Nuss-Cupcakes mit Cashew-Schoko-Frosting

Ich würde ja gerne sagen, dass ich meine Rezepte und Blog-Posts tagelang detailliert plane, organisiere, aufschreibe usw. Und dass ich mir im Vorfeld genauestens Gedanken darüber mache, wie das Rezept aussehen soll, welche Zutaten es beinhaltet und wie die Zubereitung verläuft. Dann gehe ich einkaufen und weil ich vorher alles so gut geplant und notiert habe, klappt dann auch alles perfekt und in Schönschrift.

So, und nun zur Realität :-) . Bei diesem Rezept sah diese so aus: ich war einkaufen mit Kind. Während ich im einen Gang war, stromerte M. irgendwo herum und kam dann freudestrahlend mit einer Packung voller Cupcake-Formen an. In hellgrün, mit weißen Punkten und leicht schnörkeligem Rand. Aus festem Papier. Hach, ich liebe diese Kind <3 Das ist MEIN Sohn! Er weiß manchmal ganz genau, wie man Mama glücklich machen kann. Er war also der Meinung, wir müssten unbedingt diese Förmchen kaufen und man darf sein Kind ja nicht enttäuschen, also wurden sie mitgenommen (juchuh!!). Jetzt brauchte ich nur noch ein Rezept. Eigentlich wollte ich Muffins. Schnöde, nichtssagende trockene Muffins, weil ich so gar keine Lust auf Schnickschnack hatte und schließlich sollten sie ja nur für uns sein und weder zum Mitbringen noch für den Blog.

Ich entschied mich für Nuss-Muffins. Schnell zusammengerührt, aus simplen Zutaten. Lecker, saftig, unspektakulär. Eigentlich war es das. Eigentlich. Denn uneigentlich stand schon seit über einem Tag ein Schälchen mit eingeweichten Cashews in der Küche, aus denen ich veganen Cashewkäse machen wollte. Dummerweise nur hatte ich so überhaupt keinen Appetit mehr auf Cashewkäse…aber was tun mit den eingeweichten Dingern? Genau! Schokocreme. Klar, oder?!

Davon hatte ich schon häufiger gelesen, aber es noch nie getestet und es war definitiv einen Versuch wert. Also habe ich diverse Zutaten in den Mixer gegeben wie eben jene Cashews, Kokosfett, Pflanzenmilch, Kakaopulver und Reissirup. Aber irgendwas fehlte und süß genug war es auch nicht, daher Kokosblütensirup dazu und zack! perfekt.

Die Creme war göttlich und natürlich kann man sie auch pur löffeln, aber da die Nuss-Muffins ja nunmal da waren, ergab sie einfach das ideale Topping und aus den Muffins wurden Cupcakes. So läuft das manchmal 😀 . Und alles zusammen war einfach sowas von lecker und gut, dass ich es euch nicht vorenthalten möchte. Daher gibt es das Rezept nun doch auch für den Blog und das alles trotz mangelhafter Deko-Spritzkünste meinerseits, aber ihr könnt es ja besser machen. Alternativ kann man die Cupcakes auch aushöhlen und die Creme einfüllen oder alles mit einem Löffel daraufstreichen. Egal, schmecken wird es fantastisch. M. hat übrigens als Dank für das Finden der süßen Förmchen einen ganzen großen Cupcake mit Creme alleine auffuttern dürfen. Fand er super.

Cupcakes

 

Zutaten für ca. 6 Riesen-Förmchen oder 10-12 normale:

Teig:

  • 150 g gemahlene Nüsse (ich hatte halb Mandeln und halb Haselnüsse)
  • 100 g Weichweizengrieß (oder Dinkelgrieß)
  • 75 g Dinkelmehl Typ 630
  • 75 g Rohrohrzucker
  • 1 1/2 Tl Backpulver
  • 1/2 Tl Natron
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen
  • eine Prise Salz
  • 1 El Zitronensaft
  • 180 g Pflanzenmilch
  • 40 g Öl, geschmacksneutral

Topping (reicht für ca. 12 Cupcakes):

  • 100 g Cashews, für 5-8 Stunden eingeweicht (oder über Nacht)
  • 25 g Kakaopulver
  • 45 g Reissirup
  • 25 g Kokosblütensirup (alternativ insgesamt 60 g Agavensirup (nur 60 g, da Agavensirup deutlich süßer ist als Reis- und Kokosblütensirup))
  • 40 g Kokosfett oder Kokosöl (je nachdem, ob ihr Kokosgeschmack wollt oder nicht…)
  • 100 g Pflanzenmilch
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen

Zubereitung:

Für den Teig die gemahlenen Nüsse in einer Schüssel mit dem Grieß, Dinkelmehl, Rohrohrzucker, Backpulver, Natron, Vanille und Salz gut vermischen. In einer zweiten Schüssel die Pflanzenmilch mit Zitronensaft und Öl verquirlen und dann zu den trockenen Zutaten geben. Mit einem Löffel oder dem Schneebesen kurz verrühren bis sich alles gut verbunden hat. Nicht zu lange rühren, kleine Klümpchen machen nichts und verschwinden beim Backen.

Den Teig in die Muffinförmchen füllen und im vorgeheizten Backofen bei ca. 180°C Ober- und Unterhitze 20-30 Minuten backen. Die Backzeit variiert je nach Förmchengröße natürlich sehr, daher unbedingt eine Stäbchenprobe machen.

Die Küchlein komplett auskühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Schokocreme zubereiten: hierfür die eingeweichten Cashews abgießen und in einem Sieb gut mit klarem Wasser abspülen. Abtropfen und in den Mixer geben. Das Kokosfett/-öl schmelzen und mit den übrigen Zutaten zu den Cashews geben.

Alles auf höchster Stufe 1-2 Minuten zu einer glatten feinen Creme mixen möglichst ohne Stückchen. Abschmecken und je nach Süßhunger noch nachsüßen.

Die Creme direkt in einen Spritzbeutel mit gewünschter Tülle geben (die Spitze/Tülle umklappen, damit nichts rausläuft) und den Spritzbeutel in den Kühlschrank stellen (ich nehme dafür immer eine kleine Schüssel, aber ein Glas sollte auch gehen).

Die Creme 1-2 Stunden durchkühlen lassen, dann ganz nach Deko-Vorlieben auf die fertigen Nuss-Küchlein spritzen, dekorieren o.ä. (die Creme sollte nicht zu lange im Voraus auf die Cupcakes aufgetragen werden, da sie relativ schnell eine dunkle „Haut“ bekommt).

Reinbeißen und genießen.

Et voilà!

Vegane Dessertträume und eine Limetten-Joghurt-Creme

Heute gibt es Novum auf dem blog: Ich rezensiere ein Buch. Das gab es hier noch nie! (und wird auch eine Ausnahme bleiben) Aber keine Angst, ein Rezept gibt es natürlich auch dazu 😀

Vor einigen Wochen hat mit Brigitte von B.B.´s Bakery gefragt, ob ich nicht Lust hätte, ihr neues Buch „Vegane Desserträume“ zu rezensieren. Ich hatte! Aus zwei Gründen: zum einen „kenne“ ich Brigitte seit einer Weile über facebook und finde sie ganz furchtbar sympathisch. Ich folge auch ihrem blog schon lange und mag ihre wunderbaren Kreationen der süßen veganen Küche (von den tollen Fotos ganz zu schweigen!). Außerdem teilen wir unsere große Liebe zu veganen Käsekuchen sowie die Freude am Experimentieren. So passiert es nicht selten, dass sie mich durch ihre Rezepte inspiriert und umgekehrt – das macht super viel Spaß und führt zu tollen Ergebnissen.

