Mischbrot mit Kürbiskernen OHNE Kneten

Dieses Brot ist angelehnt an das sog. No-Knead-Bread (also Nicht-Kneten-Brot), aber da mir reines Weizenbrot aus hellem Mehl zu langweilig war und mir auch zu wenig Nährwerte enthält, habe ich mir diese modifizierte Version überlegt mit einer Mischung aus Roggen- und Weizenvollkornmehl und verschiedenen Kernen, vor allem Kürbiskernen. Und ich muss sagen: es hat hervorragend geklappt.

Das besondere an diesem Brot ist einmal die Tatsache, dass es nicht geknetet wird, sondern lediglich die Zutaten „verrührt“ (das Rezept braucht deutlich mehr Wasser als üblicherweise) werden, dieser Teig wird mit sehr wenig Hefe angesetzt und muss mindestens 12 Stunden, gerne auch länger gehen. Durch das lange Gehen (ohne zwischenzeitliches Kneten o.ä.), gärt die Hefe fröhlich vor sich hin und es entsteht sowas ähnliches wie Sauerteig, wodurch das Brot einen wunderbaren Geschmack bekommt. Vor dem Backen wird der Teig lediglich zusammengeklappt, ähnlich wie ein Briefumschlag, und dann – das ist der Clou – wird der Teig in einem feuerfesten Gefäß mit Deckel (!!!), am besten eine Glasform oder ein ofenfester Topf ohne Kunststockbestandteile, gebacken.

Dadurch, dass das Brot im Topf mit Deckel gebacken wird und das Ganze bei sehr hoher Temperatur am Anfang, wird ein professioneller Ofen simuliert, da die Feuchtigkeit, die aus dem Brot verdampft, nicht entweichen kann, sondern zirkuliert, hierdurch bekommt das Brot eine herrliche Kruste und reißt schön oben auf. Ich wollte das erst nicht glauben und war seehr skeptisch, aber das Ergebnis hat mich überzeugt, probiert´s aus!

Mischbrot mit Kürbiskernen (ohne Kneten)

Mischbrot mit Kürbiskernen (ohne Kneten)

Zutaten:

  • 250 g Roggenvollkornmehl
  • 250 g Weizenvollkornmehl
  • 2 Tl Salz
  • 1 Tl Trockenhefe
  • 100 g Kürbiskerne
  • 3 El Sonnenblumenkerne
  • 3 El Sesam
  • 400 ml lauwarmes Wasser
  • 50 – 100 g Mehl für die Arbeitsfläche

Zubereitung:

Das Mehl mit dem Salz, der Trockenhefe und den Kernen mischen. Das lauwarme Wasser zufügen und alles entweder mit den Händen oder einem Holzlöffel gut vermengen, so dass ein zähflüssiger Teig entsteht.

Die Schüssel abdecken (entweder mit einem geeigneten Deckel oder mit Klarsichtfolie, kein Handtuch nehmen, sonst trocknet der Teig zu sehr aus) und alles 12-18 Stunden gehen lassen.

Die Arbeitsfläche sehr gut einmehlen und den Teig aus der Schüssel auf die Arbeitsfläche stürzen. Auch die Oberseite des Teiges einmehlen. Der Teig ist sehr weich und kann nicht geknetet werden. Er wird jetzt von jeder Seite her gezogen und umgeklappt, ähnlich wie ein Briefumschlag. Mit der Nahtseite nach unten den Teig nun irgendwie in den gefetteten Topf/die Form bugsieren. Den Deckel auflegen.

Den Backofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Brot hineinstellen, nach fünf Minuten die Temperatur auf 230 °C herunterdrehen, nach 20 Minuten den Ofen auf 200 °C herunterdrehen und den Deckel entfernen (Vorsicht: heißer Dampf!). Das Brot weitere 30 Minuten backen bis es beim Draufklopfen hohl klingt. Das Brot sollte tendenziell lieber etwas zu lange als zu kurz im Ofen bleiben, da es sehr feucht ist und dadurch eine Weile braucht, also evtl. die Temperatur weiter reduzieren (auf 175 °C) und das Brot etwas länger drin lassen.

