Pistazien-Orangen-Cantuccini

Die letzte Woche haben wir unter anderem im Schwarzwald verbracht in einer traumhaft malerischen Winterlandschaft, sehr schön! Wenn auch kulinarisch ein ziemlicher Reinfall, da das Hotel trotz vorheriger Anfrage und Versicherung leider nicht in der Lage war, uns ein einfaches veganes Essen zu kredenzen (es war das „Vier Jahreszeiten“ – also: vom Essen her für Veganer eher nicht empfehlenswert). Wir waren aber nicht zum Essen da, sondern zum Feiern. Und zwar den Geburtstag meines Schwiegervaters und es war wirklich schön, die gesamte Bagage mal wieder auf einem Haufen zu erleben. Und für mich als Flachland-Kind ist Schnee und Rodeln wirklich etwas Besonderes und davon gab´s reichlich :-) .

Anlässlich dieses Geburtstages habe ich mich in der Küche verlustiert und diverse Rezepte entwickelt, um meinem Schwiegervater eine Freude zu machen und da an Weihnachten die Plätzchen schon so gut ankamen und er eine Vorliebe für guten Wein und gutes Essen hat, habe ich Cantuccini gebacken. Sie sind nicht schwer herzustellen, gut zu transportieren, halten eine Weile und schmecken ganz hervorragend eigentlich immer.

Damit es nicht zu langweilig ist, habe ich Pistazien-Orangen-Cantuccini gemacht. Sie schmecken leicht orangig frisch und schön knackig durch die Pistazien – eine tolle Kombination. Auch optisch fand ich sie gut, da sie fast „bunt“ aussahen durch den leichten Orange-Stich und die grünen Pistazien. Dazu sind sie herrlich knusprig und schmecken auch nach zwei Wochen noch wie frisch aus dem Ofen. Die Herstellung ist ganz einfach und unaufwendig, man braucht einzig ein wenig Fingerspitzengefühl beim Schneiden der Scheiben, bevor sie das zweite Mal in den Ofen kommen. Und warum in klassischen Rezepten Cantuccini mit Eiern hergestellt werden, ist mir ein Rätsel, aber gut – dass veganes Backen ohne Eier und Milch ganz einfach und unaufgeregt möglich ist und man nicht einmal Ersatz-Schrott braucht, muss ich euch als Lesern dieses blogs ja nicht erzählen, aber ich wünsche mir, dass das endlich auch der Rest der Welt kapiert. So.

Pistazien-Orangen-Cantuccini

Pistazien-Orangen-Cantuccini

Zutaten für ca. 20 Stück:

  • 170 g Weizenmehl, Typ 550 (oder 405)
  • 2 Tl abgeriebene Orangenschale
  • 1 El Orangensaft
  • 70 g Rohrohrzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Tl Weinsteinbackpulver
  • 1 El Maisstärke
  • 30 ml neutrales Öl
  • 50 ml Hafermilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • 75 g Pistazien, geschält und ungesalzen (falls ihr nur gesalzene bekommt, einfach gut abspülen und die Prise Salz weglassen, das geht auch)

Zubereitung:

Alle Zutaten bis auf die Pistazien in eine Rührschüssel geben und 2-3 Minuten mit dem Knethaken des Handmixers oder der Küchenmaschine auf mittlerer Stufe kneten bis ein weicher homogener Teig entstanden ist von der Konsistenz her ähnlich einem Hefeteig. Nun die Pistazien unterkneten und den Teig zu einem länglichen „Brot“ formen (ca. 20 cm lang, 8 cm breit und 2-3 cm hoch), nach Wunsch einen kleinen Hügel hineindrücken.

Den Laib auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und im vorgeheizten Backofen bei ca. 180 °C Ober- und Unterhitze etwa 30 Minuten backen bis der Teig leicht goldbraun und die Oberfläche fest ist, bei Druck aber nachgibt.

Herausnehmen und ca. 20 Minuten abkühlen lassen. Dann mit einem sehr scharfen Messer vorsichtig ca. 1 cm dicke Scheiben abschneiden und diese flach auf das mit Backpapier ausgelegte Backblech legen. Den Ofen wieder auf 180 °C heizen und die Scheiben von jeder Seite nochmals 5-10 Minuten backen bis die Cantuccini schön knusprig und goldbraun sind. Vorsichtig sein, denn zum Ende hin werden sie schnell zu dunkel, daher öfters kontrollieren. Komplett auskühlen lassen und dann in einer Dose gut verschlossen aufbewahren, so bleiben sie lange knusprig.

Et voilà!