Der zweite Grund ist der, dass ich selber keinen guten Draht zu Desserts habe. Beziehungsweise zu deren Rezept-Entwicklung. Das liegt mir einfach nicht so – ich kann besser backen und kochen. Für Desserts fehlen mir irgendwie die Ideen. Wenn ihr meine Rezepte durchstöbert, werdet ihr merken, dass es hier auf dem blog auch kaum welche gibt. Daher kam mir das Dessert-Buch gerade Recht.

Dessert

 

Brigittes Buch ist voll mit Desserts! Genauer gesagt mit 47, wenn ich mich nicht verzählt habe. Aufgeteilt in folgende Kategorien:

Zum Löffeln

Zum Herzerwärmen

Zum Schwelgen

Zum Dahinschmelzen

Zum Stibitzen

In „Zum Löffeln“ findet ihr so leckere Sachen wie Schoko-Karamell-Marillen-Trifle, Macadamia-Beeren-Cheesecake-Dessert oder Tonka-Schoko-Mousse mit Salz-Krokant. In „Zum Herzerwärmen“ geht es weiter mit zB Topfenkupperln im Knuspermantel mit marinierten Erdbeeren, Ofen-Kastanien-Palatschinken mit Walnüssen oder Joghurt-Mandel-Gratin mit roten Beeren. Dann folgen in „Zum Schwelgen“ u.a. Kokos-Dattel-Brownies mit Kokos-Schoko-Sauce, Weiße Schoko-Mandel-Kürbis-Küchlein mit Zimtschaum und Kirsch-Colada-Törtchen. In „Zum Dahinschmelzen“ geht es um kalte Köstlichkeiten wie Frozen Yogurt mit Erdbeerswirl, Avocado-Limetten-Eis oder Mohn-Linzer-Cookies-Eis. Und zum Schluss gibt es in „Zum Stibitzen“ Kleinigkeiten wie Himbeer-Cashew-Konfekt, gefüllte Klebreisbällchen im Sesammantel oder Gebackene Zitronen-Basilikum-Drops.

Ihr seht, da ist wirklich für jeden etwas dabei und ein Rezept klingt besser als das andere. Abgerundet werden die Rezepte-Kapitel mit einer Einleitung „Meine süße Trick- und Zauberkiste“, wo Brigitte allerlei Tipps gibt zur Dessert-Zubereitung und den richtigen Zutaten und die Leser in ihre Geheimnisse rund um selbstgemachtes Eis einführt.

Am Ende gibt es zwei Rezepte- und Stichwort-Register, was ich unglaublich toll und hilfreich finde! Einmal alphabetisch und dann aber noch eines, in welchem die Rezepte unterteilt sind in gluten- und sojafrei, alternativ gesüßt, unkompliziert und gut vorzubereiten. Von dem Register bin ich wirklich begeistert, denn hier hat sich endlich mal jemand Gedanken gemacht, wie man schnell das gewünschte Rezept findet.

Zu jedem Rezept gibt es außerdem ein wunderschönes Foto (Brigitte hat nicht nur alle Rezepte für die Fotos selber hergestellt, sondern auch selber dekoriert und arrangiert. Respekt!), sowie Tipps und Tricks und kleine Anekdoten. Dazu ist jedes Rezept mit Symbolen gekennzeichnet, so dass auf den ersten Blick erkennbar ist, ob das Rezept sojafrei, glutenfrei, alternativ gesüßt usw. ist.

Man merkt einfach, in dem Buch steckt viel Liebe, Herzblut und Kreativität. Es macht richtig Spaß, darin herum zu blättern, sich inspirieren zu lassen und einen wässrigen Mund zu bekommen.

Ich habe für euch ein Rezept herausgesucht, was wunderbar erfrischend ist und damit in den Frühling und Sommer passt: eine Limetten-Joghurt-Creme mit Himbeeren und Knusperstreuseln. Das Dessert ist prima vorzubereiten und schmeckt gerade durch die Kombination von fruchtig, süß, säuerlich und knusprig ganz großartig! Sowohl Mann als auch Kind waren begeistert :-) . Die Zubereitung hat sehr gut geklappt, einzig die Mengenverhältnisse waren nicht so meins. Für meinen Geschmack reicht die Hälfte der Limetten-Creme bzw. müsste die Himbeer-Komponente verdoppelt werden, aber ich liebe auch rote Grütze und da die Himbeeren mich sehr daran erinnern, hätte ich davon einfach gerne mehr gehabt. Außerdem war mir die Creme etwas zu sauer, beim nächsten Mal nehme ich weniger Limette. Knusperstreusel hatte ich auch noch viele übrig, aber darüber kann man sich ja nun nicht beschweren 😉 Die schmecken nämlich quasi fast überall drin! Meine Änderungen notiere ich in dem Rezept, ansonsten ist es uneingeschränkt lecker! Also, löffelt los.

Dessert1

 

Zutaten für vier Dessertgläser:

Für die Knusperstreusel:

  • 40 g Mandeln
  • 75 g Haferflocken, Kleinblatt
  • 2 El Sesam
  • 1,5 El pflanzliches Öl, geschmacksneutral (ich habe 2 El genommen)
  • 1 El Agavendicksaft
  • (ich habe noch etwas gemahlene Vanille und Zimt zugefügt, da ich Zimt in Streuseln liebe)

Für die Himbeeren:

  • 1 geh. Tl Vanillepuddingpulver (ich habe Stärke genommen plus gemahlene Vanille)
  • 250 g Himbeeren (frisch oder TK)
  • 1 El Rohrohrzucker (optional)

Für die Limetten-Joghurt-Creme (für mich reicht die Hälfte der Menge):

  • 150 g Schlagcreme (ich hatte gesüßte Schlagcreme von Schlagfix)
  • 200 g Sojajoghurt (natur), abgetropft (Ausgangsbasis ca. 320 g Joghurt) (ich hatte den Alpro Go On Quark und konnte mir das Abtropfen so sparen)
  • 40 g Rohrohrzucker
  • 10 g Vanille-Rohrohrzucker
  • 1 Tl Limettenschale, abgerieben
  • Saft von zwei Limetten (ca. 100 ml) (ich nehme beim nächsten Mal nur 50-75 ml)
  • 1/2 Tl Agar-Agar

Zubereitung:

Für die Knusperstreusel die Mandeln fein hacken und mit den übrigen Zutaten mischen und etwas verkneten. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, flach darauf verteilen und im vorgeheizten Backofen bei 180°C Ober- und Unterhitze ca. 10 Minuten knusprig backen. Dabei einmal wenden. Die Knusperstreusel gut im Auge behalten, da sie sehr schnell bräunen.

Aus dem Ofen holen und komplett abkühlen lassen.

Die Himbeeren in einen Topf geben, mit dem Rohrohrzucker süßen und aufkochen. Das Vanillepuddingpulver mit 1-2 El Wasser glatt rühren. Zu den Himbeeren geben und alles 1-2 Minuten unter Rühren köcheln lassen. Abschmecken und ggf nachsüßen.

Die Himbeeren auf die Dessertgläser verteilen und abkühlen lassen.

Zwischenzeitlich die Joghurt-Creme zubereiten. Hierfür den Schlagcreme sehr steif schlagen. Die Limetten auspressen und den Saft mit dem Agar-Agar in einen kleinen Topf geben. Unter Rühren mindestens zwei Minuten sprudelnd kochen lassen, dann kurz etwas abkühlen (nicht komplett, sonst ist das Agar-Agar bzw die Flüssigkeit bereits geliert!).

Den abgetropften Joghurt mit dem Rohrohrzucker, Vanillezucker und der Limettenschale verrühren.

Jetzt die Schlagcreme nochmals aufschlagen und währenddessen den Agar-Agar-Limettensaft langsam einfließen lassen. Alles gut verquirlen. Die Joghurt-Mischung zufügen und alles nochmals vorsichtig verrühren bis sich alles zu einen luftigen Creme verbunden hat.

