair und hübschen Ecken (teilweise touristisch überlaufen, aber es gibt auch viele Ecken ohne Touristenströme…).
      Was ich auch sehr empfehlen kann, sind Kanutouren in der schwedischen Wildnis, aber das ist ja einfach nicht jedermanns Sache. Ansonsten sind die Leute einfach super nett (konnte noch keine Ausnahme entdecken!), so dass ein Ferienhäuschen eine prima Option ist. Falls Du Astrid-Lindgren-Fan bist, empfehle ich die Region Småland (hat nix mit Ikea-Bällebad zu tun 😉 ) – dort ist es auch so einfach total schön…
      Viele Grüße*

  5. Mmmh…. der war echt lecker! Ich bin ganz oft hier bei Dir und hol mir Tipps und Inspiration…. und das bist Du wahrlich! Hoffentlich noch ganz ganz lang! DANKE Doris von AnderSein

  6. Hallo Heldin,
    Und ich dachte schon ich bin der einzige Verrückte, der im Urlaub in einem Ferienhaus Kuchen backt.
    Musst schon sehr lachen, bei uns gabs im Urlaub an der Ostsee auch Pflaumenkuchen vom Blech (mit Streuseln), auch schwer improvisiert, wegen fehlendem Werkzeug, aber trotzdem super gelungen. Einzig die Streusel waren verbesserungswürdig. Geschmacklich ok, aber die Konsistenz so lala. Gab nur so eine Matschmargarine, keine Alsan. Werde das aber auch mal mit Kokosfett probieren. Danke für Deine Rezepte!
    Gruss,
    Stefan

    • Hihi :-) Wie lustig, dass Du quasi dasselbe gemacht hast! Ohne Backen geht eben nicht…
      Viele Grüße*

  7. Hallo zusammen! Ich bin 21 und lebe seit 8 jahren vegan, und seit einem Jahr zusammen mit meinem Mann in Schweden. Wir haben uns ein typisch schwedisches haus in rot-weiss auf dem Land gekauft und ich sitze hier grade mit herrlichem ausblick aus dem Fenster und durchstöber deinen Blog :-) mit grossem kuchen-appetit! da ich mir heute beim nachbarn seine herrlich süssen pflaumen vom Baum holen darf, bin ch hier genau richtig! :-) Habe schon einiges in meinem rezept-ordner abgeheftet und es schmeckt alles wunderbar was du hier postest!!
    vielen dank dir und bei deinem nächsten Schweden- besuch lad ich dich auf einen leckeren veganen kuchen ein 😉 😀

    • Ooohhhhh, wie schön :-) Jetzt werde ich ganz fernwehmütig…Ein rot-weißes Schwedenhäuschen auf dem Land, hach.
      Und dann noch Pflaumen vom Nachbar-Baum. Das würde ich jetzt auch nehmen. Wir müssen unbedingt wieder hin und auf den Kuchen komme ich gern zurück :-)
      Hej då!

  8. Gerade frisch aus dem Ofen verspeist. Sehr sehr lecker! Habe eine Hälfte mit Nektarien gemacht. Auch sehr gut, aber dann weniger Zucker nehmen. Insb. dann, wenn man wie ich, Hafermilch verwendet. Habe statt Trockenhefe frische Hefe genommen. Der Teig ist beinahe über den Rand gehüpft 😉 War aber super fluffig und lecker!

    Danke für das tolle Rezept. Werde bestimmt noch mehr von deiner Seite ausprobieren.

    LG
    Mel

  9. Pingback: Vegane Back-Lieblinge – kinderprobt! – ÖkoHippieRabenmütter

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