14 Kommentare

  1. Musste das Rezept umgehend ausprobieren und bin begeistert: frisch und knackig ist wirklich die richtige Beschreibung. Allerdings bin ich mit den Knethaken meines Rührgeräts nicht weit gekommen und habe den Teig dann per Hand geknetet und geformt. Und ich habe weniger Pistazien genommen (ca. 50 g), weil ich fand, dass diese Menge ausreicht. Worüber ich besonders glücklich bin, ist die Tatsache, dass die Cantuccini so lange haltbar sind, da ich sie – schön verpackt – als Geschenk auf eine längere Reise schicken werde. :-)
    Liebe Grüße, Brigitte

    • Yeah, super! Cool, dass du die auch so toll findest :-) Und sie eignen sich echt gut zum Verschicken – nur gut polstern. ich habe sie quer durch Deutschland geschleppt und dann sogar noch nach Frankreich und sie haben das alles super überstanden, sind nicht zerbröselt und waren immer noch total lecker.

  2. Bei Dir möchte man Schwiegervater sein! Die sehen ja super aus – und mit Pistazien kann man ja nie was falsch machen.
    P.S. Mein Schwiegervater findet meine Kekse auch immer toll – aber meine Schwiegermutter lehnt sie ab. Weil keine Butter drin ist. Abgefahren, oder?

    • Danke sehr :-) ich hoffe, dass mein Schwiegervater sie auch mochte…
      Aber wie bescheuert, die veganen Kekse abzulehnen, weil gutes Gebäck mit „guter Butter“ gemacht werden muss! Solche Leute kenne ich auch und irgendwie macht mich das immer so wütend, auch, wenn mir die Personen eigentlich Leid tun müssten…und gerade bei Dir, wo Du so leckere Sachen kochst und backst! Was für ein Frevel – aber sie verpasst was; ok, dann bleibt mehr für euch :-)

    • :-) Schöne Idee (und auch schöne Fragen!), hm, ich glaube, ich mag mitmachen. Braucht aber ein bisschen Zeit und Muße – die nehme ich mir in den nächsten Tagen, also bitte nicht wundern oder ärgern, wenn´s ein bisschen dauert…
      Vielen Dank und viele Grüße*

  3. SUPER REZEPT! Habe es gestern direkt ausprobiert und anstelle von „Bro&Salz“ auf einer Einweihungsparty verschenkt. Die Cantuccini haben den Abend nicht überlebt und wurden sogar von einem gebürtigen Italiener (!!) in den Himmel gelobt! Danke also nochmal – werde die bestimmt öfter machen :)
    Da ich keine Pistazien hatte, habe ich übrigens Mandeln genommen.. ganz klassisch 😉

    • Yeah! Sehr cool :-) Ich habe auch noch eine klassische Mandel-Variante gemacht, mit demselben Grundteig und die sind auch echt total lecker und soooo simpel…

  4. Hab sie auch gemacht und sie sehen genauso aus, wie deine. Sie schmecken wunderbar. Danke für diese schöne Variation.
    Ich habe übrigens auch so eine Schwiegermutter. Ohne Butter geht gar nichts

  5. Tolles Rezept, vielen Dank! Schmeckt wie das „Original“, sagen alle 😉 Statt Pistazien habe ich gehackte Mandeln genommen, ging auch gut!

  6. super simpel, super lecker. Herzlichen dank. Die werden bei uns so was nicht alt, die muss ich gleich nochmals backen…

  7. Bin frisch gebackene Veganerin und freue mich sehr über dieses Rezept, denn ich war vor ein paar Wochen in Italien und war ganz begeistert von den dortigen Cantuccini al limone (mit Mandeln und Zitrone)! Werde es sofort ausprobieren, sobald ich Zeit und alle Zutaten beisammen habe. Vielen Dank für diesen tollen blog :)!

    • Habe die Cantuccini meinen Freunden und meiner Familien auf Weihnachten geschenkt.

      Habe zusätzlich noch Varianten mit mehr Orangensaft, eine mit Vanillemarkpulver, und eine mit Amaretto gemacht. Wobei die mit Vanille und mit Amaretto gar nicht so anders geschmeckt haben, da habe ich wohl zuwenig zum Teig gegeben. Waren aber alle sehr lecker. Super Blog. Versuche etwa seit ’15 mich so oft wie möglich Vegan zu ernähren – schaffe es etwa zu guten 80 %. Aber es macht echt spass und wer weiss. Vielleicht kommen der Rest auch noch. Auf jeden Fall sind deine Rezepte sehr lecker und was ich schön finde sind auch deine Einleitungen zu den Rezepten, dies auf der einen Seite leicht und flockig aber auch persönlich. Super. Werde weiterhin öfters hier vorbei schauen.
      Mit Weihnachtlichen Grüssen aus der, für Weihnachten, leider viel zu warmen Schweiz. Lars

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