Die Creme über den Himbeeren gleichmäßig verteilen. Die Dessertgläser in den Kühlschrank stellen und alles einige Stunden gut durchziehen und kühlen lassen.

Direkt vor dem Servieren die Knusperstreusel darüber geben, genießen und schwelgen :-) .

Et voilà!

 

Karamell-Schoko-Riegel (roh möglich)

Ich bin bekennender Schoko-Riegel-Junkie 😀 Auch, wenn so ein Riegel gerne mal Zucker, Fett und Kalorien von einem Mittagessen enthält, so sind sie einfach oberköstlich! Zu unveganen Zeiten habe ich bergeweise davon verdrückt und nach vielen vielen Jahren, in denen die Suche nach veganen Schokoriegeln einer Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen glich, gibt es mittlerweile sehr leckere Exemplare zu kaufen. Allerdings oft nur online, immer aber zu horrenden Preisen! So ist das Schoko-Riegel-Vergnügen inzwischen eher eine Seltenheit geworden – vor allem auch, weil sie halt doch sehr mächtig und zuckrig sind und ich gerne gute und hochwertige Lebensmittel esse.

Aber das Gefühl im Mund und der Geschmack von einem leckeren Schokoriegel ist einfach unvergleichlich und befriedigt Gelüste ungemein. Am Allerliebsten mag ich Riegel mit Karamell und/oder Nüssen. So wie zB die Erdnussbutter-Crunch-Cups oder auch veganes Twix. Daher war auf meiner Nachmach-Liste schon lange ein Rezept für rohveganes Twix und nachdem mich eine Bekannte daran erinnert hat, habe ich mich letztens endlich daran gewagt. Was dabei herauskam, hat mich echt umgehauen 😀 Das Ergebnis schmeckt null nach Twix (wie auch, in roh, wo doch der knusprige Keks fast das Wichtigste ist…), dafür aber nach dem leckersten und Besten veganen Mars-Riegel, den ich je gegessen habe! Und ich habe schon seeeeeeehr oft versucht, veganes Mars zu machen, bin aber immer an der Candy-Creme gescheitert.

Nach ein paar Änderungen habe ich die für mich perfekte Mischung und ein göttliches Rezept entwickelt, was mit unglaublich wenigen Zutaten auskommt und dazu fast gesund ist. Der Boden besteht aus Mandeln, Cashews und Reissirup (Agave geht auch, war mir aber deutlich zu süß, außerdem enthält der mir zu viel Zucker) und das Karamell ist ein Dattelkaramell, was wunderbar buttrig wird durch die Zugabe von Mandelmus. Der Knaller! Ich hätte NIEMALS gedacht, dass man aus Datteln so ein unglaublich gutes Karamell herstellen kann, denn den Geschmack von Datteln mag ich gar nicht so gerne. Dieses Dattelkaramell schmeckt aber einfach nur nach dem köstlichsten Karamell, was ich je gemacht habe und ist dazu auch noch wunderbar gelingsicher (was man von Karamell ja nicht behaupten kann…letztens habe ich VIER Versuche machen müssen!).

Das Beste ist: Man braucht keinen Hochleistungsmixer. Ganz im Gegenteil, ich behaupte sogar, dass das Rezept darin nicht funktioniert, weil die Masse zu klebrig und der Mixer zu stark wäre. Ein Food-Processor oder (wie in meinem Fall) Häckseluntersatz vom Pürierstab ist das Mittel der Wahl. Irgendwas mit S-Messer. Obwohl die Zubereitung wirklich einfach ist, so braucht ihr definitiv Geduld, denn sowohl der Boden als auch das Karamell ist sehr klebrig und widerspenstig in der Verarbeitung und man muss häufig anhalten, Masse runterkratzen, weiter mixen usw. Außerdem sollte die Masse einige Zeit tiefgekühlt werden, damit man sie problemlos in Riegel schneiden und mit Schokolade überziehen kann.

Je nachdem, was ihr für Zutaten nehmt, ist das Rezept komplett roh machbar. Ich nehme Reissirup und fertige Schokoladen-Buttons, verlinke euch aber auch nochmal das Rezept zur rohen Schokolade. Aber wie auch immer ihr es macht – die Riegel werden so so so köstlich! Da kann keiner widerstehen. Auch M. nicht. Während ich fotografierte rannte er die ganze Zeit aufgeregt rum und wollte unbedingt einen essen. Er liebt diese Dinger und bei so guten Zutaten darf er da gerne naschen.

Riegel RiegelM

 

Zutaten für 12 kleine Riegel (ca. 2,5×6 cm):

  • 1/4 Tl Vanille, gemahlen
  • 60 g Reissirup (oder Agave)
  • 45 g Mandeln, mit Schale
  • 80 g Cashews, ungeröstet
  • 160 g Datteln, ohne Stein (ich hatte sowohl schon Medjool als auch Deglet Nour und es schmeckt mit beiden)
  • 70 g weißes Mandelmus
  • 15 g Wasser (1 El)
  • eine Prise Salz
  • 1/2 Tl Vanille, gemahlen
  • 150-200 g Schokolade, je nachdem, ob ihr die Riegel eintaucht oder bepinselt (ich hatte 150 g Reismilchschokolade und 50 g rohe Zartbitterschokolade gemischt)

Zubereitung:

Für den Boden Mandeln mit Cashews in den Food-Processor geben und fein mahlen. Vanille und Reissirup zufügen und alles zu einer relativ kompakten und klebrigen Masse mixen. Dabei ggf. immer mal wieder stoppen, die Masse von den Rändern kratzen, weitermixen usw. Die Masse sollte relativ fein sein, ein paar Stückchen machen aber nichts.

Eine geeignete rechteckige Form entweder leicht einölen oder mit Backpapier auslegen. Die Cashew-Mandel-Masse darauf verteilen und mit feuchten Fingern sehr gleichmäßigen festdrücken. Für ca. 30  Minuten ins Gefrierfach stellen.

Für das Karamell die Datteln zusammen mit Mandelmus, Wasser, Vanille und Salz in den Mixtopf geben und mit viiiiel Geduld zu einer ganz glatten Masse mixen. Hierbei müsst ihr wahrscheinlich häufig stoppen und runterkratzen, aber es lohnt sich! Am Ende formt sich das Karamell beim Mixen zu einem Ball zusammen, ist ganz glatt und glänzend und sehr zäh klebrig. Es sollte jetzt kaum mehr nach Dattel, sondern nur nach Karamell schmecken, dann ist es fertig!

Das fertige Karamell mit angefeuchteten Fingern ganz gleichmäßig auf dem Cashew-Mandel-Boden verteilen und gut andrücken. Die Form für 1-2 Stunden (oder länger) ins Gefrierfach stellen.

Bevor ihr die Masse herausholt, vorsichtig die Schokolade im Wasserbad schmelzen, dann erst die Form aus dem Gefrierfach holen.

Die Masse herauslösen (evtl. ein Messer zur Hilfe nehmen), mit einem scharfen großen Messer in Riegel schneiden und mit Hilfe von zwei Gabeln in die Schokolade tauchen (oder damit bepinseln). Schnell arbeiten, da die Schokolade auf den Riegeln schnell fest wird, da sie so kalt sind.

Die überzogenen Riegel am Besten auf Backpapier oder eine Dauerbackmatte geben, damit sie sich später problemlos lösen lassen.

Die Schokolade komplett aushärten lassen, dann genießen. Fertige Riegel am Besten im Kühlschrank aufbewahren.

Et voilà!

Cremiger Mandelfrischkäse (ohne Soja)

Frischkäse gehörte schon früher zu meinen liebsten Brotaufstrichen. Bergeweise habe ich ganz dunkles Schwarzbrot damit bestrichen gegessen (meine Mutter hat mir das lustigerweise als selbstgemachte Milchschnitte verkauft, die sie sich weigerte mir zu kaufen – und ich hab´s geglaubt :-) ). Seitdem ich vegan lebe, müssen also pflanzliche Alternativen her.