Et voilá!

11 Kommentare

  1. Ich persönlich knete ja sehr gerne und wollte zudem anfangs nicht glauben, dass das wirklich funktioniert. Dein Brot sieht toll aus.

    • Das geht mir genauso! Teig kneten mag ich gerade mit der Hand auch sehr gerne und oft, aber manchmal isses irgendwie auch nur anstrengend…
      Als Alternative finde ich das No-Knead-bread einfach super, weil es zwar ewig dauert wg der langen Gärzeit, aber so gut wie gar keine Arbeit macht und man bekommt so ein tolles Brot mit einer fantastischen Kruste, mmmhhhhh…..

  2. Hallo Heldin,
    ich habe mal ne Frage zu dem Brot: kann man das auch im Kasten machen? Ich habe nämlich nur einen ‚Mikrowellenofen‘ und da passt kein Topf mit Deckel rein. Falls ja: für welche Kastenform wäre die von dir angegebene Menge ungefähr?
    Liebe Grüße,
    Federchen

    • Hallo Federchen,

      klar, Du kannst auch eine Kastenform nehmen. Ich denke, von der Größe her müsste so eine normale für einen Kuchen mit 500 g Mehl passen (ich hab nur kleine, daher weiß ich von den großen die Länge nicht…), es sollte etwa die Hälfte der Form mit Teig gefüllt sein, wenn er (vor dem Gehen) schon bis zum Rand reicht, ist die Form zu klein. Um in etwa denselben Effekt wie mit einem Topf und Deckel zu erzielen, könntest Du die Kastenform mit Alufolie (oder Backpapier) fest abdecken und diesen „Deckel“ dann nach 15-20 Minuten entfernen, dann sollte das Brot auch recht knusprig werden – schmecken tut´s auf jeden Fall, auch wenn Du´s ganz ohne Abdeckung backst.
      Viele Grüße*

  3. Danke für die Antwort. Nun habe ich aber doch noch mal ne Frage: ich habe haben den Teig gemacht, aber von ‚zähflüssig‘ kann keine Rede sein. Ich habe noch etwas Wasser dazu gegeben und nun ist er matschig. Reicht das, oder soll ich noch mehr Wasser dazu?!
    Ich habe übrigens eine 15cm Form, also echt winzig. Habe daher nur die Hälfte gemacht, aber es werden vmtl trotzdem 2 Backrunden ^^

    Lg, Federchen

    • Hm, schwer zu sagen, aber matschig klingt schon ganz gut (zähFLÜSSIG ist zu flüssig, also eher Richtung matschig :-) ). Der Teig sollte nicht wie Waffelteig sein oder so, sondern einfach feuchter als normalerweise. Also, eher kein Wasser dazu.

  4. Also das Brot kam eben aus dem Ofen und es schmeckt sehr lecker. Mein Freund meint zwar, da muss mehr Salz ran – sehe ich allerdings nicht so 😉
    Leider war der Teig aber nicht so, wie er sein sollte. Es hat furchtbar geklebt und ist sofort auseinander gerissen. Mit Ziehen oder Formen war da nichts mehr. Hab ihn dann einfach in meine flache Auflaufform gepackt und so gebacken. Ist halt mehr ein Fladen geworden, aber an dem tollen Geschmack rüttelt das nicht.
    Von daher: leckeres Brot!

  5. Öhm, also gute 2h später ist von dem Brot (Hälfte der Zutaten) nichts mehr übrig O.O Der Herr im Hause hat sich ein ordentliches Vesper genehmigt und ich musste zusehen, dass für mich noch das ein oder andere Stück übrig bleibt. Durch die sehr flache Form ließ sich wunderbar im Vorbeigehen das ein oder andere Stück abbrechen 😀 Hervorragend, wirklich!

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