Auf dem veganen Frischkäse-Markt tummelt sich ja so einiges und fast alles, was ich bisher gekauft und probiert habe, schmeckte entweder nach Tapetenkleister oder Knete (und hatte auch dieselbe Farbe und Konsistenz, bah!) oder aber penetrant nach Soja. Puh, nicht essbar! So ein oder zwei Hersteller gibt es, die es geschafft haben, essbare Varianten auf den Markt zu bringen, aber erstens sind die meist völlig überteuert und zweitens bekomme ich sie nicht überall.

Daher mache ich meinen veganen Frischkäse schon seit vielen Jahren selber und greife am Liebsten auf dieses Rezept oder dieses zurück. Nun enthalten aber beide dieser Rezepte Soja und das mag den einen oder anderen stören (mich nicht…) bzw. gibt es ja auch einfach Leute, die Soja nicht vertragen oder partout nicht mögen. Außerdem setzt das Kaffeefilter-Abtropf-Rezept eine bestimmte Joghurtsorte voraus und das andere Rezept einen bestimmten Tofu. Beides ist nicht immer im Haus und ich liebe es, wenn ich auf Vorräte zurückgreifen und spontan sein kann.

Da kam es mir gerade Recht, dass ich vor ein paar Tagen die Gelegenheit hatte, den veganen Frischkäse von Simply V zu probieren. Kannte ich bis dato nur vom Hörensagen und bekomme ich bei mir in der Stadt (und Umkreis von 50 km…) nicht. Und was soll ich sagen?! Diese Frischkäse-Alternative ist der Knaller! Oberlecker. Wunderbar sahnig, cremig, vollmundig und einfach perfekt. Kein Sojabeigeschmack. Geht auch nicht – er ist auf Mandelbasis. Aber eben auch kein Marzipan-Beigeschmack, was ich auch schon hatte bei Mandelkäsen. Der Frischkäse ist also in meinen Augen perfekt. Der Haken: Ich bekomme ihn hier einfach nicht, das Töpfchen ist seeeehr klein, preislich im Mittelfeld und unnötige Plastikverpackung.

Also habe ich die Zutatenliste studiert und selber gemacht. Tadaaaaa!! Es ist mehr als geglückt 😀 Ich habe den in meinen Augen besten und leckersten veganen Frischkäse ever gezaubert. Aus Mandeln. Ohne Beigeschmack, ohne Chi-Chi und Gedöns. Keine fancy Zutaten, sondern sowas von easypeasy, hach…Nur Mandeln einweichen müsst ihr, der Rest ist schnell gemacht. Geht mit und ohne Hochleistungsmixer. Macht am Besten gleich die doppelte Menge – ich habe zeitgleich auch noch frische Brötchen gebacken und kann gar nicht aufhören, sie mit dem Mandelfrischkäse zu bestreichen und zu essen…

Ach, ich liebe Kräuter-Frischkäse, daher hier das Rezept mit Kräutern, aber er schmeckt auch pur, mit getrockneten Tomaten, Oliven, Röstzwiebeln, Hefeflocken wasweißich!

Mandelfrischkäa_2

 

Zutaten für ca. 200g Frischkäse:

  • 100 g Mandeln, blanchiert (also ohne Haut), egal ob ganz, gestiftet, gehackt, gehobelt oder sonstwas
  • 60 g Wasser
  • 25 g Kokosfett, geschmacksneutral
  • 15 g Zitronensaft
  • 1/2 Tl Salz
  • 2 El frische Kräuter, gemischt (ich nehme im Winter TK-Kräuter…)

Zubereitung:

Zunächst die Mandeln in ausreichend Wasser mindestens 8 Stunden einweichen (am Besten über Nacht oder morgens einweichen und abends machen).

Das Wasser abgießen (und wegschütten) und die Mandeln in einem Sieb sehr gut unter fließendem kalten Wasser abspülen (gutes Einweichen und Abspülen ist wichtig, um den Marzipangeschmack zu verhindern).

Das Kokosfett vorsichtig schmelzen. Die abgespülten Mandeln zusammen mit den 60 g Wasser, dem Zitronensaft und Salz in den Mixer/Hochleistungsmixer oder eine Schüssel geben. einige Minuten kräftig durchmixen oder mit dem Pürierstab pürieren, dabei immer wieder die Masse vom Rand kratzen. Es sollte eine möglichst homogene Masse entstehen, die schön glatt ist.

Jetzt das Kokosfett zufügen und alles nochmal kurz durchmixen. Eventuell mit Salz und Zitronensaft abschmecken.

Die Kräuter unterheben und den Mandelfrischkäse für ca. 2 Stunden in den Kühlschrank stellen, damit er gut durchziehen und aromatisieren kann.

Et voilà!

Cookie-Brownies (mit oder ohne Himbeeren)

Mir ist aufgefallen, dass ich ja eines meiner absoluten Lieblingsrezepte noch nicht mit euch geteilt habe 😮 Das geht ja gar nicht und muss DRINGEND nachgeholt werden!

Wie wahrscheinlich die meisten von euch liebe ich Brownies. So richtig schön schokoladig, innen schön chewy, leicht klebrig, saftig und einfach lecker. Aber ich mag auch Cookies wirklich wirklich sehr gerne. Gerne mit Schoko-Stückchen und Nüssen, leicht mürbe und ja, eben keksig knusprig. Am Liebsten hätte ich immer beides zusammen und kann mich einfach nicht entscheiden, was jetzt Vorrang hat. Brownies, Kekse, Brownies, Kekse, Brownies,…ein Dilemma!!

Ha! Nix da Dilemma. Es geht beides. Gleichzeitig 😀 Und zwar in Form dieser absolut köstlichen Cookie-Brownies. Unten ein saftiger, schokoladiger, süßer und leicht klebriger Brownie-Teig und oben eine ordentliche Portion leckere Keks-Teig-Stückchen. Fein mürbe und leicht knusprig. Himmlisch.

Diese Cookie-Brownies sind schon seit Jahren in meinem Repertoire. Die Zutatenliste liest sich zwar recht lang, besteht aber eigentlich nur aus Vorratskram und ist darüber hinaus sogar relativ gesund. Außerdem ist sie wunderbar variabel. Diese Brownies schmecken mit Schokolade, Nüssen und sogar Früchten wie zB Himbeeren! Brownie-Teig mit Himbeeren und Keks-Topping. Und alle so: Yeah! Auch der Keksteig ist variabel. Ich habe mich heute für die simple Version entschieden mit Schokotropfen. Ach, und da auch ich versuche, meinen Margarine-Konsum zumindest etwas einzuschränken, wird sowohl der Brownie- als auch Cookie-Teig dieses Mal mit Öl gemacht. Klappt prima.

Also, tobt euch aus, seid kreativ und genießt die beste  Kombination aus Cookies und Brownies, die die Welt je gesehen hat!

Brownies Brownies1

Zutaten für eine Form 20×20 cm:

Brownie-Teig:

  • 75 g Dinkelmehl, Typ 630 (alternativ Weizenmehl 550)
  • 50 g Haferflocken, fein gemahlen (alternativ Dinkel-Vollkornmehl)
  • 40 g Mandeln, gemahlen
  • 1 El Leinsamen, gemahlen (oder geschrotet)
  • 1 geh. El Stärke
  • 2 El Kakaopulver
  • 60-75 g Rohrohrzucker, je nach Süßschnabeligkeit
  • 50 g vegane Zartbitter-Schokodrops
  • 1 Tl Backpulver
  • etwas Vanille, gemahlen
  • Prise Salz
  • 100 g Sojajoghurt, natur
  • 80 g (ja, Gramm) Mandelmilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • 2 El Ahornsirup (oder anderer Sirup)
  • 45 g (ja, Gramm) Öl, geschmacksneutral oder mit Buttergeschmack
  • optional: 150 – 200 g Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt

 

Cookie-Teig:

  • 30 g Mandelmilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • 1 Tl Zitronensaft
  • 100 g Dinkelmehl Typ 630 (alternativ Weizen 550)
  • 50 g Mandeln, gemahlen
  • 1 Tl Backpulver
  • 50 g Rohrohrzucker
  • je eine Prise Vanille und Salz
  • 55 g Öl geschmacksneutral oder mit Buttergeschmack
  • 70 g vegane Zartbitter-Schokodrops

Zubereitung:

Für den Brownie-Teig Dinkelmehl, gemahlene Haferflocken (ich mahle die Haferflocken und Leinsamen immer zusammen im Personal-Blender oder im Häcksel-Untersatz meines Pürierstabes), gemahlene Leinsamen, Mandeln, Stärke, Kakaopulver, Rohrohrzucker, Schoko-Drops, Backpulver, Salz und Vanille in einer Schüssel mischen.

In einer zweiten Schüssel das Öl mit Sojajoghurt, Mandelmilch und Ahornsirup gut verquirlen.

Die feuchte Mischung zu den trockenen Zutaten geben und alles mit einem Löffel gut vermengen. Kleine Klümpchen sind nicht schlimm, daher nicht zuuuu lange und doll rühren.

Nach Belieben die Himbeeren unterheben (tiefgekühlte Beeren gefroren untermengen, NICHT vorher auftauen lassen).

In die mit Backpapier ausgelegte Form geben und gleichmäßig darin verteilen (der Teig wirkt wenig, aber es kommt ja noch was oben drauf :-) ).

Für den Cookie-Teig das Mehl mit gemahlenen Mandeln, Rohrohrzucker, Backpulver, Schoko-Drops, Salz und Vanille mischen. Mandelmilch, Zitronensaft und Öl zufügen und alles mit einem Löffel oder den Fingern zu einem Teig verkneten. Der Teig ist relativ weich, also nicht wundern.

Den Cookie-Teig stückchenweise auf dem Brownie-Teig verteilen (darf ruhig unordentlich sein).

Im vorgeheizten Backofen im unteren Drittel bei ca. 190°C Ober- und Unterhitze ca. 30-35 Minuten backen (hängt auch ein bisschen davon ab, ob ihr tiefgekühlte Beeren verwendet habt oder nicht).

Herausholen, kurz abkühlen lassen und das erste Stück am Besten noch lauwarm genießen.

Et voilà!

Kartoffel-Blumenkohl-Auflauf mit Süßkartoffel und Cashew-Kruste

Auch, wenn es hier so den Eindruck erweckt: Ich ernähre mich nicht ausschließlich von Kuchen, Gebäck und Brot. Ab und zu gibt es auch Eis, Schokolade und Torten 😉  Nee, ganz im Ernst – es gibt hier tatsächlich jeden Tag auch „echtes“ (herzhaftes) Essen. Wirklich. So zum Beispiel letztens diesen Auflauf.

Entstanden ist die Idee aus dem Appetit auf Kartoffelgratin. Kartoffelgratin ist furchtbar lecker und macht sehr satt und zufrieden, finde ich. Allerdings braucht man dazu noch eine Gemüsebeilage und am Besten auch noch Bratlinge oder ähnliches. Nun bin ich aber von Natur aus faul, äh, effizient!!!, veranlagt und das war mir einfach zu viel Arbeit. Also, was liegt da näher, als alles in eins zu packen?! Genau, nichts.

Daher habe ich mich dann einfach für einen Kartoffel-Gemüse-Auflauf entschieden. Hierdurch war die Gemüsebeilage also gleich mit abgedeckt und entbehrlich. Fehlte nur noch die Bratlingsbeilage. Die habe ich dann kurzerhand modifiziert und als Knusperkruste auf den Auflauf gepackt. Schlau, oder?! Denn die Kruste enthält Grünkernschrot und wir alle wissen, dass Grünkernschrot eine tolle Bratlingsgrundlage ist.

Ein weiterer Bestandteil der Kruste ist der übriggebliebene Trester der Cashewmilch-Herstellung. Seit einiger Zeit mache ich nämlich gerne unsere Pflanzenmilch selber und dieses Mal hatte ich eben Cashewmilch probiert und brauchte eine Verwendung für den Trester. (Zur Pflanzenmilch-Herstellung habe ich einen Veggiefino. Kurzer Exkurs: Der Veggiefino ist an sich sehr praktisch und durchdacht und man kann ohne viel Gedöns Pflanzenmilch herstellen. Allerdings ist das Sieb noch nicht fein genug, so dass immer ganz feine Nussreste in der Milch bleiben. Mich stört das nicht, da ich nie Pflanzenmilch trinke und sie nur zum Kochen und Backen verwende, aber M. verweigert sämtliche Arten Pflanzenmilch aus dem Veggiefino – wahrscheinlich wegen dem pelzigen/krümeligen Gefühl im Mund. Ich habe mir mittlerweile zusätzlich noch einen Nussmilchbeutel angeschafft und davon bin ich ja nun mal richtig begeistert!! Total feinmaschig und super easy in der Anwendung. UND: M. trinkt jetzt mit Begeisterung die selbstgemachte Mandelmilch, juchuh! Das Tetrapak-Geschleppe hat ein Ende, günstiger und gesünder isses auch noch und die Umwelt freut sich. Wir brauchen hier nämlich so einiges an Pflanzenmilch…). Ach so, Cashewmilch schmeckt mir so gar nicht – viel zu herb komisch und unlecker! Ich bleibe bei Mandelmilch.

Die Kruste klappt aber übrigens auch mit gemahlenen Nüssen, ihr müsst jetzt also nicht extra Cashewmilch herstellen…

Auflauf

 

Zutaten für eine große Auflaufform (3-4 Personen):

  • 1 mittelgroßer Blumenkohl
  • 1 kg Kartoffeln
  • 1 mittelgroße Süßkartoffel (ca. 250g)
  • 1 große Stange Lauch
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 400 ml Cashewmilch oder andere ungesüßte Pflanzenmilch
  • 2 El Zitronensaft
  • 2 geh. El Dinkelmehl Typ 630 (oder Weizenmehl 405/550)
  • 4-5 El Hefeflocken
  • 4 El Pflanzenmargarine
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 100 g Grünkernschrot
  • 100 g möglichst trockener Nussmilchtrester (alternativ gemahlene Mandeln oder Cashews)
  • 75 ml Wasser

Zubereitung:

Kartoffeln und Süßkartoffel schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Den Blumenkohl putzen und in kleine Röschen teilen, Lauch waschen und in halbe Ringe schneiden.

Alles Gemüse (inklusive Kartoffeln) in der Gemüsebrühe ca. 10-15 Minuten kochen bis alles leicht angegart, aber noch sehr bissfest ist. Abgießen, aber dabei das Kochwasser auffangen!

Das Kochwasser zurück in den Topf geben, ebenso wie ein paar Kartoffel- und Blumenkohlstücke (insgesamt etwa eine Hand voll). Die Pflanzenmilch zufügen, ebenso wie den Zitronensaft, das Mehl, die Hefeflocken und 2 El der Pflanzenmargarine. Gut würzen mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss. Alles mit dem Pürierstab gut durchpürieren zu einer sämigen Sauce. Nochmals kräftig abschmecken. Die Petersilie hacken und in die Sauce geben.

Die Sauce mit dem Kartoffel-Gemüse vermengen und alles in eine gefettete Auflaufform geben.

Nussmilchtrester und Grünkernschrot in einer beschichteten Pfanne unter Rühren kurz (!) anrösten, dann Margarine zufügen, ebenso das Wasser. Etwas salzen und alles kurz köcheln lassen bis die meiste Flüssigkeit verdampft ist.

Den „Brei“ mit Hilfe von zwei Teelöffeln auf dem Auflauf verteilen.

Den Auflauf im Backofen (ohne Vorheizen…) bei 200°C Ober- und Unterhitze im unteren Drittel etwa 45 Minuten backen lassen bis er eine schöne Kruste hat.

Et voilà!

Köstliche Nussecken

Pünktlich zum ersten Advent verrate ich euch heute eines meiner absoluten Lieblings-Rezepte! Und zwar das für Nussecken :-) . Nussecken sind so ziemlich das Beste und Köstlichste, was je im Bereich Gebäck erfunden wurde…zumindest meiner Meinung nach. Wobei ich hier nicht von den gekauften Ziegelstein-Imitaten spreche, sondern von selbstgebackenen Köstlichkeiten. Ich finde nämlich, die sind mit denen vom Bäcker nicht zu vergleichen…Es gibt mittlerweile auch vegane Nussecken vom Bäcker, aber die könnt ihr echt vergessen!

Denn hier ist das ultimative leckerschmecker Nussecken-Rezept. Auch geeignet für totale Backlegastheniker, ich verspreche es (mein Mann kann die backen 😮 Und das heißt was…sorry, Liebling!)! Diese Nussecken gibt es hier seit Jahren quasi ständig und zu sämtlichen Gelegenheiten. Sie sind richtig schnell gemacht, super einfach in der Herstellung, bestehen nur aus Supermarkt-Zutaten, kein fancy vegan-Schnick-Schnack und die meisten Sachen hat man eh ständig vorrätig. Und wandelbar sind sie auch noch. Und lange haltbar. Perfekt!

Dieses Rezept hat bisher alle überzeugt: Familienmitglieder, Freunde, Arbeitskollegen, Geburtstagskinder, Gebäckhasser, Nachbarn, einfach alle. Denn sie enthalten nur Dinge, die eigentlich jeder mag und sie enthalten KEINE Konfitüre! Denn das mag ich nicht. Natürlich könnt ihr aber problemlos Konfitüre einbauen zwischen den Schichten, wenn das für euch unbedingt zu Nussecken gehört…

Eigentlich sollte dieses Rezept Bestandteil eines neuen Updates zur „Veganen Weihnachtsbäckerei“ werden (mit einigen weiteren schönen Rezepten), aber ich komme momentan zeitlich einfach nicht dazu. Und da das Rezept viel zu schade ist, um in einer Schublade Staub anzusetzen, kommt ihr jetzt alle in den Genuss :-) . Dafür hätte ich aber gerne, dass ihr in den nächsten Wochen ganz ganz fleißig Nussecken backt, esst, genießt und schwelgt. Deal?

Ach ja, ich weiß gar nicht, warum Nussecken typischerweise mit der Weihnachtsbäckerei in Verbindung gebracht werden. Für mich sind sie einfach ein köstliches Ganzjahres-Gebäck…schmecken also definitiv auch im April oder September. Probiert es einfach mal aus 😉 .

Nussecken

Zutaten für eine 20×20 cm – Backform (ergibt 16 Nussecken):

  • 125 g Pflanzenmargarine
  • 100 g Rohrohrzucker
  • je eine Prise Salz und Vanille, gemahlen
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 250 g Weizenmehl, Typ 550 (Dinkelmehl 630 geht auch, Vollkornmehl auch)
  • 50 ml Wasser
  • 75 ml Wasser
  • 150 g Rohrohrzucker
  • 1 Tl Vanille, gemahlen
  • 40 g Pflanzenmargarine
  • 50 g Mandeln, gehackt (nicht zu fein!)
  • 50 g Walnüsse, gehackt (nicht zu fein!)
  • 150 g Haselnüsse, gehackt  (nicht zu fein!) (die Nussmischung ist völlig variabel, am Ende sollten es 250 g sein; ich hacke sie immer grob im Multizerkleinerer)
  • Schokolade/Kuvertüre zum Verzieren

Zubereitung:

Für den Boden die gemahlenen Mandeln mit dem Mehl, Rohrohrzucker, Vanille und Salz mischen, dann die Margarine zufügen und alles zu einem bröseligen Teig verkneten (mit den Händen oder Knethaken des Handmixers), dann das Wasser zufügen und alles zu einem homogenen (festen) Teig verarbeiten.

Den Teig in die mit Backpapier ausgelegte Form geben und mit den Händen sorgfältig sehr gleichmäßig flach drücken. (Wer Konfitüre möchte, bestricht den Boden jetzt mit zB Aprikosenkonfitüre)

Für die Nuss-Schicht das Wasser mit dem Rohrohrzucker und der Vanille in einen Topf geben. Aufkochen und 2-3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Von der Herdplatte nehmen und die Margarine einrühren. Die gehackten Nüssen zugeben und alles gut vermengen. Die Nuss-Masse auf den Boden geben und sehr gleichmäßig verteilen.

Im vorgeheizten Backofen bei etwa 180°C Ober- und Unterhitze ca. 30-35 Minuten backen lassen bis die Oberfläche goldbraun und knusprig ist und alles ganz wunderbar nach gebrannten Mandeln duftet :-) .

Aus dem Ofen nehmen und in der Form komplett (!) auskühlen lassen. Dann mit einem scharfen Messer in Stücke schneiden und mit der geschmolzenen Schokolade verzieren (oder die Ecken eintunken).

Et voilà!

Mandelspekulatius-Karamell-Schokolade (Chocqlate)

Mein Winterschlaf (äh, Herbstschlaf…) ist beendet und ich starte wieder voll durch :-) Ich habe Rezepte für die Weihnachtsbäckerei auf Lager, einen köstlichen Auflauf und noch vieles mehr. Den Anfang macht heute selbstgemachte Schokolade.

Genau, richtig gelesen! Schokolade selbermachen ist überhaupt gar nicht schwer, macht Spaß und ist dazu das perfekte Nikolaus- und/oder Weihnachts-Mitbringsel. Das Tolle ist, dass ihr wirklich nur wenige Zutaten benötigt für ein wunderbares Ergebnis und vor allem könnt ihr die Schokolade ganz nach euren oder den Wünschen der Beschenkten kreieren. Ich find´s großartig!

Rezepte für vegane Schokolade geistern schon recht lange durch diverse blogs und ich fand das immer sehr faszinierend, aber aus mir unerfindlichen Gründen habe ich mich nie da rangetraut. Seltsam, oder?! Denn ich liebe es, in der Küche zu experimentieren und scheue mich auch definitiv nicht vor misslungenen Ideen (fragt meinen Mann…), von daher weiß ich ehrlich nicht, warum ich nicht schon längst ins Schokoladen-Selbermachen-Business eingestiegen bin…zumal es wirklich eine tolle Geschenkidee ist, wenn einem sonst einfach nichts einfallen will. Über selbstgemachte und veredelte Schokolade freut sich fast jeder.

Jedenfalls kam es mir da gerade Recht, als ich vor ein paar Wochen die Anfrage von Chocqlate bekam, ob ich nicht Lust hätte, eines ihrer Sets zu testen. Jupp, hatte ich :-) Und zack! Nach einem sehr netten mail-Kontakt kam auch schon das versprochene Päckchen. Sehr toll! Das Set war wunderschön verpackt, vor allem die einzelnen Zutaten. Öko-Schick, auf sowas stehe ich total! Kein Hochglanz-Plastik-Firlefanz, sondern öko und schön. Prima.

In einem Set ist alles enthalten, was man zum Schokolade-Herstellen benötigt: Kakaobutter, Agavensirup und eine wunderbar abgestimmte Mischung aus Kakao, Kakaobohnen und Vanille. Alles bio/fair und in Rohkostqualität. Dazu kann man noch ganz viele verschiedene Formen bekommen. Ich hatte eine für drei kleinen Tafeln.

Nun musste nur noch eine Idee her, aber die war schnell gefunden. Winter = Spekulatius = lecker! Ich liebe Mandelspekulatius und mache sie entweder selber oder kaufe welche (es gibt einige vegane Sorten). Spekulatius + Schokolade + Karamell = OBERLECKER!! Also habe ich eine Mandelspekulatius-Karamell-Schokolade gemacht. Yummy. Harmoniert ganz prächtig miteinander: zartherbe Schokolade, knusprige Keksstückchen und klebriger „Butter“-Karamell. Guuuuut 😀

Die Keksstückchen werden zwar irgendwann weicher, aber das tut dem Geschmack nichts. Und wer lieber härteres Karamell möchte, sollte ein Rezept mit weniger Fett ausprobieren, dieses hier ergibt recht weiches Karamell. Ich mag das aber lieber.

Schokolade

 

Zutaten für 3 Tafeln à ca. 65 g :

  • 45 g Kakaobutter
  • 40 g Kakaopulver
  • 1/2 Tl Vanille
  • 40 g Agavensirup (ja, ich wiege ihn!)
  • 3-4 Mandelspekulatius, je nach Größe
  • 50 g Hafersahne
  • 20 g Pflanzenmargarine
  • 25 g Reissirup
  • 35 g Rohrohrzucker
  • 20 g Wasser
  • je eine Prise Vanille und Salz

Zubereitung:

Für die Schokolade zunächst die Kakaobutter grob hacken, dann im Wasserbad vorsichtig schmelzen, dabei gelegentlich umrühren.

In einer separaten Schüssel das Kakaopulver mit der Vanille mischen und den Agavensirup zufügen. Die geschmolzene Kakaobutter zugeben und alles mit einem Löffel gut verrühren bis die Konsistenz an geschmolzene Schokolade erinnert. Falls die Masse zu fest sein sollte (war bei mir erst so…), ist sie zu kühl. Dann einfach alles zusammen nochmal ins Wasserbad geben und unter Rühren erhitzen. Dabei wird alles relativ schnell flüssiger und verbindet sich ganz prima!

Die Schokoladenmasse gleichmäßig auf die Formen verteilen, die Formen einmal auf die Arbeitsplatte klopfen, um Luftbläschen zu vermeiden.

Die Spekulatiuskekse zerbröseln und auf der Schokolade verteilen, ggf. ganz leicht andrücken. An einem kühlen Ort fest werden lassen.

Währenddessen für das Karamell die Hafersahne mit der Pflanzenmargarine einmal aufkochen, dann zur Seite stellen. In einem anderen Topf den Reissirup mit Rohrohrzucker, Vanille, Salz und Wasser ca. 3-5 Minuten köcheln lassen, dann den Sahne-Mix zufügen und alles unter Rühren 10-15 köcheln lassen bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Das noch warme und flüssige Karamell großzügig über die Schokolade träufeln und auskühlen lassen. Übriges Karamell einfach so essen :-).

Die Schokolade aus den Formen nehmen und genießen.

Et voilà!

Süßkartoffel-Stuten (zuckerfrei)

Süßkartoffeln gehören zu dem, was ich schon lange kenne, aber früher nie mochte. Warum nur???! Manchmal muss erst jemand wie das eigene Kind die bestehende Welt derart verändern und umwirbeln, dass ich bereit bin, mich neuen kulinarischen Köstlichkeiten zu widmen…verrückt. Aber was Essen angeht, bin ich ganz oft von der „Was der Bauer nicht kennt“-Fraktion und rümpfe schon die Nase, ehe ich mich überhaupt mit dem Lebensmittel auseinandergesetzt habe. Da ist es dann ganz schön prima, gelegentlich zur eigenen Horizonterweiterung gezwungen zu werden :-) .

So war es auch mit der Süßkartoffel. Seit einem guten Jahr lagert eigentlich immer eine Knolle bei uns auf Vorrat im Kühlschrank und wandert in alles mögliche wie zB Bratlinge oder Bagels, aber auch gerne einfach in den Kartoffelstampf oder als Ergänzung/Alternative zur Kartoffel ins Ofengemüse. Denn mittlerweile mag ich die kleine Powerknolle richtig gern und liebe es, damit zu experimentieren. Und ganz nebenbei ist sie ein echtes Kraftpaket mit Nährstoffen wie Eisen, Mangan, Folsäure, Vitamin C, B2, B6, E sowie sekundären Pflanzenstoffen. Alles in einer einzigen Knolle. Sowas finde ich ja großartig!

So lag es nahe, auch mal Süßkartoffel in einem Stuten zu verarbeiten, der durch ihre Verwendung gepaart mit einem Teil Dinkelvollkornmehl nicht nur wunderbar orange wird, sondern zudem schön fluffig und nährstoffreich. Perfekt! Das Süßkartoffelpüree bringt schon einiges an Grundsüße mit, aber Stuten braucht da für mich noch mehr und da ich eh gerade auf dem Experimentiertrip war, sollte es kein Zucker oder Sirup sein, sondern Datteln. Denn die punkten zusätzlich mit einer ordentlichen Menge an Eisen, Kalzium, Kalium, Zink, Magnesium, Vitamin C, Vitamin D und B-Vitaminen. Und sie sollen stimmungsaufhellend wirken. Absolut perfekt also für trübe Herbstgedanken 😀

Und wenn sowas Gutes wie der Süßkartoffel-Stuten dann auch noch richtig lecker schmeckt und die Seele pflegt, sättigt und zufriedenstellt, dann geht es doch kaum besser…Also, trinkt Tee, esst Süßkartoffelstuten und genießt den Herbst :-) .

Oh, und voten nicht vergessen 😀 (weiterhin täglich möglich…) Danke.

Süßkartoffel-Stuten

 

Zutaten für 6 kleine Zöpfe oder 2 große:

  • 275 g Süßkartoffel, roh (ohne Schale gewogen)
  • 250 g Hafermilch (oder andere Pflanzenmilch)
  • 75-100 g Datteln (je nachdem, wie süß ihr es mögt…)
  • 300 g Dinkelvollkornmehl (alternativ Weizen)
  • 300 g Dinkelmehl Typ 630 (alternativ Weizenmehl 550)
  • knapp 2 Tl Salz
  • 20 g Frischhefe
  • 75 g Öl, geschmacksneutral oder mit Buttergeschmack
  • 30 g Sesammus (optional, aber erhöht den Kalziumgehalt)
  • Pflanzenmilch zum Bestreichen

Zubereitung:

Mit Hochleistungsmixer:

Die rohen Süßkartoffeln grob stückeln und zusammen mit den Datteln und der Hafermilch in den Mixer geben. 1-2 Minuten erst auf kleiner, dann auf höchster Stufe zu einer möglichst glatten Masse mixen.

Ohne Hochleistungsmixer:

Die rohen Süßkartoffeln grob stückeln, ebenso die Datteln. In einen kleinen Topf geben, 1-2 Esslöffel Wasser zufügen und alles auf kleiner bis mittlerer Stufe garen/dämpfen (eher langsam, damit nichts anbrennt…). Etwas auskühlen lassen, dann die Hafermilch zufügen und alles mit dem Pürierstab möglichst fein pürieren.

Für alle geht es dann so weiter:

In einer Rührschüssel die Mehle mit dem Salz mischen, Hefe, Öl und Sesammus zufügen, dann das Süßkartoffel-Dattel-Hafermilch-Püree dazu geben. Alles einige Minuten zu einem weichen glatten Teig verkneten. Sollte der Teig zu klebrig sein, noch etwas Mehl einarbeiten.

Den Teig abgedeckt 1-2 Stunden gehen lassen bis er sein Volumen deutlich vergrößert hat. Dann auf die bemehlte Arbeitsfläche geben und entweder in zwei oder in sechs Teile teilen. Jeden Teigling dann nochmals dritteln. Jedes Drittel zu einem gleichlangen Strang rollen und immer jeweils drei Stränge zu einem Zopf flechten.

Die Zöpfe auf ein oder zwei mit Backpapier ausgelegte Bleche legen und großzügig mit Pflanzenmilch bepinseln.

Mit einem Handtuch abdecken und nochmal ca. 20 Minuten gehen lassen.

Im vorgeheizten Backofen im unteren Drittel bei 200°C Ober- und Unterhitze 15-25 Minuten backen (je nach Größe der Zöpfe…).

Et voilà!

Dinkel-Weltmeister-Brot

Wie ihr wisst, backe ich unser Brot selber und mittlerweile hat sich eine beträchtliche Auswahl angesammelt – dazu kommen noch die Brote, deren Rezepte ich selber von anderen (Brotback-)Blogs habe, auf denen ich mich regelmäßig herumtreibe. Wenn man erstmal damit angefangen hat, ein aktiver Sauerteig stets einsatzbereit im Kühlschrank wartet und sich dazu diverse Mehltypen im Vorratsschrank und eine eigene Getreidemühle gesellen, mag man meist gar nicht mehr damit aufhören 😀 . Mittlerweile fällt es mir echt schwer, Brot beim Bäcker zu kaufen – gegen das selber gebackene kommt einfach keines an! Zudem kann ich prima an den Nährstoffen schrauben, den Vollkornanteil erhöhen usw.

Meist gibt es bei uns mein Standard-Alltags-Vollkornbrot, was ich mittlerweile einarmig, schlafend, während des Staubsaugens mit Kind am Bein und Telefon am Ohr backen kann. Also, quasi. Aber es gibt auch immer mal wieder Phasen, wo ich keine Lust auf Vollkornbrot habe. Aber auch nicht auf Weißbrot (das macht mich nicht satt…). Sondern so ein Zwischending. Mit Vollkorn, aber trotzdem weich und vor allem mit vielen vielen Körnern und Saaten. Und es muss natürlich Ungenauigkeiten verzeihen! Mit Anleitungen wie „bei 40°C innerhalb von drei Stunden auf 25°C abfallend gehen lassen“ oder ähnlichen Firlefanz braucht man mir gar nicht erst zu kommen! Ich bin gerne kreativ, scheue auch keine aufwendigen Rezepte, aber sie müssen sich eben in meinen Alltag integrieren lassen. Und wenn jetzt nunmal UNBEDINGT und SOFORT Spielplatz angesagt ist oder Pfützenspringen, ja nu´, dann muss so ein Teig es halt auch abkönnen, 4 statt 2 Stunden zu gehen.

Und genau so ein Rezept habe ich heute für euch. Es handelt sich um ein phänomenal leckeres Weltmeisterbrot. Mit ordentlich Vollkorn, trotzdem hat es eine schön weiche Krume und vor allem ist es wunderbar nährstoffreich durch Berge an Samen und Saaten im und am Brot. Es ist etwas aufwendig durch Vorteig, Quellstück und Kochstück, aber erstens wird das Brot dadurch sehr saftig und bleibt ewig frisch und zweitens kann man alles einfach morgens ansetzen und dann im Laufe des Tages weitermachen, wenn Zeit dazu ist. Hierdurch ist das Rezept total flexibel in den Zeiten. Einzig die letzte Gehzeit (wenn die Brote bereits geformt sind) sollte nicht überschritten werden, beim Rest ist es egal.

Die Belohnung für die ganze Arbeit ist eines der besten Brote, die ich in den letzten Jahren gebacken habe! Ach so, lasst euch nicht abschrecken durch den lustigen Würzsenf – der gibt dem Brot das „gewisse Etwas“, ohne dass man ihn schmeckt (versprochen!!). Wem das aber doch zu kurios erscheint, der lässt den Senf und die Gewürze einfach weg (wozu ich aber definitiv nicht rate…).

Oh, und voten nicht vergessen 😀 (täglich möglich…) Danke.

Weltmeisterbrot

Zutaten für 2 Brote à ca. 1000g:

  • 200 g Dinkelmehl Typ 630 (alternativ Weizenmehl Typ 550)
  • 200 g Wasser
  • 2-3 g Frischhefe
  • 20 g Dinkelmehl Typ 630
  • 90 g Wasser
  • 2 g Salz
  • 6o g Sonnenblumenkerne
  • 60 g Sesam
  • 60 g Leinsamen
  • 60 g Haferflocken, fein
  • 100 g Roggenschrot
  • 20 g Salz
  • 360 g Wasser, kochend
  • 350 g Dinkelvollkornmehl (alternativ Weizen)
  • 100 g Roggenvollkornmehl
  • 250 g Dinkelmehl Typ 630
  • 1 Tl Senf, mittelscharf
  • 1/4 Tl Koriander, gemahlen
  • 1/4 Tl Curry
  • 10 g Rapsöl
  • 25 g Zuckerrübensirup
  • 20 g Frischhefe
  • knapp 75-100g Wasser
  • Sonnenblumenkerne, Mohn und Sesam zum Wälzen

Zubereitung:

Für den Vorteig Dinkelmehl mit Wasser und Hefe in einer Schüssel gut verrühren. Abgedeckt mindestens 3 Stunden an einem nicht zu kalten Ort stehen lassen (länger ist kein Problem).

Für das Kochstück Dinkelmehl mit Salz in einem kleinen Kochtopf mischen, das Wasser zufügen und alles möglichst klümpchenfrei verrühren. Unter stetigem Rühren aufkochen lassen (es brennt schnell an!) bis eine dicke, zähe, weißlich-glänzende Masse entstanden ist (sieht aus wie Kleister). Vom Herd nehmen und auskühlen lassen.

Für das Quellstück die Körner, Saaten und Haferflocken mit dem Roggenschrot und Salz mischen, dann mit dem kochenden Wasser übergießen. Gut umrühren und einige Stunden (mindestens 2-3, länger ist kein Problem) quellen lassen.

Für den Hauptteig die Mehle in eine große Rührschüssel geben, Senf, Gewürze, Zuckerrübensirup, Öl, Hefe und Wasser zufügen (Die genaue Wassermenge hängt auch von der Quellfähigkeit des verwendeten Mehls ab, ob selbstgemahlen oder nicht usw., also erstmal rantasten…). Den Vorteig, das Kochstück und das Quellstück dazu geben und alles am Besten mit dem Knethaken der Küchenmaschine 5-10 Minuten auf langsamer Stufe richtig gut durchkneten. Der Teig sollte sich gut verbunden haben, weich und elastisch sein und sich vom Schüsselrand lösen. Er darf ruhig etwas klebrig sein, sollte sich aber mit bemehlten Händen formen lassen.

Den Teig abgedeckt in der Schüssel ca. 60 Minuten gehen lassen (länger ist nicht schlimm, bis zu drei Stunden…).

Den Teig auf die bemehlte Arbeitsplatte geben, halbieren und jeden Teigling vorsichtig erst rund und dann länglich wirken (nicht zu stark kneten, eher falten). Jeden Teigling gut mit Wasser bestreichen (ich halte die Teiglinge immer unter den Wasserhahn, damit sie rundherum benetzt sind) und die Unterseite in Sonnenblumenkerne drücken und die Oberseite in einer Mischung aus Sesam und Mohn wälzen.

Nebeneinander auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und nochmal 20-30 Minuten gehen lassen. Nach 20 Minuten jeden Teigling mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge längs ca. 1,5 cm tief einschneiden.

Zwischenzeitlich den Backofen vorheizen auf 230 °C Ober- und Unterhitze, dabei eine ofenfeste Schale mit Wasser auf den Boden des Backofens stellen.

Die Brote ca. 15 Minuten bei 230°C backen (im unteren Drittel), dann die Temperatur runterschalten auf 190°C und die Brote weitere 20-25 Minuten backen bis sie die gewünschte Bräunung haben.

Auskühlen lassen und genießen.

Et voilà!